Flohsamen – Hausmittel bei Durchfall und Verstopfung

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Stress, eine fremde Umgebung oder Wetterumschwünge, viele Kleinigkeiten im Alltag wirken sich auf unsere Verdauung aus. Die meisten Menschen leiden deshalb mindestens einmal im Leben an Durchfall oder Verstopfung, ohne dass eine gesundheitliche Ursache wie Viren oder Bakterien zu erkennen wären. Hier kann Flohsamen helfen.

Was ist Flohsamen?

Auf den ersten Blick sind die kleinen schwarzen Samen recht unspektakulär. Tatsächlich werden Flohsamen in Indien und im Iran schon seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt. Sie stammen vom indischen Spitzwegerich; einer Pflanze, die mit unserem heimischen Spitzwegerich verwandt ist.

Woher der ungewöhnliche Name stammt, ist wohl nicht mehr genau nachzuvollziehen. Manche glauben, dass die kleinen schwarzen Punkte auf den ersten Blick wie Flöhe aussehen. Andere meinen auch, es hätte mit einer Besonderheit der Pflanze zu tun. Sind die Flohsamen reif, öffnet sich die Fruchtkapsel und sie springen in die Höhe. Das könnte aussehen, wie der Sprung eines Flohs.

Das eigentliche Heilmittel sind nicht die Samen selbst, sondern ihre Schalen. Sie bestehen zu einem großen Teil aus Schleimstoffen und Ölen. Als Pulver eingenommen entfalten diese ihre volle Wirkung.

Wie wirken Flohsamen?

Das Besondere an Flohsamen ist ihre Konsistenz. Sie können von unserem Darm nicht verarbeitet werden. Stattdessen saugen sie sich mit Flüssigkeit voll und quellen auf. Das vergrößert den Darminhalt und regt die Verdauung an. Denn der Darm möchte die große Menge schnell weitertransportieren.

Gleichzeitig machen die fetten Öle im Flohsamen den Darminhalt geschmeidiger. Der Stuhl gleitet leichter durch den Darm und wird besser ausgeschieden. So reguliert Flohsamen die Darmflora und sorgt für einen regelmäßigen, leichteren Stuhlgang.

Bis die Wirkung einsetzt, dauert es meist 12-24 Stunden. Manchmal kann es aber auch mehrere Tage brauchen.

Flohsamen bei Verstopfung

Bei Verstopfung greifen wir meist zu einem Abführmittel aus der Apotheke. Studien haben allerdings gezeigt, dass Flohsamen ebenso wirksam sein kann. Mit viel Wasser eingenommen unterstützt er die Verdauung. Die Öle machen den Stuhl zudem geschmeidiger und weicher.

Dabei sorgt der Flohsamen auf natürliche Art für Linderung. Er unterstützt lediglich die Vorgänge im Darm. Typische Nebenwirkungen wie Nährstoffmangel sind nicht zu befürchten. Anders als bei Abführmitteln gibt es auch keine Beschränkungen, wie lange Sie Flohsamen einnehmen dürfen. Haben Sie regelmäßig Beschwerden, können Sie auch täglich auf das Hausmittel setzen, um sie dauerhaft zu lindern.

Flohsamen bei Durchfall

Das Erstaunliche an Flohsamen ist, dass er sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall hilft. Denn die kleinen Schalen binden das überschüssige Wasser im Darm und sorgen für einen besseren Stuhlgang. So reguliert sich der Darm ganz von selbst.

Auch bei schweren, chronischen Durchfallerkrankungen kann Flohsamen helfen, denn es tritt kein Gewohnheits-Effekt ein. Er kann täglich eingenommen werden und die Beschwerden lindern.

Hier kann Flohsamen ebenfalls helfen

Eine nachgewiesene Wirkung haben Flohsamen bei

  • Reizdarmsyndrom
  • Hämorrhoiden und Analfissuren (zum Aufweichen des Stuhls)
  • unspezifischen Durchfällen (Kurzdarmsyndrom, HIV-Patienten, etc.)
  • Beschwerden in der Schwangerschaft

Daneben gibt es aber auch noch viele andere Beschwerden, bei denen Flohsamen helfen soll. Eine neue Studie beschäftigte sich zum Beispiel mit der Wirkung des Hausmittels auf das Metabolische Syndrom. Die Kombination aus Übergewicht, hohem Blutzucker, Bluthochdruck und einem erhöhten Cholesterinspiegel ist schwer zu behandeln. Durch die vielen Medikamente haben Betroffene mit vielen Nebenwirkungen zu kämpfen. Erste Ergebnisse zeigen, dass Flohsamen dabei helfen kann.

Außerdem sollen Flohsamen beim Abnehmen helfen, Cholesterin binden und sogar vor Darmkrebs schützen. Erwiesen sind viele der Wirkungsweisen allerdings noch nicht.

Was muss ich bei der Einnahme von Flohsamen beachten?

Als Pulver sind Flohsamen am wirksamsten. Zudem müssen sie immer mit einer größeren Menge Wasser eingenommen werden. Am besten Sie lösen das Pulver in einem Glas Wasser auf und trinken gleich noch ein weiteres nach. Auch den Rest des Tages sollten Sie viel trinken. Mindestens 1,5 Liter Wasser, Tee oder verdünnte Fruchtsäfte sind nötig, damit die Schalen ordentlich quellen und abtransportiert werden können.

Da Flohsamen ein natürlicher Stoff ist, hat er nicht viele Nebenwirkungen. Am Anfang kann es zu Blähungen, Krämpfen und Druckgefühl kommen. Nach einiger Zeit nimmt das aber wieder ab. Einige Patienten zeigen allerdings auch eine allergische Reaktion.

Sollten Sie Schnupfen, Bindehautentzündungen oder Hauterscheinungen bemerken, sollten Sie die Flohsamen nicht weiterhin einnehmen. Meist ist das aber nur bei nicht-gereinigten Samen der Fall.

Hatten Sie schon mal einen Darmverschluss, leiden Sie unter einer Verengung des Magens oder der Speiseröhre oder haben Sie einen schwer einstellbaren Diabetes sollten Sie ebenfalls auf Flohsamen verzichten.

In einigen Fällen kann das Hausmittel auch die Aufnahme von Medikamenten im Darm verhindern. Deshalb sollten Sie beides nicht zusammen einnehmen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt darüber, ob Flohsamen wirklich das richtige Mittel für Sie sind.