Meniskusriss: Unterstützende Maßnahmen zur OP bei Kniebeschwerden

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Ein Meniskusriss (Meniskusruptur) gehört zu den häufigsten Ursachen von Kniebeschwerden. Diese Verletzung entsteht primär bei Senioren und bestimmten Berufsgruppen, wie zum Beispiel Handwerkern, langsam durch Verschleiß. Oft sind hiervon außerdem Sportler aller Altersgruppen betroffen, bei denen eine Verdrehung des Knies eine Meniskusverletzung auslösen kann.

Betroffene berichten meist von starken Schmerzen, sowie einer eingeschränkten Beweglichkeit und Belastbarkeit des Knies. Hinzu kommen häufig eine Schwellung durch einen Gelenkerguss und ein instabiles Gefühl beim Laufen. Je nach Ausprägung und eventuellen Begleitverletzungen, wie einem Kreuzbandriss oder dem Alter der Patienten, wird eine Meniskusruptur entweder konservativ von einem Physiotherapeuten oder operativ behandelt.

Konservative Behandlung – Physiotherapie bei einem Meniskusriss

Wenn nur kleinere Einrisse in gut durchbluteten Bereichen vorliegen, kann eine konservative Behandlung bei dieser Verletzung weitaus sinnvoller sein. Wie erfolgreich dies allerdings zu einer Linderung der Schmerzen führt, hängt stark vom Ausmaß der Meniskusverletzung und eventuellen Vorschäden ab. Bevor der Patient jedoch wieder mit leichtem Sport anfangen kann, ist ein Zeitraum von zwei bis drei Monaten Pause mehrheitlich nötig.

Wie Alexandros Swoch, Experte im Bereich Physiotherapie, erklärt, wird zu Beginn der konservativen Therapie mit passiven Übungen aus der Krankengymnastik gearbeitet. In den ersten drei bis vier Wochen soll der Patient noch keine Dreh- oder Stoßbewegungen auszuführen, um den Meniskus noch nicht voll zu belasten. Der Physiotherapeut führt deshalb ohne Mithilfe des Behandelnden dessen Kniegelenk.

Nachdem der Meniskusriss wieder teilweise verheilt ist, beginnt der aktive Teil der Behandlung. In dieser Phase führt der Patient einen individuellen Trainingsplan aus, mit dessen Hilfe die Wiederherstellung der Mobilität des Knies erreicht werden soll. Verlaufen diese Dehn-, Muskelaufbau- und Balanceübungen gut, kann nach acht Wochen wieder mit leichtem Sport, wie Schwimmen und Joggen, begonnen und nach drei bis vier Monaten wieder Kontaktsportarten ausgeübt werden.

Übungen aus der Krankengymnastik

Um die Schmerzen bei einem Meniskusriss zu lindern und das Knie wieder zu stabilisieren, nutzen Physiotherapeuten meist die folgenden Dehn-, Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen:

  • Stärkung der Muskulatur – Der Patient sitzt grade auf einem Stuhl. Dabei beschwert er seinen Knöchel mit einem Gewicht. Dazwischen kann alternativ auch ein Buch geklemmt werden. Um die Übung auszuführen, werden nun die Beine gerade nach vorne gehoben, bis die maximale Streckung erreicht wird.
  • Stabilisierung des Standbeines – Hierbei stellt sich der Patient gerade auf ein Bein. Das Andere befindet sich dabei in der Luft, während anschließend versucht wird, die Balance für 15 Sekunden zu halten. Danach werden die Beine gewechselt. Um die Übung zu erschweren, können dabei die Augen geschlossen werden.
  • Verbesserung der Streckung – Bei dieser Übung liegt der Patient auf dem Rücken. Unter dem verletzten Knie liegt eine Handtuchrolle, das gesunde Bein wird schräg gestellt. Nun zieht der Betroffene die Zehenspitzen an und drückt dabei das verletzte Knie in das Handtuch, als ob er mit der Kniekehle den Boden berühren wollte.
  • Stabilisierung des Kniegelenks – Hierbei steht der zu Behandelnde aufrecht auf einem glatten Untergrund (z.B. Parkett oder Fliesen). Unter dem gesunden Fuß befindet sich ein Handtuch, das während der Übung kontrolliert nach hinten geschoben wird. Hierbei verbleibt das Gewicht auf dem Standbein.

Operation eines Meniskusrisses

Bei einem komplizierten Riss an einer schlecht durchbluteten Zone oder einem kompletten Durchriss des Meniskus ist fast immer eine Operation nötig. In den meisten Fällen kann dies dank minimalinvasiver Verfahren ambulant durchgeführt werden. Mögliche OPs bei einem Meniskusriss sind:

  • Eine Naht, die den gerissenen Meniskus verbindet
  • Eine (Teil-)Entfernung des verletzten Meniskus
  • Eine Transplantation, bei der der verletzte Meniskus ersetzt wird.

Entscheidend bei einer Operation ist, dass die Behandlung früh erfolgt, da dadurch die Heilungschancen verbessert und Folgeschäden verhindert werden können.

Krankengymnastik nach der Meniskusoperation

Nach einer OP muss der Patient zusätzlich eine krankengymnastische Behandlung durchlaufen, um in seinem Alltag wieder mobil und beschwerdefrei agieren zu können. Physiotherapeuten beginnen meistens noch am Tag der Operation mit der Rehabilitationsphase. Bei einigen Verfahren, wie das Einsetzen einer Meniskusnaht oder einem Meniskustransplantat, kann aber auch eine längere Schonphase nötig sein.

In der ersten Phase werden primär abschwellende Verfahren wie die Lymphdrainage, sowie sanfte Anspannungsübungen für die Waden- und Oberschenkelmuskulatur genutzt. Dies soll den Blutfluss anregen, eine Thrombose verhindern und die Heilung beschleunigen.

Danach folgt ein Gangtraining mit Gehhilfen, mit anschließenden Übungen zur Mobilisation der Kniescheibe und zur Beugung und Streckung des Gelenks. Zudem wird in dieser Phase das Narbengewebe behandelt, um einer verminderten Elastizität und Verklebungen vorzubeugen.

Im letzten Abschnitt der Krankengymnastik geht es primär darum, das Knie wieder an Belastungen zu gewöhnen, damit der Patient seine Beweglichkeit zurückerhält. Dazu werden unter Anleitung eines Physiotherapeuten Kräftigungs-, Dehnungs- und Mobilisationsübungen ausgeführt.

Je nach Verletzung ist die Dauer der Krankengymnastik hierbei individuell und hängt hauptsächlich vom Alter, dem Operationsverfahren und der Schwere der Verletzung ab. In der Regel benötigt die vollständige Genesung nach einer Meniskusoperation zehn bis zwölf Wochen.