Mann vs. Frau – Welche Unterschiede gibt es wirklich?

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Männer sind das starke, mutige Geschlecht. Frauen sind vorsichtiger und schwächer. Diese Rollenklischees sind fest in unseren Köpfen verankert, ob wir wollen oder nicht. Denn von klein auf werden sie uns vorgelebt. Oftmals geschieht das unbewusst, wenn Kindergärtner und Lehrer zum Beispiel überwiegend Frauen sind. Oder wenn die Männer in der Familie handwerkliche Aufgaben erledigen, während die weiblichen Mitglieder den Haushalt schmeißen. Doch wie ist das eigentlich medizinisch gesehen? Gibt es wirklich deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Den größten Unterschied kennt tatsächlich jedes Kind: Frauen können Kinder bekommen und Männer nicht. Das führt automatisch dazu, dass ihre Körper verschieden aufgebaut sind und andere Vor- bzw. Nachteile mitbringen. Welche das sind, sieht man am besten an zwei Übungen.

Das können Frauen besser

Übung 1: Knien Sie sich auf den Boden und setzen sich auf Ihren Füßen ab. Nun beugen Sie sich leicht nach vorne und legen die Unterarme auf den Boden. Die Ellenbogen sollten Ihre Knie berühren. Ihre ausgestreckte Hand markiert den Punkt, an dem Sie eine Streichholzschachtel aufrecht hinstellen.

Jetzt legen Sie die Hände auf den unteren Rücken und versuchen, die Streichholzschachtel mit der Nase umzustoßen; natürlich ohne mit dem Kopf den Boden zu berühren.

Für Frauen ist diese Gleichgewichts-Übung in der Regel kein Problem, doch für Männer ist sie eine echte Herausforderung. Der Grund: Sie haben einen anderen Körperschwerpunkt. Ihre breiten Schultern bilden gemeinsam mit relativ schmaler Taille und Hüfte ein großes V. Der Schwerpunkt liegt daher meist im oberen Drittel des Rückens. Frauen dagegen haben eher eine Sanduhrform, mit breiten Schultern und Hüften aber einer schmalen Taille. Ihr Schwerpunkt liegt damit im unteren Rücken oder im oberen Teil des Gesäßes. Der tiefere Körperschwerpunkt kommt ihnen bei dieser Übung zu Gute, denn damit können sie beim nach vorne Beugen das Gleichgewicht besser halten.

Frauen haben aber auch noch einen weiteren Vorteil: Durch Ihre geringe Muskelmasse sind sie beweglicher. Sehnen, Gelenke und Bänder sind dehnbarer und erleichtern damit komplizierte Bewegungsabläufe., zum Beispiel beim Klettern oder beim Turnen.  

Hier haben Männer die Nase vorn

Übung 2: Für Klimmzüge brauchen wir nur eine hohe Stange und ausreichend Muskelkraft. Ziel ist es, das Kinn über die Stange zu heben, ohne mit den Füßen den Boden zu berühren.

Für die meisten Männer ist das auch untrainiert keine große Herausforderung. Viele Frauen scheitern aber an der Übung. Der Unterschied ist sogar so groß, dass Klimmzüge bei einigen Berufen wie etwa bei der Feuerwehr oder der Polizei kein Aufnahmekriterium mehr für Frauen sind.

Über den Grund dafür wurde lange gerätselt. Da der gesamte Körper nach oben gehoben werden muss, kann die Schwierigkeit eigentlich nichts mit dem Körperschwerpunkt zu tun haben. Fehlende Muskelmasse ist allerdings auf jeden Fall eine plausible Erklärung. Denn Frauen haben evolutionsbedingt einen größeren Körperfett- und einen geringeren Muskelanteil als Männer. Sie müssen also länger trainieren, um einen schwereren Körper mit vergleichsweise weniger Kraft hochzuheben.

Gleichzeitig beginnt bei Mädchen die Pubertät einige Jahre vorher. Deshalb stoppt ihr Wachstum früher und sie sind im Verhältnis meist kleiner als ausgewachsene Jungen. Durch die kleineren Hände haben sie oft einen schlechteren Griff an der Stange und müssen mehr Kraft aufwenden.

Frauen vs. Männer - Klischees erfüllt?

Sie kennen eine Frau, die locker zehn Klimmzüge schafft, oder einen Mann, der die Streichholzschachtel ohne Probleme mit der Nase umstößt? Das ist gar nicht so verwunderlich. Denn medizinisch gesehen ist jeder Mensch einzigartig. Er bringt seine eigenen Gene und Veranlagungen mit und kann diese auch beeinflussen. Zudem wird für die oben genannten Unterschiede stark vereinfacht. Um Männer und Frauen zu vergleichen, greifen wir oft auf Durchschnittswerte zurück. Eine trainierte Frau kann aber deutlich mehr Muskelmasse besitzen als ein unsportlicher Mann oder auch einfach größer sein. Auch kann das Gewicht den Körperschwerpunkt beeinflussen.

Fakt ist also: Jeder – ob männlich oder weiblich – bringt seine eigenen Defizite mit und kann sie auch beeinflussen. Willenskraft und das richtige Training reichen meist aus, um sie zu überwinden; ob sie nun geschlechterspezifisch sind oder nicht.