Wenn der Körper Achterbahn fährt

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Viele besuchen es bereits seit Jahren, andere reisen aus aller Welt extra dafür an: Das Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt. Neben der berühmten bayerischen Maß Bier, dem Dirndl und der Lederhose ist es aber auch für seine zahlreichen Fahrgeschäfte bekannt. Allen voran: die Achterbahn. Sie polarisiert, viele lieben den Adrenalinkick, während sich anderen beim bloßen Gedanken an eine Fahrt sprichwörtlich der Magen umdreht.

Was genau passiert während einer Achterbahnfahrt in unserem Körper?

Durch scharfe Kurven, dann langsam nach oben, in einem Affenzahn wieder nach unten und ab in den Looping – während einer Achterbahnfahrt wirken enorme Kräfte auf den menschlichen Körper. Kein Wunder, dass den ein oder anderen dabei schon mal der Schwindel oder sogar die Übelkeit packt.

Diese körperlichen Reaktionen beim Achterbahnfahren werden durch das Zusammenspiel von Auge, Innenohr und Gehirn ausgelöst. Während unser Körper fest im Sitz verankert ist, ist er gleichzeitig zahlreichen Sinneseindrücken ausgeliefert und kann die eigene Geschwindigkeit nicht mehr richtig einschätzen.

Das Gleichgewichtsorgan ist schuld am Schwindel

Das Gehirn erhält bei einer Fahrt mit der Achterbahn unterschiedliche Informationen von den einzelnen Organen. So meldet das Auge bei Betrachten des Vordermanns keine Bewegung, wohingegen das Gleichgewichtsorgan im Innenohr die Bewegung des Achterbahnwaggons registriert und dies als Signal an das Gehirn sendet.

Im Innenohr befinden sich die sogenannten Bogengänge, welche mit Lymphflüssigkeit gefüllt sind. Wird diese Flüssigkeit zum Beispiel durch das Fahren eines Loopings durcheinandergebracht, hat das Auswirkungen auf unser Gleichgewichtsempfinden und es dreht uns im wahrsten Sinne des Wortes. Weil die Flüssigkeit so träge ist, kann das Schwindelgefühl eine kurze Zeit andauern, auch wenn die Fahrt bereits vorbei ist

Gleichzeitig setzt der Körper durch den Nervenkitzel die Stresshormone Adrenalin und Cortisol frei. Diese Hormone sollen im Gefahrfall das Überleben sichern und führen zu einer erhöhten Herzfrequenz und einer Aktivierung der körpereigenen Energiereserven. Aber auch Endorphine werden ausgeschüttet, was zu einem verstärkten Glücksempfinden führen kann.

Schwindel und Übelkeit vorbeugen

So mancher Achterbahnfahrer bereut seine Entscheidung bereits kurz nach dem Start. Im schlimmsten Fall rebelliert dann auch noch der Magen. Das liegt unter anderem daran, dass die Areale des Hirns, die für Schwindel und für Erbrechen verantwortlich sind, dicht nebeneinander liegen.

Leider ist es dann bereits zu spät. Da man aus einer fahrenden Achterbahn schlecht aussteigen kann, sollte man einen festen Punkt mit den Augen fixieren, um dem Schwindel vorzubeugen und die Fahrt erträglicher zu machen.

Ist das Fahren mit der Achterbahn überhaupt gesund?

Es gibt eine gute Nachricht: Selbst wenn Sie zu jenen Achterbahnbesuchern zählen, denen die Fahrt auf den Magen schlägt, reguliert sich die Übelkeit im Normalfall bald wieder. Allerdings sollten Sie die Sicherheitsvorschriften des jeweiligen Fahrgeschäfts in jedem Fall einhalten.

Ist die Achterbahn für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet, sollten diese auch nicht damit fahren. Auch unter Alkoholeinfluss sollte man die Achterbahn lieber meiden, vor allem wenn man eh schon taumelt. Alkohol kann die Wechselwirkungen mit dem Gleichgewichtsorgan nur noch mehr verstärken. Besondere Vorsicht ist bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen geboten: Betroffene sollten auf eine wilde Fahrt mit der Achterbahn lieber ganz verzichten oder sich vorher die Meinung eines Arztes einholen.