Ohne Schweiß kein Preis? – Sechs Fakten über das Schwitzen

Nahaufnahme einer verschwitzten Stirn und Augenpartie eines Mannes mit nassen Haaren, die an der Stirn kleben. Schwitzen verstehen: Ursachen, Fakten & Tipps gegen Stress-Schweiß

Ist Ihnen folgende Situation bekannt? Sie treffen sich zur ersten Verabredung mit einem wirklich umwerfenden Menschen oder haben endlich den Mut den Chef auf die Gehaltserhöhung anzusprechen. Und dann, binnen Sekunden, sind sie klatschnass geschwitzt. Besonders Hände, Füße und Stirn zeigen deutlich, dass Sie sich gerade unwohl fühlen.

Stress-Schwitzen nennt sich das und ist damit die unangenehmste Form des Schwitzens. Sie zeigt sich, wenn die Hormone Adrenalin und Noradrenalin auf den Plan treten und den Körper in den „Fight or Flight“-Modus bringen, also kämpfen oder fliehen. So ist er bereit reflexartig zu reagieren. Es ist natürlich wünschenswert, dass weder das eine noch das andere nötig ist während einer Verabredung.

Hier finden Sie sechs weitere wissenswerte Fakten über das Schwitzen:

1. Warum schwitzt der Mensch?

Normalerweise ist das Schwitzen die körpereigene Klimaanlage und damit äußerst effektiv. Es reguliert die Temperatur und gibt via Verdunstung überschüssige Wärme ab.

Es kommt also nicht darauf an, wie viel Schweiß tatsächlich produziert wird, eher wie viel davon „verdampfen“ kann, das hängt mit dem Luftdruck zusammen. Deshalb ist unser Kühlsystem auch dann am wirkungsvollsten, wenn starker Wind bläst.

2. Wie sind die Schweißdrüsen verteilt?

Praktisch am ganzen Körper finden sich kleine Schweißdrüsen, insgesamt etwa zwei bis vier Millionen Stück. Besonders viele an Fußsohlen (600/cm2), Handflächen und Stirn. Am wenigsten davon übrigens am Oberschenkel (100/cm²).

3. Schwitzen Menschen im Norden und Süden gleich?

Es ist in der Tat vom Standort abhängig, wie viel jemand schwitzt. Wer aus wärmeren Regionen kommt, hat mehr Schweißdrüsen, als jemand aus kälteren Gefilden. Je heißer es ist, desto mehr muss der Körper regulieren.

4. Männer schwitzen mehr, stimmt das?

Ja, das stimmt. Und Schuld daran ist das Hormon Testosteron. Es öffnet die Schweißkanäle und lässt Männer daher schneller und mehr schwitzen. Östrogen hingegen schließt sie.

Das erklärt auch die Schweißausbrüche während der Wechseljahre, in welchen der Östrogenspiegel sinkt und das Testosteron steigt.

5. Schweiß als Duftstoff

Ein weiterer Zweck des Schwitzens ist die Signalwirkung durch Pheromone (Sexualduftstoffe). Vor allem im Tierreich spielt das eine Rolle. Duftdrüsen helfen beispielsweise auch Säuglingen beim Auffinden der Milchdrüse.

6. Warum riecht Schweiß unangenehm?

Was die wenigsten wissen: Schweiß an sich ist geruchlos. Deshalb riecht frischer Schweiß auch erst mal nach nichts. Bakterien auf der Haut erzeugen dann aber beim Zersetzen des Schweißes stinkende Abbauprodukte.

Das gilt allerdings nicht für die Pubertät. Da kann es hormonell bedingt passieren, dass sogar frischer Schweiß riecht.

Übrigens: Vögel oder auch Nagetiere können nicht schwitzen, besonders Kaninchen tun sich schwer und brauchen deshalb besonders viel Schatten im Sommer.

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