Ein Kieferorthopäde zeigt einer Patientin ein Modell mit fester Zahnspange.
Dr. med. dent. Felix Schneiderhan

Dr. med. dent. Felix Schneiderhan

Fachzahnarzt für Kieferorthopädie

Dr. Felix Schneiderhahn ist Fachzahnarzt für Kieferorthopädie. Bei seiner Arbeit achtet er nicht nur auf gerade Zähne, sondern auch auf Harmonie, Proportionen und das richtige Zusammenspiel von Zähnen, Lippen und Gesicht.

Eine feste Zahnspange reicht zur Profilkorrektur nicht immer aus. | © Canva

Profilkorrektur in der Kieferorthopädie: Was im Wachstum möglich ist und wann eine Operation notwendig werden kann

Wenn in der Kieferorthopädie von Profilkorrektur gesprochen wird, geht es um weit mehr als gerade Zähne. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Oberkiefer, Unterkiefer, Biss und Gesichtsprofil. Denn ein harmonisches Profil entsteht nicht allein dadurch, dass Zähne sauber in einer Reihe stehen, sondern dadurch, dass Kiefer und Biss funktionell passen und sich das Lächeln natürlich in das Gesicht einfügt.

Bei Traumlächeln Berlin wird Profilkorrektur deshalb nicht als rein ästhetische Maßnahme verstanden, sondern als Teil einer ganzheitlichen kieferorthopädischen Behandlung. Ziel ist es, Wachstum, Funktion und Gesichtswirkung gemeinsam zu betrachten und möglichst früh therapeutisch zu nutzen.

Was ist eine Profilkorrektur?
Der Begriff Profilkorrektur bezeichnet kein einzelnes festgelegtes Verfahren. Vielmehr ist er eine Sammelbezeichnung für Behandlungen, die die seitliche Ansicht des Gesichtes (Profil), verändern können. Deshalb wird er sowohl in der plastischen ästhetischen Chirurgie als auch in der Kieferorthopädie verwendet. Entscheidend für die Behandlung ist die Ursache.

Sichtbare Profilabweichung können vor allem durch die Zahnstellung, die knöcherne Lage von Ober- und Unterkiefer, die Position des Kinns oder durch die umgebenden Weichteile entstehen. Nicht jede als störend empfundene Profilform ist deshalb automatisch ein kieferorthopädisches Problem.

Diagnose: Was vor einer Profilkorrektur notwendig ist

Für eine Profilkorrektur wird zunächst geklärt, ob die sichtbare Veränderung überwiegend dental oder skelettal bedingt ist. Dazu untersucht der Kieferorthopäde oder die Kieferorthopädin nicht nur die Zahnstellung, sondern auch den Biss, die Gesichtsproportionen, das Profil, den Lippenschluss und mögliche Asymmetrien.

Manchmal werden zusätzlich Fotografien, digitale Kiefermodelle oder Scans sowie Röntgenaufnahmen erstellt. Bei komplexeren skelettalen Fehlstellungen kann beispielsweise ein Fernröntgenseitenbild helfen, die Lage der Kieferbasen und die Stellung der Frontzähne zu beurteilen.

Bei Kindern und Jugendlichen wird zusätzlich eingeschätzt, wie weit das Wachstum fortgeschritten ist und welches Wachstumspotenzial voraussichtlich noch besteht. Erst aus der Gesamtheit dieser Befunde ergibt sich, welche Verfahren und Behandlungen für die Profilkorrektur geeignet sind.

Warum Profilkorrektur idealerweise im Kindesalter beginnt

Jeder Mensch hat ein individuelles Wachstumsmuster. Dabei entwickeln sich Ober- und Unterkiefer nicht immer gleichmäßig. Im Idealfall wachsen beide Kiefer in einem Verhältnis zueinander, das einen guten Biss und eine harmonische Position des Kinns ermöglicht. In der Praxis zeigen sich jedoch häufig Abweichungen.

