Unfallschutz im Home Office: Wann sind Sie versichert?

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Vom Bett direkt zum Schreibtisch, so sieht der Arbeitsweg seit Beginn der Pandemie immer öfter aus. Doch was passiert eigentlich, wenn man sich auf dem kurzen Weg die Zehen bricht? Oder beim Kaffeeholen in der Küche die Hand verbrüht?

Auch im Home Office oder bei der mobilen Arbeit kommt es zu kleinen und größeren Unfällen. Wann dabei der gesetzliche Unfallschutz greift, wurde im Juni 2021 neu geregelt.

Kleinlich? Warum der Versicherungsschutz im Home Office wichtig ist

Die wenigsten von uns beschäftigen sich im Alltag mit Paragrafen und Versicherungen. Übernimmt der Unfallschutz die Kosten beim Arzt nicht, zahlt eben die eigene Krankenkasse. Spätestens bei schwerwiegenden Unfällen kann das aber zum Problem werden.

Eventuell fallen Sie länger aus, brauchen eine Reha oder sogar Rentenzahlungen. Dann kann es plötzlich sehr wichtig sein, wer die Kosten übernimmt und was alles abgedeckt ist. Experten forderten deshalb schon lange eine Anpassung der Gesetzeslage. Denn vor 2021 waren ArbeitnehmerInnen im Home Office oder bei der mobilen Arbeit deutlich schlechter gestellt als ihre KollegInnen im Büro.

Wann fällt ein Unfall im Home Office unter den Unfallschutz?

Seit 2021 steht es eindeutig im Gesetz: Der gesetzliche Unfallschutz gilt im Home Office „im gleichen Umfang wie bei der Ausübung der Tätigkeit auf der Unternehmensstätte". Ein Urteil des Bundessozialgerichts Ende 2021 geht sogar noch einen Schritt weiter. Auch Wege unmittelbar zur Ausübung der Tätigkeit fallen unter die gesetzliche Unfallversicherung. Das Gericht gab dem Kläger dabei Recht, der auf dem Weg zu seinem Schreibtisch die Treppe heruntergestürzt war.

Dennoch ist beim Unfallschutz im Home Office immer der Einzelfall entscheidend. Zunächst muss die Frage geklärt werden: Ist der Unfall wirklich als Teil Ihrer Tätigkeit passiert oder doch eher in der Freizeit? Feste Arbeitszeiten können dabei helfen. Sitzen Sie etwa immer gegen 7 Uhr mit der ersten Tasse Kaffee am Schreibtisch und wollten Sie auch an diesem Montag dorthin (die Absicht ist laut Gericht der wichtigste Faktor), ist der Sachverhalt ziemlich klar. Schwieriger wird es, wenn sie die Zeiten im Home Office flexibel gestalten. Zwischen zwei Telefonaten die Wäsche aufhängen, kurz das Mittagessen in den Ofen schieben und nach dem Abendessen noch schnell eine wichtige Mail schreiben, die Vorteile des Home Office machen es oft schwer berufliche und private Tätigkeiten voneinander abzugrenzen. Das gilt auch für die Versicherung.

Übrigens: Der Weg vom Schreibtisch in die Küche oder zur Toilette sind Teil des gesetzlichen Unfallschutzes. Ihre Handlungen dort sind allerdings reine Privatsache. Das gilt sowohl im Home Office als auch an der Arbeitsstätte. Das Beispiel mit der verbrühten Hand würde also nicht unter den gesetzlichen Unfallschutz fallen.

Gute Nachrichten für Eltern

Statt im Schlafanzug an den Rechner heißt es für Eltern oft erst mal die eigenen Kinder zur Betreuung bringen. Fahren Sie danach direkt zur Arbeit ist der Rückweg von der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert. Das gilt seit 2021 auch für Home Office und mobile Arbeit.