Beikost: die erste richtige Mahlzeit für Ihr Kind

Beikostyc3dfj

Die Wissenschaft ist sich einig: Das Essen unserer Kindheit legt die Grundlage für unsere lebenslange Ernährung. Entsprechend groß sind der Druck und die Erwartungen, wenn es an Babys ersten Brei geht. Dennoch ist es vor allem wichtig, dass Ihr Kind das Tempo vorgibt. Bei all den Erkenntnissen, die wir im Folgenden aufgeschrieben haben, gilt deshalb: Achten Sie auf die Signale Ihres Babys und lassen Sie es selbst entscheiden, was es wann essen möchte.

Wann ist es Zeit für die Beikost?

Die erste Breimahlzeit ist für die meisten Eltern ein freudiges Ereignis, das sie gespannt herbeisehnen. Das könnte mit ein Grund sein, warum viele zu früh damit beginnen. Bis zum fünften Lebensmonat sollte Ihr Baby ausschließlich Muttermilch oder Pre-Nahrung bekommen. Erst danach ist der Darm soweit herangereift, dass auch festere Nahrungsmittel verdaut werden können. Einige Kinder sind dennoch bis weit in den sechsten Lebensmonat hinein noch nicht bereit für den ersten Brei.

Wichtige Anzeichen für die Beikost-Reife sind:

  • Interesse an fester Nahrung (etwa an den Lebensmitteln auf Ihrem Teller).
  • Nachahmen von Kaubewegungen.
  • Das Baby kann seinen Kopf alleine halten und mit wenig Unterstützung aufrecht sitzen.

Sind Sie unsicher, ob Ihr Kind schon bereit ist, warten Sie lieber noch ein bisschen. Auch beim Essen hat jedes Baby sein eigenes Tempo. Am Ende sitzen alle mit am Tisch und klauen sich die besten Stücke von Ihrem Teller.

Der Beikost-Plan – eine Mahlzeit nach der anderen

Im Grunde können Sie zu einem beliebigen Zeitpunkt anfangen, Ihrem Kind den ersten Brei zu geben. Viele Eltern fühlen sich mit einem Plan wie in unserer Grafik allerdings wohler. Er ersetzt nach und nach eine Milchmahlzeit durch eine Breimahlzeit. Dafür müssen Sie nicht unbedingt mittags beginnen. Wählen Sie einfach einen Zeitpunkt, der gut in Ihren Tagesablauf passt und an dem das Baby wach und aufgeweckt ist. Für die erste Mahlzeit muss es nicht hungrig sein. Manche Kinder sind aufgeschlossener gegenüber Neuem, wenn sie satt und zufrieden sind.

Beikost Plan Brei einführen ÄRZTE.DE

Die Verdauung Ihres Kindes muss sich erst an die festere Nahrung gewöhnen. Deshalb sollten Sie die Menge der Mahlzeiten langsam über viele Wochen und Monate steigern. Gerade zu Beginn kann es zudem helfen, nach dem Brei etwas Muttermilch oder Flaschennahrung zu geben. So gehen Sie auch sicher, dass Ihr Baby wirklich satt wird und alle wichtigen Nährstoffe erhält.

Stillen oder Fläschchen bleiben wichtig

Auch wenn Ihr Baby bereit für den ersten Brei ist, bis wirklich etwas davon in seinem Magen landet, kann es dauern. Selbst wenn es schon große Mengen isst, kann es vielleicht nur wenig davon verwerten. Muttermilch und Pre-Nahrung bleiben deshalb auch weiterhin die Hauptmahlzeit Ihres Kindes; nach Empfehlungen der WHO mindestens das ganze erste Lebensjahr lang. Sie rät sogar zum Stillen bis zum zweiten Geburtstag und darüber hinaus, bis das Kind sich von selbst gegen die Milch entscheidet.

Der Rat bezieht sich auf die Situation weltweit und ist nicht direkt auf die Nahrungsversorgung bei uns übertragbar. Dennoch bleiben Muttermilch oder Pre-Nahrung lange wichtig für Ihr Kind. Die Einführung der Beikost sollte immer parallel dazu durchgeführt werden.

