Kopfschmerz hat viele Gesichter

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Haben Sie gelegentlich Kopfschmerzen? Damit sind Sie nicht allein! Etwa 70 Prozent der Deutschen brummt ab und zu der Schädel. Kopfschmerz ist aber nicht gleich Kopfschmerz. Etwa 180 verschiedene Ausprägungen sind bereits bekannt. Eines haben die verschiedenen Kopfschmerzarten aber gemeinsam: Das Gehirn selbst ist nie die Ursache. Das liegt daran, dass sich in diesem Organ gar keine Schmerzrezeptoren befinden. Allerdings können Kopfschmerzen auf zahlreiche andere Ursachen zurückgeführt werden.

Sie können entweder unabhängig oder als Symptom einer Erkrankung auftreten. Entstehen sie infolge einer Krankheit, werden sie als symptomatisch oder sekundär bezeichnet. In einigen Fällen können sie sogar als Leitsymptom auf eine möglicherweise gefährliche Erkrankung hinweisen. Aber auch verstopfte Atemwege bei einer Erkältung oder eine Sehschwäche können Kopfschmerzen auslösen. Wenn keine Erkrankung als Ursache ausgemacht werden kann, spricht man vom idiopathischen oder auch primären Kopfschmerz. Zu diesem zählen auch die beiden häufigsten Kopfschmerzarten Spannungskopfschmerz und Migräne.

Spannungskopfschmerz

Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzart überhaupt. Etwa 29 Millionen Deutsche leiden unter dieser Ausprägung, die sich meist durch einen dumpfen, manchmal auch ziehenden Schmerz von leichter bis mittelstarker Intensität im gesamten Kopfbereich äußert. Der Bereich rund um Stirn und Augen ist oft am stärksten davon betroffen.

Eine genaue Ursache dieser Schmerzen konnte wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen werden. Allerdings wird davon ausgegangen, dass sie auf muskuläre Verspannungen im Nacken- und Rückenbereich zurückzuführen sind. Diese können zum Beispiel durch langes Sitzen, Stress oder auch durch Zähneknirschen ausgelöst werden. Um Spannungskopfschmerzen loszuwerden, benötigen Sie meist keine Schmerzmittel. Einfache Methoden können helfen, die Muskulatur wieder zu entspannen und so dem Kopfschmerz entgegenzuwirken. Lassen Sie sich zum Beispiel massieren oder greifen Sie zu Wärmflasche und ätherischen Ölen (z. B. Pfefferminzöl).

Migräne

Nach Spannungskopfschmerzen ist Migräne die zweithäufigste Kopfschmerzart. Sie tritt vor allem bei Erwachsenen auf, aber auch Kinder können in seltenen Fällen darunter leiden. Im Vergleich zum eher drückenden Spannungskopfschmerz, der in der Regel den gesamten Kopfbereich betrifft, treten die Schmerzen bei Migräne pulsierend oder pochend, meist aber nur einseitig auf. Auch hinsichtlich der Bewegung lassen sich deutlich Unterschiede zwischen Migräne und Spannungskopfschmerzen erkennen. So kann ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft gegen Spannungskopfschmerzen Wunder bewirken – bei Migräne werden sich die Beschwerden dadurch aber eher verschlechtern.

Die mäßigen bis starken Kopfschmerzen sind aber nur eines der möglichen Symptome bei Migräne. Hinzu kommt die Überempfindlichkeit gegen Geräusche, Licht und Gerüche sowie weitere unangenehme Begleiterscheinungen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Einige Zeichen können auf einen bevorstehenden Migräneanfall hinweisen. Dazu zählen unter anderem Heißhunger oder die Veränderung der Stimmung des Betroffenen. In manchen Fällen kündigt eine sogenannte „Aura“ den Migräneanfall an. Dieses Phänomen kann bis zu eine Stunde andauern und mit Symptomen wie Sehstörungen, Augenflimmern oder dem Gefühl von Taubheit einhergehen.

Was aber hilft nun gegen Migräne? Ist eine Migräne bei Ihnen bekannt, kann es helfen, Anfällen vorzubeugen. Individuelle Prophylaxemaßnahmen sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt ab. Dazu zählen neben bestimmten Medikamenten auch nicht medikamentöse Methoden wie Ausdauersport, Entspannungsverfahren oder Akupunktur. Hat Sie die Migräne jedoch bereits kalt erwischt, sollten Sie Ihrem Körper Ruhe und Entspannung gönnen. Bewegung verstärkt meist nur die Beschwerden. Gegen die häufig vorkommende Überempfindlichkeit hilft es außerdem, sich in einen ruhigen Raum zurückzuziehen und diesen abzudunkeln. Erzielen diese Maßnahmen keine Besserung, kann in Absprache mit einem Arzt zu Medikamenten wie Schmerzmitteln gegriffen werden.

Sollte man bei Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen?

Einen Arzt sollten Sie in jedem Fall aufsuchen, wenn

  • sich Kopfschmerzen, die bereits einige Male aufgetreten sind, verstärken
  • Kopfschmerzen das erste Mal auftreten
  • bekannte Kopfschmerzen häufiger auftreten, als üblich.

Insbesondere Kopfschmerzen bei Kindern sollten lieber von einem Arzt untersucht werden. Verabreichen Sie Ihrem Kind auf keinen Fall ein Schmerzmittel, ohne vorher Rücksprache mit einem Arzt gehalten zu haben!

Bei Schmerzmitteln ist Vorsicht geboten

Auch Erwachsene müssen bei Schmerzmitteln einiges beachten. Viele setzen bei Kopfschmerzen auf schmerzstillende Präparate, die unter Apothekenpflicht zum Teil auch ohne ein ärztliches Rezept erworben werden können. Problematisch ist, dass diese Schmerzmittel zwar für eine gewisse Zeit den Schmerz unterdrücken können, allerdings nicht die Ursache des Problems beseitigen und zum Teil auch unangenehme Nebenwirkungen hervorrufen können.

Denn obwohl Schmerzmittel als einfache und schnelle Lösung gegen Kopfschmerzen gelten, können sie auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Paradoxerweise kann Kopfschmerz sogar als Nebenwirkung der meisten Schmerzmittel auftreten. Aber auch der Magen kann unter der Einnahme von Ibuprofen und Co. leiden. Die Folge können Magenschmerzen, Durchfall oder Übelkeit sein, bei einer längeren Anwendung im schlimmsten Falle sogar Magenblutungen oder ein Magendurchbruch. Ein Magenschoner kann helfen, diesen Nebenwirkungen vorzubeugen. Werden Schmerzmittel für mehr als nur ein paar Tage eingenommen, sollte daher in jedem Fall Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.