Huch, ein Wackelzahn! – Leitfaden für Eltern

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An ihre eigenen Wackelzähne erinnern sich die meisten Eltern noch. Gut und gerne werden in solchen Momenten teils dramatische Geschichten ausgepackt, etwa jene, von an Fäden gebundenen Wackelzähnen und Türklinken. Andere denken lieber daran zurück, wie sie am Abend aufgeregt im Bett lagen und auf die Zahnfee gewartet haben.

So läuft der Zahnwechsel ab

Im Alter von vier bis sieben Jahren verlieren Kinder ihren ersten Milchzahn, meist zum sechsten Geburtstag. Bis alle neuen Zähne nachgewachsen sind, vergehen jedoch ungefähr sechs Jahre.

Wussten Sie, dass die Zähne genau in der Reihenfolge ausfallen, in der sie einst gewachsen sind? Je früher die ersten Zähne kamen, umso früher fallen sie auch wieder aus. Das erklärt, weshalb Mädchen stolz ihren ersten Wackelzahn meist etwas früher präsentieren können. Lange bevor Ihr Kind jedoch etwas davon mitbekommt, sind die bleibenden Zähne bereits im Kiefer angelegt. Für die meisten Kinder verläuft der Zahnwechsel schmerzfrei. Das liegt daran, dass sich die Wurzeln der Milchzähne aufgelöst haben. So können sie von den bleibenden Zähnen einfach aus dem Kiefer herausgeschoben werden. Die bleibenden Zähne weisen einen doppelt so dicken Zahnschmelz auf, wie die Milchzähne. Bis der Schmelz die Zähne richtig schützen kann, dauert es jedoch etwa drei Jahre, denn er muss erst aushärten. In dieser Zeit sind die Zähne besonders kariesgefährdet.

Ein Milchgebiss ohne Karies ist sicherlich die beste Basis für gesunde bleibende Zähne. Karies kann sich während des Durchbrechens auch auf die bleibenden Zähne übertragen, weshalb eine umfassende Zahnhygiene im Milchzahnalter unerlässlich ist. Werden bei einer Kontrolluntersuchung Karies oder andere Erkrankungen des Mundraums diagnostiziert, sollten Sie Ihr Kind jedoch keinesfalls schimpfen. Kinder können meist nichts für ihre schlecht geputzten Zähne oder Karies. Lob für Dinge, die es gut gemacht hat, vermittelt ihm ein gutes Gefühl. So kann in einem Gespräch die Relevanz der Mundhygiene neu vermittelt werden. Es hat sich gezeigt, dass sich viele Kinder damit leichter tun und ihre Zähne daraufhin bewusster putzen. Außerdem bleibt dann auch der Zahnarztbesuch in guter Erinnerung.

Wann zum Zahnarzt?

  • Manchmal entzündet sich das Zahnfleisch an der Stelle des Zahnwechsels. Hilft leichtes Putzen nicht weiter, sollte besser ein Zahnarzt darauf gucken.
  • Will ein Milchzahn nicht ausfallen, sollte mittels Röntgenbild geprüft werden, ob ein bleibender Zahn angelegt ist oder eine Wurzel nicht aufgelöst wurde.

 

Zahnfee

 

Die Zahnfee – eine gute Hilfe?

Die Zahnfee kann Kinder in dieser aufregenden Zeit begleiten und ihnen Mut zusprechen. Der Zahnwechsel findet in einer Phase statt, in der der gesamte Körper des Kindes stark wächst. Er sollte daher auch im Zusammenhang mit den Veränderungen des Körpers und der Seele betrachtet werden. Die neuen Zähne symbolisieren immerhin auch einen großen Sprung zu mehr Selbstständigkeit.

Ursprünglich amerikanische Folklore, ist die Zahnfee mittlerweile auch in Deutschland eine Tradition. Sie sammelt die Milchzähne unter dem Kopfkissen und hinterlässt ein Dankeschön. Vielleicht stellt sie dem Kind sogar eine Urkunde für seine Tapferkeit aus. Vielen Kinder nimmt die Zahnfee die Angst vor dem Zahnarzt und motiviert zu guter Zahnpflege, etwa mit Tipps zum Zähneputzen in einem Brief.

Ideen für die Familientradition

Ein Brief bietet eine greifbare Spur der ansonsten unsichtbaren Zahnfee. Damit der Zahn gut aufbewahrt und stolz immer wieder vorgezeigt werden kann, empfehlen sich kleine Döschen. Wer anstelle eines Geldstücks lieber kleine Geschenke unters Kopfkissen legen möchte: Wie wäre es mit Playmobil- oder Legofiguren, Seifenblasen, Murmeln, Pixibücher, Haarspangen, oder kleinen Autos als Dankeschön der Zahnfee?

Wer holt die Zähne in anderen Ländern ab?

Im romanischen Sprachraum kommt die Zahnmaus und holt sich das Zähnchen, ähnlich wie in Russland. Japanische Kinder werfen die Zähne des Unterkiefers unter die Veranda, die des Oberkiefers auf das Hausdach. In der Schweiz holt eine Ameise die verlorenen Zähne und lässt dafür ein Geldstück da. Eine schöne Tradition gibt es auch in Polen: Dort pflanzen Kinder ihren ersten Milchzahn im Garten ein, damit die neuen gut nachwachsen.