Aktualisiert: 29.10.2025 | Lesezeit: 4 Minuten
Wir verabreden uns über E-Mail oder Whatsapp mit unseren Freunden, reservieren online den Tisch im Restaurant und bleiben in Verbindung mit weit entfernten Bekannten – längst hilft das Internet bei der Organisation des Alltags. Auch Arztpraxen werden immer mehr mit dieser Veränderung konfrontiert. Patienten wünschen sich nicht nur eine Website, auf der sie schnell alle Informationen nachlesen können, sie würden am liebsten auch gleich im Internet einen Termin vereinbaren oder ein Rezept bestellen.
Für Ärztinnen, Ärzte, Heilberufler:innen und ihre Mitarbeiter:innen führt das zu einigen Veränderungen.
Die Voraussetzungen für eine Online-Terminvereinbarung
Damit die Online-Terminvergabe funktioniert, müssen in der Praxis zunächst die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Verschiedene Anbieter haben dafür ganz unterschiedliche Systeme, sodass diese sich eigentlich in jedes bestehende Praxismanagement-System einfügen können.
In Ihrem ärzte.de-Profil können Sie mit wenigen Klicks einen Link zu Ihrer Online-Terminbuchungslösung einbinden. Wie das funktioniert: Online-Buchungslink kostenfrei ins Profil einfügen.
Voraussetzung ist, dass Sie sich bei ärzte.de registriert haben. Auch diese Registrierung ist kostenlos und mit dem neuen Login-Bereich bieten wir Ärztinnen, Ärzten, Heilberufler:innen und Kliniken exklusive Funktionen und Services.
Dennoch müssen Sie gemeinsam mit Ihrem Team überlegen, welche Anforderungen die Online-Terminvereinbarung erfüllen sollte. Anschließend ist ein ausführlicher Vergleich der einzelnen Programme nötig, bei denen auch die Kosten eine große Rolle spielen.
Zusätzlich sollten Sie bei der Auswahl einen sehr genauen Blick auf den Datenschutz werfen. Online vereinbarte Termine fallen unter die DSGVO. Die Patientendaten sollten also jederzeit geschützt sein. Im Zweifel kann Ihnen dabei der oder die Datenschutzbeauftragte weiterhelfen. Der von Ihnen gewählte Anbieter sollte außerdem alle Fragen zu diesem Thema umfassend beantworten und Unsicherheiten immer ernst nehmen.
Ist das System eingerichtet, benötigen Ihre Mitarbeiter:innen eine Einführung oder Schulung. Dabei sollten sie nicht nur die Bedienung lernen, sondern auch gleich klären, wie sie sich in die übrigen Aufgaben einfügt.
Die Vorteile der Online-Terminvereinbarung für Ihre Arztpraxis
Auf den ersten Blick bringen Online-Terminvereinbarungen vor allem Vorteile für Ihre Patientinnen und Patienten. Schließlich können diese zu jeder Uhrzeit und an sieben Tagen die Woche den nächsten Arztbesuch planen. Besonders junge Patient:innen, Patienten, Berufstätigte oder Hörgeschädigte beziehungsweise Gehörlose schätzen diesen Service. Gleichzeitig kann aber auch Ihre Praxis davon profitieren.
Spricht sich die Möglichkeit herum, bekommen Sie bald weniger Anrufe. Im Alltag bleibt mehr Zeit für andere Aufgaben. Zudem sind Sie dann auch für nicht-terminbezogene Anfragen besser erreichbar. Neue Patientinnen und Patienten haben online einen zusätzlichen, sehr direkten Zugang zu Ihrer Praxis. Möchten Sie einen Termin vereinbaren, ist dieser nur wenige Klicks entfernt. Oft werden Sie auch automatisch in der Arztsuche Ihres Tool-Anbieters gelistet, die im Idealfall schon bekannt ist. Durch das Herausstellen verschiedener Leistungen oder die Vergabe spezieller Termine können Sie außerdem beeinflussen, für welche Behandlungen Patientinnen und Patienten am ehesten zu Ihnen kommen.
No Shows – Verpassen Patienten öfter Termine, wenn Sie diese online buchen?
Ein schnell online vereinbarter Termin ist weniger verbindlich als in einem persönlichen Telefongespräch – so sehen das zumindest schon seit Jahren Gegner der Online-Terminvereinbarung. Tatsächlich konnten Untersuchungen bisher nicht zeigen, dass die online gewonnen Patientinnen und Patienten seltener erscheinen. Oft wurde sogar ein gegenteiliger Effekt beobachtet. In der Regel gehört zu der Termin-Software auch der Service von Erinnerungen. Einige Stunden oder Tage vor dem vereinbarten Zeitpunkt bekommen Patientinnen und Patienten eine E-Mail oder SMS, damit sie ihn nicht vergessen. Das kann später auch wiederholt werden - alles eine Frage der Einstellungen. Um „No Shows“ zu vermeiden, sollte es zudem möglich sein, den Termin online abzusagen oder zu verschieben. Bei vielen Systemen können (mehrmals) nicht erschienene Patientinnen und Patienten außerdem ausgeschlossen werden, sodass Sie Manipulationen vorbeugen können.
Fazit: Online-Terminvergabe – ja oder nein?
Die Online-Terminvereinbarung ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Nicht jede(r) Praxisinhaber:in ist in der Lage dazu oder möchte diesen leisten. Wer sich dafür entscheidet, verbessert allerdings nicht nur den Patientenservice, sondern kann auch von Arbeitsentlastung und Marketingeffekten profitieren. Vermutlich werden deshalb in Zukunft immer mehr Praxen eine Online-Terminvergabe einführen.