Typisch ist zum Beispiel das skelettale Klasse-2-Muster. Dabei wächst der Unterkiefer im Verhältnis zum Oberkiefer nicht weit genug nach vorne. Das Kinn wirkt eher zurückliegend, oft besteht zusätzlich eine vergrößerte Frontzahnstufe. Das gegenteilige Muster ist die skelettale Klasse 3, bei der der Unterkiefer zu weit nach vorne wächst oder der Oberkiefer relativ zu wenig entwickelt ist. Auch das verändert das Gesichtsprofil deutlich und geht häufig mit einer gestörten Bisslage einher.

Der große Vorteil im Kindes- und Jugendalter ist, dass das vorhandene Wachstum noch therapeutisch genutzt werden kann. Solange Kinder noch wachsen, lässt sich die Entwicklung von Ober- und Unterkiefer gezielt beeinflussen. Genau deshalb beginnt Profilkorrektur in vielen Fällen schon frühestens etwa ab dem achten Lebensjahr, häufiger aber im Alter von etwa zehn bis zwölf Jahren. Wie und in welchem Ausmaß die Entwicklung von Ober- und Unterkiefer beeinflusst werden kann, hängt jedoch von der Art der Fehlstellung, dem individuellen Wachstumsstadium, dem vorhandenen Wachstumspotenzial und der Mitarbeit des Kindes ab. Ein für alle Kinder gültiges ideales Behandlungsalter gibt es deshalb nicht.

Wie Wachstumslenkung funktioniert

Die frühe Profilkorrektur erfolgt meist mit herausnehmbaren funktionskieferorthopädischen Geräten. Diese Zahnspangen halten den Unterkiefer in der richtigen Position, sodass sich das Kiefergelenk und das Wachstumsmuster über die Zeit anpassen können. Ziel ist, dass der Unterkiefer später auch ohne Zahnspange in einer besseren Position bleibt.

Wichtig ist dabei: Diese frühe Behandlung ist häufig nicht das Ende der kieferorthopädischen Therapie. In vielen Fällen folgt später noch eine zweite Phase mit fester Zahnspange oder Alignern, um den Biss präzise einzustellen und das Ergebnis funktionell wie ästhetisch zu stabilisieren.

Was passiert, wenn das Wachstum abgeschlossen ist

Wird die Wachstumsphase verpasst oder kommen Patienten und Patientinnen erst im Erwachsenenalter mit einer ausgeprägten skelettalen Fehlstellung in die Praxis, ist die Situation eine andere. Dann reicht eine reine Zahnkorrektur oft nicht mehr aus. Der Grund: Nicht nur die Zähne, sondern die Kieferbasen selbst stehen in einem ungünstigen Verhältnis zueinander.

Zwar können die Zähne auf den Kieferbasen bewegt werden, sodass der Biss und gegebenenfalls auch die Lippen- und Profilwirkung verbessert werden. Eine solche Behandlung verändert jedoch nicht die eigentliche knöcherne Größe oder Lage des Ober- beziehungsweise Unterkiefers. In ausgeprägten Fällen kann deshalb eine kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung notwendig werden. Diese besteht aus einer festen Zahnspange und einer sogenannten skelettalen Umstellungsosteotomie, also einer operativen Verlagerung der Kiefer.

Die drei Phasen der kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Behandlung

Eine solche Behandlung läuft in der Regel in drei klaren Schritten ab.

1. In der prächirurgischen Phase werden die Zähne und Zahnbögen mit einer festen Zahnspange so vorbereitet, dass der oder die Chirurg:in die Kieferbasen später korrekt positionieren kann. Dabei kann der Fehlbiss vorübergehend sogar deutlicher erscheinen, weil zuvor bestehende dentale Kompensationen gezielt aufgelöst werden.

2. In der zweiten Phase bringt der bzw. die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg:in Ober- und/oder Unterkiefer in die richtige gemeinsam geplante Lage.

3. Danach folgt die postchirurgische Phase, in der die Zahnspange weiter auf den Zähnen bleibt und für den Feinschliff des Bisses genutzt wird. So wird das Ergebnis funktionell präzise eingestellt und ästhetisch vervollständigt.

