Wissensspritze: Blutgruppen

Alternativtext: Eine mikroskopische Darstellung von roten Blutkörperchen in einem Blutgefäß. Die Blutkörperchen sind lebendig und in verschiedenen Positionen sichtbar, während sie durch das Gefäß strömen. Die Farben sind hauptsächlich rot und weiß. Verschiedene Blutgruppen

29 verschiedene Blutgruppensysteme sind heute bekannt. Das AB0-System und das Rhesus-System sind dabei immer noch die zwei wichtigsten und bekanntesten Systeme. Sie wurden vom Wiener Arzt Karl Landsteiner 1901 (AB0-System) und 1940 (Rhesus-Faktor) entdeckt.

Das AB0-System enthält die Phänotypen A, B, 0 und AB und ist das wichtigste Merkmal bei Bluttransfusionen. Jede Blutgruppe enthält dabei Antikörper gegen fremde Blutgruppen: Bei der Blutgruppe A besitzt das Blut Antikörper gegen die Blutgruppe B, die Blutgruppe B enthält Antikörper gegen die Blutgruppe A und die Blutgruppe 0 hat Antikörper gegen die Blutgruppe A und B im Blut. Die Blutgruppe AB besitzt keine Antikörper gegen Blutgruppe A oder B. Bei Bluttransfusionen ist deshalb genauestens auf die Kompatibilität der Blutgruppe und der Blutspende zu achten. Spender und Empfänger müssen beide dieselbe Blutgruppe besitzen – ansonsten kann das Blut verklumpen.

Den größten Bedarf an Blutspenden gibt es insbesondere für die Blutgruppen A und 0, da diese in Deutschland am meisten vorkommen. So haben rund 37 % der Deutschen die Blutgruppe A Rhesus positiv und etwa 35 % die Blutgruppe 0 Rhesus positiv. Auch Blutpräparate mit negativem Rhesusfaktor sind besonders wichtig: Denn Patienten mit rhesusnegativer Besonderheit können nur Blutspenden mit dem Rhesusfaktor negativ erhalten. Da der positive Rhesusfaktor dominant vererbt wird – rund 85% der Europäer besitzen einen positiven Rhesusfaktor -, ist der negative Rhesusfaktor mit 15 % in ganz Europa bei Blutspenden sehr gefragt.

Grafik zeigt die verschiedenen Blutgruppen im Vergleich
Blutgruppen im Vergleich | © Erstellt mit Google Gemini

 

 

Warum ist die Blutgruppe 0 Rhesus negativ so besonders?

Die Blutgruppe 0 Rhesus negativ wird fast von jedem Patienten vertragen und ist bei Notfällen besonders wichtig. Muss dem Patienten schnell neues Blut verabreicht werden und es ist keine Zeit für eine genaue Untersuchung, stellt die Blutgruppe 0 Rhesus negativ die beste Alternative dar. Sie kann im Notfall von allen Typen aufgenommen werden. Deshalb nimmt die Blutgruppe 0 Rhesus negativ einen hohen Stellenwert in der Blutversorgung ein. Allerdings haben nur 6 % der Deutschen diese Blutgruppe. Spender mit dieser Blutgruppe sind deshalb besonders wichtig.

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