Bräune von der Sonnenbank – wie gefährlich sind die Strahlen im Solarium?

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Vitamin D sorgt für feste Knochen, senkt den Blutdruck, kann Demenz verhindern und sogar gegen Depressionen helfen. Der Körper stellt das Vitamin unter dem Einfluss von UV-Strahlung in den Sommermonaten selbst her. In der kälteren Jahreszeit kommt es jedoch häufig dazu, dass viele Deutsche an einem Vitamin D-Mangel leiden. Gerade dann werben Betreiber von Solarien: Auch durch künstliche UV-Strahlung von der Sonnenbank kann ein solcher Mangel ausgeglichen werden. Doch stimmt das? Ist die Strahlung gefährlich?

Weshalb sind Solarien gefährlich für meine Haut?

Es gibt drei verschiedene Arten von UV-Strahlen – A, B und C. Die als UV-A und UV-B kategorisierten Strahlen kommen ganz natürlich im Sonnenlicht und als abgestrahltes Licht in Solarien vor. Das Problem dabei: Sie gelten als hautschädigend. Wer sich beim Sonnenbaden an die üblichen Regeln hält, also Sonnencreme, Textilschutz und das Vermeiden der Mittagshitze, kann seine Haut so schützen. Die UV-A Strahlen der Bräunungsgeräte treffen jedoch ungefiltert auf die Haut und sind somit etwa tausendfach so hoch wie die der Sonne. Sie dringen tief in die unteren Hautschichten ein. Der Körper antwortet mit einer Notfallreaktion: Er stößt kleine Pigmentpartikel aus, welche aber weder zu langfristiger Bräune noch zu Eigenschutz vor der Sonne führen.

Der Schaden, den die Strahlen in der „Lederhaut“ genannten Hautschicht anrichten, ist mitunter groß. Elastische Fasern werden zerstört, die Tumorabwehr unterdrückt und Hautkrebszellen in der Folge schlechter bekämpft. Nebenbei schädigen die Strahlen die Erbsubstanz der Hautzellen, was ebenso zu einer bösartigen Entartung der Zellen führen kann.

Wann können UV-Strahlen helfen?

In manchen Solarien wird zusätzlich ein geringer Anteil an UV-B Strahlung eingesetzt. Diese können im Gegensatz zu UV-A die Eigenschutzzeit vor der Sonne verlängern. Sie werden an der Oberhaut abgefangen und bilden dort eine Schutzschicht, das sogenannte Melanin, welches für eine lang anhaltende Bräune verantwortlich ist. Auch bei einigen Krankheitsbildern soll eine UV-Strahlentherapie einen positiven Effekt haben. Im Allgemeinen kann künstliches Licht entzündungslindernd wirken und hat sich zudem bei der Besserung von Neurodermitis bewährt.

Der Einfluss der Solarienhersteller auf wissenschaftliche Studien

Hersteller von Solarien haben ein wirtschaftliches Interesse daran, genau solche positiven Effekte in den Vordergrund zu stellen und die gesundheitlichen Auswirkungen ihrer Produkte eher herunterzuspielen. Hier wird oft ein finanzieller Zusammenhang zwischen wissenschaftlichen Studien zu Risiken und den befangenen Herstellern festgestellt.

Fakt ist, dass eine übermäßige UV-Strahlung unserer Haut schadet und das Risiko für schwarzen Hautkrebs erhöht. Die Zahlen derer, die aufgrund des Bräunens im Sonnenstudio an Krebs erkranken, steigen. Die Deutsche Krebshilfe fordert deshalb ein bundesweites Verbot von Solarien.

Tipps für die Nutzung von Solarien

Umsichtiger Schutz vor Hautkrebs bedeutet auch: auf den Besuch im Solarium zu verzichten. Wer das nicht möchte, sollte sich aber diese Tipps zu Herzen nehmen:

  • Achten Sie auf die Seriosität des Sonnenstudios: Selbstbedienungsstudios mit Münzautomaten sollten eher vermieden werden, da ein ausgebildetes Personal bei der Beratung helfen kann und hautgerechte Voreinstellungen für den Besucher des Solariums übernimmt. Eine Zertifizierung nach europäischer Norm verrät zusätzlich, ob ein Solarium die zulässigen Werte (maximale Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter) einhält.
  • Solarien sollten immer eine Notabschaltung haben, um im Ernstfall reagieren zu können.
  • Verwenden Sie vorm Sonnenbaden im Solarium keine Sonnenschutzmittel oder andere kosmetische Produkte, wie Cremes und Parfüme.
  • Grundsätzlich sollten Sie die Augen in der künstlichen Sonne geschlossen halten. Eine Schutzbrille aus UV-undurchlässigem Kunststoff, ist ein zusätzliches Muss, wenn Sie Ihre Augen vor der schädlichen UV-Strahlung schützen wollen.
  • Die künstliche Sonne sollte nicht zu häufig genutzt werden. Mit je einer Woche Abstand sollten Sie maximal 50 Sonnenbäder (künstliche + natürliche Sonne) im Jahr genießen.
  • Vermeiden Sie jede Art von Sonnenbrand!
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