Erste Hilfe bei Verbrennungen

Ein medizinisches Fachpersonal mit blauen Einweghandschuhen verbindet die Hand einer Person. Die Hand ist mit einem weißen Verband umwickelt. Im Hintergrund sind unscharf eine Pflanze und rote Aktenordner zu sehen.

Die Hand an der Ofentür, eine kleine Kerzenflamme oder das spritzende Teewasser: Verbrennungen sind schnell passiert; bei Kindern aber auch bei Erwachsenen. Sie zählen zu den häufigsten Haushaltsunfällen und sollten richtig behandelt werden. Dabei spielt vor allem die Schwere der Verletzung eine Rolle:

  • Bei Verbrennungen ersten Grades sind nur die oberen Hautschichten betroffen. Sie röten sich, schmerzen und können anschwellen. Dazu zählt zum Beispiel auch ein Sonnenbrand.

  • Verbrennungen zweiten Grades betreffen auch die tieferen Hautschichten. Es kann, neben den Symptomen des ersten Grades, zusätzlich zu einer Blasenbildung kommen.

  • Ab dem dritten Grad von Verbrennungen kommt es zu tiefen Verletzungen und der Zerstörung aller Hautschichten bis hin zum Absterben des Gewebes (Nekrose). Die Haut färbt sich gelb-weißlich bis schwarz und verhärtet. Schmerzen treten in diesem Bereich nicht mehr auf, da auch die Nervenzellen zerstört wurden.

Neben dem Verbrennungsgrad ist aber auch die Größe entscheidend. Als Faustregel gilt: Alle Verletzungen, die die Größe der eigenen Handfläche nicht übersteigen und zwischen dem ersten und zweiten Grad liegen, können zunächst selbst behandelt werden. Bei großflächigen Verbrennungen sollte sofort ein Arzt hinzugerufen werden. Besonders für kleine Kindern, aber auch für Erwachsene drohen die Auskühlung und ein Schock.

Die 4 ersten Schritte bei einer Verbrennung oder Verbrühung

  1. Hitzequelle entfernen!

    Meist lässt uns schon der Instinkt von einer Hitzequelle zurückzucken, sodass kein weiterer Schaden entstehen kann. Hat sich die Kleidung vollgesogen, zum Beispiel mit heißem Wasser, sollte diese zudem ausgezogen werden.

    Brennende Kleidungsstücke oder Haare sollten Sie so schnell wie möglich löschen, beispielsweise mit einer Decke.
    Klebt der Stoff allerdings an der Wunde fest, sollte der Betroffene ihn anbehalten, um weitere Verletzungen zu vermeiden.

    Wichtig: Bei starken Verbrennungen, wie oben beschrieben, anschließend den Notruf wählen!
  2. Kühlen?

    Kühlen hat eine schmerzlindernde Wirkung und soll – zumindest, wenn es unmittelbar auf die Verbrennung erfolgt – verhindern, dass weitere Hautschichten beschädigt werden.

    Allerdings stören Verbrennungen auch die Hautbarriere und damit die Wärmeregulation des Körpers. Deshalb gilt: Nur die betroffene Stelle kühlen und auf keinen Fall den Rumpf.

    Bei großflächigen Verbrennungen besser auf das Kühlen verzichten und den Betroffenen warmhalten, zum Beispiel mit einer Rettungsdecke.
  3. Pflaster oder Verband?

    Kleine, oberflächliche Verbrennungen können an der Luft trocknen.

    Ist die Haut dagegen stärker beschädigt, kann sie sich leicht entzünden. Dann sollten Sie sie mit einer sterilen Kompresse abdecken. Notfalls tut es auch ein sauberes Kleidungsstück oder Tuch, bis der Arzt da ist.
  4. Da bleiben!

    Besonders bei schweren Verbrennungen könnte der Betroffene unterkühlen oder einen Schock bekommen. Bleiben Sie in der Nähe, lagern Sie seine Beine nach oben und beobachten Sie ihn sehr genau.

    Sollte er das Bewusstsein verlieren oder die Atmung stoppen, können Sie so sofort erste Hilfe leisten, etwa mit der stabilen Seitenlage oder einer Beatmung.

Verbrennungen behandeln

Verbrennungen ersten Grades, die nur eine kleine Fläche bedecken, können Sie zu Hause selbst behandeln. Gegen die Schmerzen helfen Brandsalben oder kühlende Gels. Anschließend unterstützen Pflegeprodukte wie fettende Salben oder Cremes die Heilung. Möchten Sie die Wunde von einem Arzt untersuchen lassen, sollten Sie diese aber nicht sofort anwenden. Die überdeckende Schicht macht es schwerer, die Verbrennung zu beurteilen. Zudem könnte sie bei tiefer gehenden Verletzungen Infektionen auslösen. Aus dem gleichen Grund sollten auch keine Hausmittel, wie Zahnpasta oder Mehl, verwendet werden.

Auch Brandblasen sollten nicht geöffnet werden. Sie heilen geschlossen gut ab und es können keine Keime eindringen. Manchmal saugt der Arzt jedoch Flüssigkeit ab, zum Beispiel bei starken Schmerzen.

Verbrennungen und Verbrühungen vermeiden

Ein bis drei Sekunden bei 65 bis 70 Grad Celsius reichen aus, um die Haut eines Erwachsenen zu verbrennen. Bei Kindern liegt die Schwelle etwa bei 50 Grad Celsius. Am besten ist es also, zu große Hitze zu meiden und richtig vorzubeugen:

  • Bleiben Sie bei offenem Feuer, zum Beispiel Kerzen, Lagerfeuer, Kaminofen, immer in der Nähe und behalten Sie Kinder im Blick!
  • Gehen Sie verantwortlich mit Feuer und heißen Gegenständen um und bringen Sie auch Kindern den richtigen Umgang bei!
  • Ihr Warmwasser sollte auf eine angenehme, nicht zu hohe Temperatur eingestellt werden.
  • Temperatur von Speisen, Getränken oder anderen heißen Gegenständen vorsichtig prüfen.
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