Gehirnerschütterung: Das sollten Sie zum Schädel-Hirn-Trauma wissen

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Ein Schlag gegen den Kopf beim Boxen, ein Sturz vom Fahrrad oder eine Kollision mit der offenen Schranktür – stoßen wir uns heftig den Kopf, kann das eine Gehirnerschütterung auslösen. Besonders gefährdet sind Sportler, aber auch im Haushalt oder im Alltag kommt es häufig zu einem leichten Schädel-Hirn-Trauma.

In der Regel entstehen dadurch keine dauerhaften Schäden. Behandeln und beobachten sollten Sie eine Gehirnerschütterung dennoch.

Das passiert bei einer Gehirnerschütterung

Dass ein heftiger Schlag gegen den Kopf eine Gehirnerschütterung auslösen kann, liegt am Aufbau unseres Schädels. Um das Gehirn zu schützen, ist es vom Schädelknochen umgeben und schwimmt im Nervenwasser. Kleinere Kollisionen werden dadurch gut abgefangen. Wird unser Kopf allerdings zunächst beschleunigt und dann abrupt gestoppt, wie es etwa bei einem Sturz passiert, kann das Nervenwasser die Bewegung nicht mehr abfedern. Das Gehirn stößt gegen die Schädelwand und es entsteht eine Prellung.

Von außen ist das nicht immer zu erkennen. Auch wenn Kopfhaut oder Schädelknochen nicht verletzt sind, kann eine Gehirnerschütterung vorliegen. Stattdessen zeigt sie sich durch andere deutliche Symptome.

Die Symptome einer Gehirnerschütterung

Erstes Anzeichen einer Gehirnerschütterung ist meist eine kurze Bewusstlosigkeit. Hinzu kommen Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Außerdem treten meist Gleichgewichtsstörungen und Schwindel auf. Häufig kann sich der Betroffene nicht an den Unfall und die Zeit unmittelbar danach erinnern. Manchmal betreffen die Erinnerungslücken auch die Zeit davor.

Seltener kann eine Gehirnerschütterung Empfindlichkeit gegenüber Licht oder Geräuschen auslösen. Alle Symptome des Schädel-Hirn-Traumas können verzögert auftreten. Einige Patienten bemerken die Beschwerden erst 12 Stunden nach dem Vorfall. Deshalb ist es besonders wichtig, Betroffene nach einem Schlag oder Sturz auf den Kopf zu beobachten.

Diagnose der Gehirnerschütterung

Auch wenn eine Gehirnerschütterung oft harmlos verläuft, sollte sie von einem Arzt behandelt werden. Er kann nicht nur eine klare Diagnose stellen, sondern auch weitere Verletzungen des Gehirns ausschließen. Schwellungen oder ein gesteigerter Hirndruck können so erkannt werden, bevor größere Schäden auftreten.

Für die Diagnose spricht der Arzt zunächst mit dem Patienten über den Unfallhergang. Einfache Fragen etwa zu Namen, Alter oder Wochentag helfen, den Grad der Beeinträchtigung festzustellen. Zusätzlich kann der Arzt die Reaktion auf Reize testen. In vielen Fällen ordnet er anschließend ärztliche Beobachtung an. Besteht der Verdacht auf Knochenbrüche oder weitere Hirnschäden können zusätzliche Untersuchungen, etwa Röntgen oder ein CT, nötig werden.

Behandlung einer Gehirnerschütterung

Nach einem Schädel-Hirn-Trauma braucht das Gehirn Ruhe – und das am besten sofort. Betroffene sollten deshalb ihre aktuelle Tätigkeit unterbrechen und Sportwettbewerbe auf keinen Fall beenden. Schwindelanfälle oder Bewusstlosigkeit können auch noch nach dem eigentlichen Auslöser auftreten. Deshalb sollten Sie sich nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf mit erhöhtem Oberkörper hinlegen oder setzen. Zudem sollte immer jemand bei Ihnen sein, um auf die eventuell noch auftretenden Symptome zu reagieren.

Nach einem Arztbesuch und einer eventuellen ärztlichen Beobachtung halten Sie am besten einige Tage Bettruhe ein. Lesen und Fernsehen sind in dieser Zeit nicht möglich. Gegen die Beschwerden helfen Schmerzmittel und eventuell ein Medikament gegen Übelkeit. Auch danach müssen Sie es noch ein paar Wochen langsam angehen und große Anstrengungen vermeiden. In seltenen Fällen können die Symptome einer Gehirnerschütterung mehrere Monate lang anhalten. In der Regel vergehen sie aber nach ein paar Wochen ohne Folgeschäden.