Schilddrüse – die lebenswichtige Hormondrüse im Überblick

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Fahren Sie mit Ihren Finger über den Hals, ist der Kehlkopf leicht zu ertasten. Auch die Lymphknoten können sie erfühlen, besonders wenn Sie bei einer Erkältung anschwellen. Die Schilddrüse dagegen hält sich bedeckt. Sie liegt direkt unter der Haut, schmiegt sich an die Luftröhre und kann in der Regel nicht erfühlt werden.

Mit 20 bis 60 Gramm ist sie sehr klein und ein echtes Leichtgewicht. Dennoch übernimmt sie eine entscheidende Aufgabe in unserem Körper – die immer wieder gestört wird. Schilddrüsenerkrankungen sind deshalb weit verbreitet.

Die wichtigen Hormone der Schilddrüse

Die Schilddrüse produziert gleich mehrere wichtige Hormone. Kalzitonin wird in den sogenannten C-Zellen gebildet und meist nicht zu den Schilddrüsen-Hormonen gezählt. Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) dagegen schon. Sie entstehen direkt in den Follikelepithelzellen mithilfe von Jod, das dem Körper von außen zugeführt werden muss. Von der Schilddrüse wandern T3 und T4 ununterbrochen ins Blut und werden an die Stellen transportiert, an denen sie gerade gebraucht werden.

So beeinflussen sie zahlreiche Funktionen in unserem Körper, etwa die Verdauung, den Stoffwechsel, den Schlaf oder auch die Psyche. Bei Kindern unterstützen sie außerdem das Wachstum.

Erkrankungen der Schilddrüse

Der Ablauf in der Schilddrüse ist entscheidend für viele Funktionen unseres Körpers – er kann aber auch leicht gestört werden. Schilddrüsenerkrankungen gelten deshalb als Volkskrankheit und betreffen viele Patienten.

Knoten und Kropf

Knoten in der Schilddrüse bleiben oft unentdeckt, auch eine Vergrößerung, Kropf oder Struma genannt, zeigt sich häufig erst spät. Beide entstehen vor allem durch Jodmangel oder in Zusammenhang mit anderen Schilddrüsenerkrankungen. Eindeutig erkannt werden Knoten oder Kropf bei einer Ultraschall-Untersuchung.

Bei einer anschließenden Szintigrafie kann außerdem ermittelt werden, welche Bereiche der Schilddrüse besonders viel oder wenig aktiv sind. Je nach dem unterscheidet der Arzt zwischen heißen, überaktiven Knoten und kalten, wenig oder gar nicht aktiven Knoten. Die Behandlung hängt aber vor allem von der Ausprägung ab. So ist etwa eine Medikamenteneinnahme, die Einnahme von Jod oder auch eine operative Entfernung des betroffenen Gewebes denkbar.

Überfunktion der Schilddrüse

In einigen Situationen braucht der Körper mehr T3 und T4, etwa bei Kälte, im Wachstum oder während einer Schwangerschaft. Doch produziert die Schilddrüse dauerhaft zu viel, kann das zu Problemen führen. Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion, auch Hyperthyreose, können sein:

  • Gewichtsverlust
  • Ruhelosigkeit
  • übermäßiges Schwitzen
  • Durchfall
  • beschleunigter Puls

Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion kann zum Beispiel eine Autonomie sein, bei der einzelne Teile der Schilddrüse zu viel T3 und T4 produzieren. Auch die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow kann dahinterstecken. Daneben gibt es noch andere, weitaus seltenere Auslöser.
Alle können aber gut behandelt werden. So können Medikamente helfen, die die Hormonproduktion der Schilddrüse eindämmen. Zusätzlich ist auch eine Radiojodtherapie oder eine Operation, bei der die Schilddrüse entfernt wird, möglich.

Unterfunktion der Schilddrüse

Produziert die Schilddrüse zu wenig T3 und T4 liegt eine Schilddrüsenunterfunktion, auch Hypothyreose genannt, vor. Der Stoffwechsel verlangsam sich und es können unterschiedliche Symptome auftreten:

  • Gewichtszunahme
  • schnelles Frieren
  • Abgeschlagenheit
  • Gedächtnisschwäche
  • depressive Verstimmungen
  • chronische Verstopfung
  • verminderte Potent

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren sein oder durch eine Entzündung ausgelöst werden. Auch die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, kann die Ursache sein. Um dem Mangel entgegenzuwirken können die fehlenden Hormone eingenommen werden. Die Tablettentherapie muss lebenslang erfolgen, denn die Ursachen werden durch sie nicht behandelt.