Wichtig ist: Die Operation ist nicht das Ende der Behandlung, sondern der mittlere Schritt eines genau geplanten Gesamtkonzepts.

Wann kann eine Operation notwendig werden?

Ob eine Operation erforderlich ist, hängt nicht davon ab, wie das Profil aussieht. Ausschlaggebend sind vielmehr:

  • das Ausmaß der skelettalen Fehlstellung,
  • die Funktion des Bisses,
  • mögliche Asymmetrien,
  • die Grenzen einer kieferorthopädischen Kompensation
  • und die persönlichen Behandlungsziele.

Eine kombinierte Behandlung kann insbesondere erwogen werden, wenn Ober- und Unterkiefer so deutlich voneinander abweichen, dass mit Zahnbewegungen allein kein funktionell geeigneter und langfristig stabiler Biss erreicht werden kann. Das kann beispielsweise bei einer ausgeprägten Unterkieferrücklage, einem starken Vorbiss, einem ausgeprägten offenen Biss oder einer deutlichen Kieferasymmetrie der Fall sein.

Eine Operation ist dagegen nicht allein deshalb medizinisch erforderlich, weil ein Gesichtsprofil nicht einem bestimmten ästhetischen Ideal entspricht. Die folgende Tabelle gibt einen Anhaltspunkt, wann eine Operation in Erwähnung gezogen werden könnte:

Ausgangssituation häufig denkbarer Behandlungsweg
vorstehende Frontzähne bei grundsätzlich passender Kieferlage kieferorthopädische Zahnbewegung
leichte bis moderate dentale Kompensation Brackets oder Aligner, gegebenenfalls zusätzliche Verankerung
Kieferfehlentwicklung im Wachstum befundabhängige Wachstumssteuerung
ausgeprägte Unterkieferrücklage nach Wachstumsabschluss häufig kombinierte KFO-MKG-Behandlung
ausgeprägter Vorbiss oder deutliche Asymmetrie häufig kombinierte Behandlung
korrekte Kiefer- und Zahnrelation, aber zurückliegender Kinnpunkt Beratung zur isolierten Kinnkorrektur
normale knöcherne Verhältnisse, Wunsch nach definierter Jawline kein primär kieferorthopädisches Problem

Welche Grenzen und Risiken müssen berücksichtigt werden?

Digitale Simulationen oder Vorher-Nachher-Bilder können Ihnen ein Bild von dem zu erwartenden Ergebnis vermitteln. Ein bestimmtes, millimetergenaues Profil können sie aber nicht garantieren. Denn die sichtbare Veränderung hängt nicht nur von Zähnen und Kieferknochen ab, sondern auch davon, wie Lippen, Haut und übrige Weichteile auf die Behandlung reagieren. Vor Behandlungsbeginn sollten Sie mit Ihrem Kieferorthopäden oder Ihrer Kieferorthopädin deshalb unbedingt über Erwartungen, Wünsche und Machbarkeit sprechen.

Zudem kommen – je nach Verfahren – unterschiedliche Herausforderungen auf Sie zu, die Sie kennen sollten.

bei einer kieferorthopädischen Behandlung:

  • vorübergehende Druckbeschwerden
  • regelmäßige Nachsorge und Anpassungen
  • konsequente und selbstständige Mitarbeit, z. B. Tragen loser Zahnspangen, Einsetzen von Gummis, etc.
  • Bei einer festen Zahnspange ist zudem eine besonders sorgfältige Mundhygiene erforderlich.

bei einer Operation (Dysgnathieoperation)

  • Eingriff unter Vollnarkose
  • allgemeine Operationsrisiken wie Blutungen oder Infektionen
  • Heilungsphase: Möglich sind unter anderem Schwellungen, Blutergüsse, eine vorübergehend eingeschränkte Mundöffnung, weiche Kost sowie Sensibilitätsveränderungen.

Welche Risiken in Ihrem individuellen Fall relevant sind, muss vor der Behandlung ausführlich durch die behandelnde Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie erläutert werden.