Einige Eltern hoffen, dass der sättigende Getreidebrei am Abend oder auch sättigender Milchnahrung dafür sorgt, dass Ihr Baby länger durchschläft und nachts nicht so oft wach wird. Das ist allerdings ein Mythos. Viele Kleinkinder wachen auch nach dem ersten Lebensjahr nachts auf, ob sie nun Hunger haben oder nicht. Zudem brauchen die Kleinen trotz Beikost auch im Schlaf noch viel Energie. Manche Kinder nehmen die Kalorien dafür im Laufe des Tages auf, andere nicht. Ob Ihr Baby nachts wach wird, hat deshalb nichts mit der Ernährung zu tun.

Selbstgemachter Brei oder gekaufte Gläschen?

Eltern wünschen sich nur das Beste für Ihre Kinder. Bei der Ernährung bedeutet das möglichst natürliche, unbehandelte Zutaten, die sie mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Doch dafür müssen Sie den Brei nicht unbedingt selbst kochen. Die Nahrungsmittel für Babys werden in Deutschland streng kontrolliert. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt zudem: Sie enthalten das gleiche wie der selbstgekochte Brei: Gemüse, Öl, Wasser und später Fleisch oder Fisch. Um sie haltbarer zu machen und alle Keime abzutöten, wird der Brei aus den Gläschen allerdings sehr stark erhitzt. Geschmack und einige Inhaltsstoffe gehen dadurch verloren.

Manche Babys bevorzugen gerade zu Anfang die geschmacklosen Breigläschen. Andere versuchen sich lieber am Selbstgekochten oder wagen sich gleich an größere Stücke wie beim Baby Led Weaning. Auch hier ist es am besten, die eigenen Vorlieben und das Kind selbst entscheiden zu lassen. Wenn das Breikochen in Ihrem Alltag zu einer echten Herausforderung wird, sollten Sie lieber die Zeit mit Kind genießen und zumindest hin und wieder Gekauftes anbieten. Kochen Sie dagegen gerne und Ihr Baby liebt den selbst gemachten Möhrenbrei, spricht nichts dagegen.

Brei Rezept Anleitung Brei selber kochen

Was darf Ihr Baby wann essen?

Erlaubt ist grundsätzlich alles, was schmeckt, sofern Ihr Baby danach keine starken Bauchschmerzen oder eine Allergie bekommt. Die einzige Ausnahme ist Salz. Da die Nieren Ihres Kindes im ersten Lebensjahr davon überlastet werden könnten, sollten Sie in dieser Zeit möglichst kein oder nur sehr wenig Salz geben. Einige Mütter und Hebammen berichten zudem davon, dass saure Lebensmittel zu einem wunden Po führen können. Wissenschaftlich nachgewiesen ist das allerdings nicht.

In der Regel wird empfohlen, mit einer Gemüsesorte anzufangen, etwa Karotten oder Pastinaken. Ein Löffel Öl soll die Aufnahme der Vitamine unterstützen. Hat das Baby sich einige Tagen oder Wochen an den Geschmack gewöhnt, kommt Stärkehaltiges dazu, meist Kartoffeln. Schließlich wird auch Fleisch mit in den Brei püriert. Studien haben gezeigt, dass Muttermilch oder Pre-Nahrung für die Eisenversorgung des Babys ab dem sechsten Monat nicht mehr ausreicht. Deshalb wird Fleisch an mindestens 3 Tagen in der Woche empfohlen; im Idealfall mit einem Schluck Saft verfeinert, um die Eisenaufnahme zu unterstützen. Mindestens einmal die Woche Fisch wird ebenfalls für eine gesunde Ernährung empfohlen.

Oft wird auch den Eltern nahegelgt, möglichst viele verschiedene Lebensmittel schon als Brei anzubieten. So soll das Allergierisiko minimiert und die Nährstoffversorgung gesichert werden. Kinderärzte raten aber gerade am Anfang davon ab. Ihr Baby muss sich erst an die neue Nahrung gewöhnen, Konsistenz und Geschmack kennenlernen. Bieten Sie also am besten eine Sorte mehrere Tage lang an, auch wenn das Kind sie zunächst nicht essen mag. Einmal probieren reicht oft nicht aus, um sich eine finale Meinung zu bilden. Hat Ihr Baby einen Lieblingsbrei spricht auch nichts dagegen, ihn immer wieder anzubieten.