Die 5 wichtigsten Fragen zu Generika

Eine Frau mit langen, dunklen Haaren steht in einer Apotheke und hält zwei verschiedene Medikamentenpackungen in den Händen. Sie trägt ein weißes Oberteil und scheint die Informationen auf den Verpackungen zu lesen. Generika: Definition, Wirkung, Nachteile

In der Apotheke bekommen Sie für Ihr Rezept immer die weiße Packung mit der grünen Schrift. Doch heute schlägt die Apothekerin plötzlich ein anderes Präparat vor. Das Generikum ist günstiger, sieht aber ganz anders aus. Wie sollen Sie sich jetzt entscheiden?

Solche und ähnliche Szenen spielen sich tagtäglich in deutschen Apotheken ab. Viele Patienten sind deshalb verunsichert und haben Fragen. Im Folgenden wollen wir die wichtigsten dazu beantworten.

Was sind Generika?

In der Regel greifen wir automatisch zu der Marke, die wir kennen; auch bei Medikamenten. Generika enthalten die gleichen Arzneimittelwirkstoffe wie das Originalpräparat, werden aber von einem anderen Hersteller produziert. Deshalb sehen die Verpackungen und auch die Arzneien oft anders aus.

Wirken Generika wirklich gleich?

Generika müssen wie alle anderen Arzneien vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sowie auf EU-Ebene zugelassen werden. Zusätzlich wird geprüft, ob das Produkt genauso im Körper wirkt wie das Original. Der Wirkstoff muss in einer ähnlichen Zeit und in vergleichbarer Menge den Wirkort im Körper erreichen.

Warum sind Generika günstiger?

Die Entwicklung eines neuen Medikaments kostet viel Zeit und Geld. Die Pharmaunternehmen melden deshalb in der Regel ein Patent auf neue Arzneimittel an. Erst wenn dieses ausläuft, können andere Firmen ein Generikum produzieren. Dabei sparen Sie die Entwicklungskosten und viele Tests. Die Herstellung ist deshalb meist sehr viel günstiger.

Zusätzlich schließen die Pharmaunternehmen sogenannte Rabattverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen ab. Darin vereinbaren sie einen günstigeren Preis für ein bestimmtes Präparat. Im Gegenzug bekommen die Versicherten in der Apotheke bevorzugt dieses Medikament. Das soll den Wettbewerb der Branche fördern und die Kosten senken.

Warum schlagen Apotheker Generika vor?

Kommen Sie mit einem Rezept in die Apotheke, haben Sie in der Regel die Wahl zwischen den drei günstigsten Präparaten. Das gilt, wenn der Arzt lediglich Wirkstoff, Dosierung und Darreichungsform notiert hat, aber auch bei der Nennung eines bestimmten Arzneimittels. Denn nach der sogenannten Aut-idem Regelung sind Apotheker verpflichtet, immer eines der drei günstigsten Präparate vorzuschlagen. Dabei berücksichtigen sie auch die aktuellen Rabattverträge Ihrer Krankenkasse. Deshalb kann es vorkommen, dass Verwandte oder Bekannte mit der gleichen Diagnose ein anderes Medikament bekommen oder dass Ihnen plötzlich ein anderes Medikament vorgeschlagen wird.

Möchten Sie oder der Arzt nur ein bestimmtes Präparat, muss dieses direkt auf dem Rezept vermerkt sein. Das ist etwa wichtig, wenn ein Wechsel nicht zu empfehlen ist.

Wann sollten Sie sich gegen Generika entscheiden?

Die Wirkstoffe in Generika sind gleich. Manchmal werden allerdings andere Hilfsstoffe eingesetzt, etwa Erdnussöl statt Sojaöl. Allergiker sollten deshalb auf die Inhaltsstoffe achten und notfalls lieber zum Original greifen. Unterschiedliche Produktionsverfahren beeinflussen zudem vor allem Wirkstoffe, die schon in geringen Dosen eine starke Wirkung haben, zum Beispiel Hormonpräparate. Schilddrüsenmedikamente sollten deshalb beispielsweise nicht gewechselt werden. In der Regel vermerkt der Arzt das direkt auf dem Rezept.

Sollten Sie sich ohne einen der oben genannten Gründe gegen ein Generikum entscheiden, ist das ebenfalls möglich. Allerdings berechnet Ihnen in diesem Fall der Apotheker die Preisdifferenz.

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