Beratung beim Kieferorthopäden zur Profilkorrektur: Darauf sollten Sie achten

Da die Entscheidung für oder gegen eine Operation bei einer Profilkorrektur von vielen individuellen Faktoren abhängt, sollte der Kieferorthopäde oder die Kieferorthopädin diese nicht pauschal befürworten oder ablehnen. Vielmehr sollte seine oder ihre Empfehlung auf einer umfassenden Diagnostik beruhen und klare Gründe haben.

„Die Philosophie von Traumlächeln Berlin ist klar: so schonend wie möglich, so wirksam wie nötig. Das Ziel ist, operative Eingriffe nach Möglichkeit zu vermeiden und das vorhandene Wachstum frühzeitig sinnvoll zu nutzen. Dennoch werden schwere skelettale Fehlstellungen nicht schöngeredet. Wenn eine Operation medizinisch sinnvoll und funktionell notwendig ist, wird das offen angesprochen und fachlich sauber geplant.“
Kieferorthopäde Dr. Schneiderhan 

Gerade in Grenzfällen, in denen der Unterkiefer nur leicht zurück- oder vorgelagert ist, lässt sich häufig noch viel mit kieferorthopädischen Mitteln allein erreichen, selbst wenn kein Wachstum mehr vorhanden ist. Die knöcherne Lage der Kiefer selbst wird dadurch allerdings nicht wesentlich verändert. Sollte dies aus funktionellen oder ästhetischen Gründen nötig sein, ist eine Operation deshalb das geeignetere Verfahren. Die Aufgabe Ihres Kieferorthopäden oder Ihrer Kieferorthopädin ist deshalb, genau zu unterscheiden, wann eine konservative Lösung ausreicht und wann nicht.

Warum Profilkorrektur mehr ist als Ästhetik

Auch wenn viele Patienten und Patientinnen überwiegend wegen des Aussehens des Gesichtsprofils und der Wirkung des Kinns in unsere Praxis kommen, geht es bei Profilkorrektur immer auch um Funktion. Ein ungünstiges Kieferverhältnis kann das Abbeißen, Kauen, Sprechen oder den Lippenschluss beeinträchtigen und zu einer ungünstigen Belastung einzelner Zähne führen. Zudem kann es zu langfristigen funktionellen Problemen beitragen.

Eine gute Behandlung muss deshalb beides zusammen denken: Gesicht und Funktion. Es geht nicht nur darum, Zähne zu begradigen, sondern darum, Kieferentwicklung, Biss und Gesichtsprofil so zu behandeln, dass ein Ergebnis entsteht, das funktionell überzeugt und ästhetisch natürlich wirkt.

Häufige Fragen zur Profilkorrektur beim Kieferorthopäden

Kann eine Zahnspange das Profil eines Erwachsenen verändern?

Ja, durch die Bewegung der Frontzähne können sich auch Lippenposition und Profilwirkung verändern. Eine deutlich zu weit vor- oder zurückliegende knöcherne Kieferbasis kann eine Zahnspange nach abgeschlossenem Wachstum jedoch nicht vollständig korrigieren.

Benötigt eine Unterkieferrücklage immer eine Operation?

Nein. Entscheidend sind das Ausmaß der Rücklage, die Zahnstellung, die Funktion des Bisses und die Behandlungsziele. Leichtere Befunde können teilweise kieferorthopädisch kompensiert werden. Bei ausgeprägten skelettalen Fehlstellungen kann eine kombinierte Behandlung notwendig sein.

Kann ein fliehendes Kinn allein durch Kieferorthopädie korrigiert werden?

Das hängt von der Ursache ab. Liegt das Kinn wegen einer Unterkieferrücklage zurück, kann eine Behandlung im Wachstum oder später eine kombinierte Kieferbehandlung infrage kommen. Ist der Biss korrekt und nur das Kinn selbst zurückliegend, ist möglicherweise eine isolierte Kinnkorrektur die passendere Behandlung.

Ist eine digitale Vorher-Nachher-Simulation verbindlich?

Nein. Sie dient der Planung und Veranschaulichung. Das tatsächliche Ergebnis kann aufgrund der individuellen Reaktion von Knochen und Weichteilen von der Simulation abweichen.

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