So werden aus Kindern Gemüseliebhaber

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Kinder können stur sein – besonders wenn es um’s Essen geht. Verhaltensmuster festigen sich schnell. Festgefahrene Situationen wie einen täglichen Kampf am Mittagstisch in eine entspanntere Richtung zu bringen, kann viele Nerven kosten – muss es aber nicht. Der ÄRZTE.DE Gesundheitsratgeber Beitrag zum Thema Kinder und Gemüse weiß Rat:

Gemüse und Obst sind gesund – Das steckt drin

Gemüse und Obst sind gesund, ist ja klar. Als Vitaminlieferanten schlechthin, bieten sie dem Körper außerdem Mineral- und Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Diese können unter anderem ernährungsbedingten Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Zudem werden Kalorien gespart aufgrund des hohen Wassergehalts. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel können da nicht mithalten.

Fünf volle Hände – Die Ernährungspyramide für Kinder

Die Ernährungspyramide für Kinder ist der optimale Leitfaden für eine gesunde Lebensweise in Sachen Essen und Trinken. Als Maß gilt eine kindliche volle Hand. Sie entspricht einer Portion und wächst idealerweise parallel zu den täglichen Bedürfnissen mit.

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Fünf Portionen Gemüse und Obst täglich -davon zu zwei Teilen Obst und zu drei Teilen Gemüse – schlägt das Bundeszentrum für Ernährung vor. Es sollte dabei in so vielseitiger Weise wie möglich angeboten werden, also etwa roh, gekocht oder gegart und als Saft. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind dennoch entscheiden darf, wie viel es während einer Mahlzeit isst. So kann das natürliche Sättigungsgefühl möglichst gut erhalten bleiben.

Das „Ampelsystem“ kann auch hier als Orientierung helfen. Um Obst und Gemüse möglichst ausgewogen anzubieten, sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder täglich rote, gelbe und grüne Lebensmittel essen und diese ganz selbstverständlich in den täglichen Essensplan einbauen.

 

 

Obst und Gemüse im Alltag

Kleine Köche – mehr Kinder an den Herd!

Viele Eltern beobachten bei besonders wählerischen Kindern kleine Erfolge, wenn diese am Kochprozess beteiligt wurden. Schon Kleinkinder können Zutaten hinzugeben, umrühren oder mit einem Kindermesser weiche Lebensmittel „schneiden“. Selbstverständlich nur unter ständiger Aufsicht. Kindergartenkinder sollten bereits an der Ideenfindung mitwirken können. Welches Gericht wollen wir heute zubereiten? Was brauchen wir dafür? Wo können wir die Lebensmittel kaufen? Ein Besuch auf dem Wochenmarkt vermittelt ihnen so auch ein Gespür für saisonale Produkte und zeigt, wo Lebensmittel herkommen und weshalb es so wichtig ist, sie wertzuschätzen.  

Zuhause geht es dann ans Werk. Vom Waschen des Gemüses über die Bereitstellung aller benötigter Utensilien: Kinder lernen, dass hinter ihrer Mahlzeit Arbeit steckt. Erstaunlich ist: Egal wie das Gericht letztlich schmeckt und sei es noch so gesund – die Kinder werden es lieben, denn es ist „ihr“ Essen. Selbstkochen bindet kleine Köche emotional an ihre Mahlzeit und sie schätzen sie besser wert.

Ein Griff in die Trickkiste – ÄRZTE.DE Tipps

So werden auch besonders sture Kinder zu Obst- und Gemüseliebhabern:

  • Kennen Sie „Zoodles?“ Diese Nudeln aus Gemüse wie Zucchini, Kohlrabi oder Süßkartoffeln sehen nicht nur bunt aus, sie sind auch richtig gesund! Ist Ihr Kind davon noch nicht überzeugt, können Sie die Gemüsenudeln unter Getreidenudeln mischen.

  • Der Satz „Bäh, das esse ich nicht!“ fällt häufig am Mittagstisch? Anstatt zu erklären, weshalb es wichtig ist, Gemüse zu essen, können Sie testen, wie es wirkt gar nicht auf die Weigerung zu reagieren. Vielen Kindern nehmen Sie so den Wind aus den Segeln. Mit sachlichen Argumenten erreichen Eltern in Sachen Essen oft nicht viel. Manchmal basiert der Kampf zu Tisch auf dem Versuch, zusätzliche Aufmerksamkeit zu erhalten. Respektieren Sie das „Nein“ des Kindes unkommentiert. So verstärken Sie das Verhalten nicht weiter und wer weiß - in der nächsten Woche kann schon alles anders sein.

  • Das Prinzip der künstlichen Verknappung kennen Sie vermutlich bereits. „Na, wenn du das nicht magst, kann ich das ja essen. Das schmeckt mir sehr gut!“ Kleine Kinder sind dafür besonders empfänglich.

  • „Flavour-Flavour-Learning“, ein Begriff aus der Ernährungspsychologie, vermittelt einen neuen Geschmack mithilfe eines bereits bekannten. Ihr Kind mag gerne Ketchup? Geben Sie einen kleinen Klecks Ketchup auf die nächste Gemüsemahlzeit. Langfristig kann das dazu führen, dass Ihr Kind das Gemüse letztlich ohne die Tomatensauce isst. Bei kleinen Mengen Ketchup fällt auch der hohe Zuckergehalt wenig ins Gewicht.

  • Die Scheu vor unbekannten Geschmäckern ist Kindern in die Wiege gelegt. Dennoch sollten Kinder jedes Gericht wenigstens probieren. Dies hilft, diese Neophobie zu überwinden. Zudem entfalten sich die Geschmacksknospen im Wachstum erst Stück für Stück. Was letzten Monat scheußlich geschmeckt hat, könnte nun gut schmecken. Versuchen Sie, keinen Zwang aufzubauen. Ein Ratespiel etwa kann Neues interessant machen. „Du bist ein Forscher auf Entdeckungsreise und probierst unbekannte Dinge. Was glaubst du, wonach das schmeckt?“