Die Leber – ein oft unterschätztes Organ

Ein cartoonartig gezeichneter Leber mit traurigem Gesichtsausdruck, müde aussehenden Augen und einer Sauerstoffmaske. Die Leber sieht krank aus. Leber schützen: Funktionen, Gefahren & Behandlungsmöglichkeiten

Die Leber und der Abbau von Alkohol sind untrennbar miteinander verbunden. Schließlich ist sie das einzige Organ, das diese Aufgabe übernehmen kann. Was viele nicht wissen: Sie hat auch noch viele andere Funktionen in unserem Körper und ist damit überlebensnotwendig.

Die Hauptaufgaben der Leber

Als zentrales Stoffwechselorgan verwertet die Leber einen Teil unserer Nahrung. Zudem filtert und reguliert sie viele Bestandteile in unserem Blut und versorgt alle Organe mit Nährstoffen. Dafür übernimmt sie drei Hauptaufgaben:

  • Energie speichern und bereitstellen
    Kohlenhydrate und Fette versorgen unseren Körper mit viel Energie. Damit diese jederzeit zur Verfügung stehen, werden sie in der Leber zunächst umgewandelt und dann eingelagert. Benötigt unser Körper Energie, können die Reserven wieder freigelassen und genutzt werden.
  • wichtige Proteine herstellen
    Unsere Zellen und auch verschiedene Gewebe bestehen aus Proteinen und werden regelmäßig erneuert. Damit das funktioniert, wird das Eiweiß aus der Nahrung im Dünndarm zunächst in Aminosäuren aufgespalten. Anschließend kann die Leber daraus eine ganze Reihe, lebensnotwendiger Proteine herstellen.
  • das Blut reinigen
    Unser Blut wird immer wieder von giftigen körpereignen oder von außen zugeführten Stoffen verunreinigt. Die Leber filtert diese heraus und wandelt sie chemisch um. Dann können sie über Niere oder Galle und Darm ausgeschieden werden.

Daneben hat die Leber noch viele weitere Funktionen in unserem Körper. Sie speichert zum Beispiel Vitamine und Spurenelemente (z. B. Zink, Eisen, Kupfer, Magnesium). Außerdem übernimmt sie einen wichtigen Teil bei der Aktivierung von Hormonen und unterstützt das Immunsystem beim Kampf gegen Viren und Bakterien.

Infografik Aufgaben der Leber
Was passiert genau in der Leber? | © Erstellt mit Google Gemini

 

Gefahren für die Leber

Toxine, wie Alkohol oder bestimmte Medikamente, können der Leber schaden. Auch Hepatitis-Viren, Übergewicht und Störrungen des Stoffwechsels können zu Erkrankungen des Organs führen. Seltene Autoimmunerkrankungen richten sich sogar direkt gegen seine Zellen. Obwohl die Erkrankungen der Leber sehr unterschiedlich sind, haben sie in der Regel die gleichen Folgen. Wird das Organ dauerhaft geschädigt, werden immer mehr Zellen zerstört. Über die Jahre vernarbt das Gewebe. Das kann bis zu einer vollständigen Vernarbung, der sogenannten Leberzirrhose, führen und sogar Leberkrebs auslösen. Werden die Probleme allerdings frühzeitig erkannt, lassen sich die Folgen oft verhindern.

Die Diagnose dafür ist erst mal schwierig. Anders als viele Organe kann die Leber kein Schmerzsignal aussenden, um Patienten frühzeitig zu warnen. Stattdessen sind die Symptome eher unspezifisch: Veränderungen des Stuhls oder Urins, Appetitverlust und ständige Müdigkeit können zum Beispiel erste Anzeichen sein. Auch Ekel gegen bestimmte Speisen, Nasenbluten und Blutergüsse und eine Gelbfärbung von Haut oder Augen gehören zu den möglichen Warnsignalen. Sollten Sie oder Ihr Arzt eine Lebererkrankung vermuten, werden deshalb zuerst die Leberwerte ermittelt. Klassischerweise gehört dazu der Gamma-GT-, der GOT- und der GPT-Wert. Sind diese erhöht, deutet das daraufhin, dass in der Leber schädliche oder ungünstige Prozesse ablaufen.

Erhöhte Leberwerte

Die erhöhten Werte sagen uns noch nicht, ob oder inwieweit die Leber geschädigt ist. Sie sind aber ein erster Hinweis, dass Sie etwas unternehmen sollten. Im besten Fall ermittelt ein Gastroenterologe die Ursache und schlägt eine geeignete Behandlung vor. Die kann je nach Erkrankung ganz unterschiedlich sein.

  • Hepatitis-Erkrankungen
    Die verschiedenen Hepatitis-Viren (A, B, C, D und E) sind vollkommen unterschiedlich. Unser Körper ist ihnen aber natürlich nicht schutzlos ausgeliefert. Sollte das Immunsystem beim Bekämpfen der Viren Hilfe brauchen, können es außerdem verschiedene Behandlungen unterstützen. Je nach Hepatitis-Art kann die Erkrankung der Leber so geheilt oder zumindest eingedämmt werden.
  • Fettleber
    Eine Fettleber kann durch Alkohol, durch andere Gifte, aber auch durch Übergewicht ausgelöst werden. Wichtig ist deshalb, dass der Arzt die genauen Gewohnheiten der Patienten abfragt; auch wenn Ihnen die Fragen unangenehm erscheinen sollten. Ist die mögliche Ursache gefunden, sollten Sie sie in Zukunft meiden und Ihr Verhalten anpassen.
  • Autoimmunerkrankungen
    Bei Autoimmunerkrankungen, wie PBC, PSC und Autoimmunhepatitis, greift das Immunsystem die eigene Leber an. Die Ursache dafür ist noch unklar, deshalb gibt es auch keine Heilung. Allerdings kann die Beschädigung des Organs hinausgezögert oder sogar gestoppt werden.
  • Stoffwechselstörrungen
    Durch Erb- oder Stoffwechselkrankheiten können bestimmte Prozesse in der Leber gestört werden. Dadurch wird zum Beispiel zu viel Eisen (Hämochromatose) oder Kupfer (Morbus Wilson) eingespeichert, was langfristig großen Schaden anrichten kann. Die Erkrankungen können meist nicht geheilt, aber zumindest die Beschwerden eingedämmt werden.
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:
Frau während einer kosmetischen Laserbehandlung im Gesicht. Eine Fachkraft führt ein Lasergerät über die Wangenpartie, während die Patientin mit geschlossenen Augen auf einer Behandlungsliege liegt.

Aktualisiert am: 13.10.2026

Laserbehandlung im Gesicht: Was ist vor dem Termin wichtig? Informieren Sie sich über geeignete Verfahren, mögliche Risiken, Hautreaktionen & Nachsorge.

Illustration eines orangefarbenen Gehirns auf der linken Seite und eines verdrehten Darms auf der rechten Seite, verbunden durch Pfeile, die den wechselseitigen Einfluss darstellen. Im Hintergrund sind schematische Verbindungen von Molekülen zu sehen.

Aktualisiert am: 02.10.2026

Schon lange wissen wir: Die einzelnen Systeme in unserem Körper arbeiten alle zusammen und beeinflussen sich so gegenseitig. Neu im Fokus der Wissenschaft sind Darm, Gehirn und die unzähligen kleinen Bakterien, die in uns leben.

Eine Frau schläft mit Schlafmaske und Duftdiffuser.

Aktualisiert am: 18.09.2026

Was steckt hinter Sleepmaxxing? Verbreitete Methoden, Studienzahlen und warum Schlafoptimierung selbst zum Stressfaktor werden kann.