Erste Hilfe bei Schürfwunden

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Wir stürzen auf dem Schotterweg, fallen im Wald vom Fahrrad oder stolpern gegen die Rauputz-Wand - vermutlich hat jeder diese eine furchtbare Schürfwunden-Geschichte, an die er ungern zurückdenkt. Doch auch schon kleine Abschürfungen der Haut können starke Schmerzen verursachen.

In unserer obersten Hautschicht befinden sich besonders viele Nervenenden. Werden diese verletzt, entsteht eine schmerzende Wunde mit unregelmäßigen Rändern. In der Regel heilt diese nach wenigen Wochen wieder ab. Dennoch sollte sie möglichst schnell behandelt werden.

Die richtige Behandlung bei Schürfwunden

Schürfwunden können nur oberflächlich sein, lediglich die oberste Hautschicht betreffen und leicht bluten. Sie können aber auch tiefer gehen, verschmutzt sein oder starke Blutungen verursachen. In jedem Fall sollten sie alle behandelt werden.

Wann zum Arzt?

Viele Schürfwunden können Sie zuhause behandeln. Sind sie sehr tief, bluten besonders stark oder nehmen eine große Fläche der Haut ein, sollte ein Arzt dennoch lieber einen Blick darauf werfen. Das gleiche gilt, wenn Splitter oder Glas in der Wunde stecken, die eventuell tiefer reichen könnten. Ziehen Sie diese heraus, könnte die Blutung sehr viel stärker werden. Damit sie sofort behandelt werden kann, sollte das Entfernen in einer Arztpraxis übernommen werden.

Heilt die Wunde schlecht ab, ist gerötet und geschwollen oder bildet sich Eiter, hat sie sich entzündet. Dann sollten Sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen, um die weitere Behandlung abzusprechen.

Schürfwunden selbst behandeln

Bei einer kleinen, nur leicht blutenden Schürfwunde, wie sie wahrscheinlich jeder schon mal hatte, können Sie die Behandlung auch selbst übernehmen.

  1. Ziehen Sie Handschuhe an, um die Wunde nicht zu verschmutzen.
    Auch Pusten wird nicht empfohlen, selbst wenn es vielen Kindern den Schmerz nehmen kann. Durch die Atemluft gelangen eventuell Bakterien in die offene Wunde.

  2. Werfen Sie einen Blick auf die Wunde und schätzen Sie ab, ob ein Arzt nötig ist.

  3. Starke Verschmutzung, wie Erde oder kleine Steinchen, sollten Sie entfernen. Nutzen Sie dafür am besten lauwarmes Leitungswasser und eine Pinzette. Lassen es die Schmerzen zu, können Sie starke Verschmutzungen auch mit einem Waschlappen oder einer Zahnbürste entfernen.

  4. Kleinere, oberflächliche Wunden müssen nicht unbedingt desinfiziert werden. War die Schürfwunde aber verdreckt oder geht tiefer, sollten Sie ein Wunddesinfektionsmittel auftragen, um eine Entzündung zu vermeiden.

  5. Zum Schluss decken Sie die Schürfwunde mit einem Pflaster oder Wundverband ab. Sie sollten jeden Tag gewechselt werden, bis sie nicht mehr nässt und sich ein fester Schorf gebildet hat. Danach kann sie an der Luft ausheilen.

  6. Bei einer Schürfwunde sollten Sie außerdem zur Sicherheit den Tetanus-Impfschutz prüfen. Dieser muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden und kann auch akut erneuert werden.

Ist die Heilung an der Luft nicht besser?

Viele glauben, Schürfwunden heilen ohne Pflaster und Verband schneller. Schließlich bildet sich so meist nach kürzerer Zeit eine feste Kruste. Die nässende Wunde hat aber durchaus einen Zweck. Durch die Flüssigkeit entfernt der Körper abgestorbenes Gewebe und eventuell eingedrungene Keime. Trocknet die Wunde zu schnell aus, bleiben diese eventuell zurück und können unter der Kruste eine Entzündung auslösen. Zudem reisst der erste Schorf schnell ein, etwa durch die Bewegung, wodurch die Schürfwunde erneut aufbricht.

So können Sie die Heilung der Schürfwunde unterstützen

Wundsalben, Sprays oder Puder, die die Heilung beschleunigen sollen, sind nicht zu empfehlen. Sie können die Abwehrkräfte unter Umständen bremsen oder Allergien auslösen. Stattdessen sollten Sie die offene und nässende Wunde sauber halten. In den nächsten Tagen bildet sich eine Kruste, die zum Schutz dient, bis die neue Haut nachgewachsen ist.

Diesen Schorf sollten Sie nicht abkratzen. Das könnte die Heilung verhindern und das Risiko einer Narbe erhöhen. Auch längere Zeit im Wasser, etwa beim Schwimmen, sollten Sie vermeiden. Dabei könnte die Kruste aufweichen. Das Waschen oder Duschen ist problemlos möglich.