Blutspende – ganz einfach Leben retten

Weltblutspendetag  c fotolia c zerbor quelleigocoz

Der 14. Juni ist der Weltblutspendertag und gleichzeitig der Geburtstag des Erfinders der Blutspende: Karl Landsteiner entdeckte 1901 das AB0-System und machte sie so erst möglich. Später bekam er sogar einen Nobelpreis, doch dass ihm ein ganzer Tag gewidmet werden würde, ahnte er wohl nicht.

Ist Blutspenden gefährlich?

In der Regel stellt der menschliche Körper den Rohstoff Blut selbst her. Verlieren wir nur wenig davon, können wir das in kürzester Zeit ausgleichen. Blutspenden schadet also nicht unserer Gesundheit. Auch sonst gibt es keine negativen Folgen.

Kein Wunder also, dass viele Deutsche helfen wollen. Nach einer Umfrage, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), haben 56 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen bereits einmal in ihrem Leben Blut gespendet. Die meisten machen es aber nicht mehrfach.

Welche Voraussetzungen müssen Blutspender erfüllen?

Für eine Blutspende gibt es kaum Voraussetzungen. In Deutschland sollte man über 50 Kilogramm schwer und mindestens 18 Jahre alt sein. Nach oben gibt es normalerweise keine Grenze. Man benötigt ein Ausweisdokument (also zum Beispiel den Personalausweis) und etwas Zeit. Natürlich ist es auch sehr wichtig, dass man sich am Tag der Spende fit und gesund fühlt.

Welche Arten der Blutspende gibt es?

Blutspende ist nicht gleich Blutspende. Grundsätzlich wird zwischen drei Arten unterschieden:

 

Vollblutspende

Am häufigsten wird die Vollblutspende durchgeführt. Dem Spender wird an der Armbeuge etwa ein halber Liter Blut abgenommen. Das dauert ungefähr 10 Minuten. Erst später im Labor werden die einzelnen Bestandteile voneinander getrennt.

Vollblutspender sollten allerdings zusätzlich etwa 45 Minuten Zeit für die Anmeldung, die ärztliche Untersuchung und die Ruhezeit nach der Spende einplanen.

     

Spende bestimmter Bestandteile des Blutes

Für viele Behandlungen werden nur einzelne Bestandteile des Blutes benötigt. Sie können direkt bei der Spende herausgefiltert werden. Dafür läuft das Blut aus der Armbeuge in eine Apheresemaschine. In ihr wird es zentrifugiert. Die benötigten Stoffe kommen in einen Beutel, der Rest fließt wieder zurück in den Körper.

Dabei gibt es drei unterschiedliche Stoffe, die benötigt werden:

 

      • Plasmaspende:
        Die wohl bekannteste Form ist die Blutplasma-Spende. Sie ist für den Spender schonender als die Vollblutspende und kann deshalb häufiger durchgeführt werden. Wie bei den anderen Bestandteil-Spenden kommt das gelbliche Plasma in einen separaten Beutel. Der Rest des Blutes fließt wieder zurück.

        Eine Kochsalzlösung gleicht den Flüssigkeitsverlust während der Spende aus. Die Menge des gespendeten Plasmas liegt je nach Körpergröße und Gewicht des Spenders zwischen 650 und 850 Milliliter.

 

      • Erythrozytenspende:
        Erythrozyten
        sind die roten Blutkörperchen. Sie können erst ab einem Gewicht von 70kg und einem Hb-Wert (der Wert des roten Blutfarbstoffes) von 140 Gramm pro Liter gespendet werden.

        Auch hier werden die Erythrozyten gelöst und in einem separaten Beutel gesammelt. Der Rest des Blutes wird wieder in den Körper geleitet. Während der Spende wiederholt sich dieser Vorgang zwei bis drei Mal.

 

      • Thrombozytenspende:
        Wer Blutplättchen (Thrombozyten) spenden möchte, muss eine große Anzahl davon im Blut haben. Weil die gespendeten Thrombozyten nur etwa vier Tage lang haltbar sind, sollte der Spender auch relativ spontan und gut erreichbar sein.

        Um die Blutplättchen herauszufiltern wird in der Apheresemaschine ein Gerinnungshemmer hinzugefügt. Dann werden die Thrombozyten vom Rest des Blutes getrennt und es kann wieder zurück in den Körper,

Eigenblutspende

Steht eine länger geplante Operation an, kann der Patient auch selbst vorsorgen. Mit einer Eigenblutspende kann er bei einem möglichen Blutverlust während des Eingriffs versorgt werden.  

Diese Spende garantiert die optimale Verträglichkeit und ist nur für den Spender selbst bestimmt. Etwa vier Wochen im Voraus kann eine erste Blutabnahme erfolgen. Bis zu drei Eigenblutspenden werden je nach Art der Operation empfohlen.

 

Was passiert mit dem gespendeten Blut?

Das gespendete Blut wird natürlich nicht sofort weitervergeben. Zuerst wird es im Labor untersucht und aufbereitet. Bei Vollblutspenden muss es außerdem in seine Bestandteile zerlegt werden. Dann kann es für medizinische, wissenschaftliche und pharmazeutische Zwecke verwendet werden.

Blutspenden werden im medizinischen Bereich vor allem für die Behandlung verschiedener Krankheiten benötigt. Patienten mit bestimmten Knochenmarkserkrankungen können zum Beispiel selbst oft nicht genug Thrombozyten bilden. Daher sind sie auf regelmäßige Bluttransfusionen angewiesen.

Die Verträglichkeit des gespendeten und des eigenen Blutes ist abhängig von der Kompatibilität der Blutgruppen. Wird einem Empfänger die falsche Blutgruppe verabreicht, kann es zu Verklumpungen des Blutes kommen. Deshalb erhalten Patienten meist eine Transfusion der eigenen Blutgruppe. In Notfällen können aber auch Bluttransfusionen der Gruppe 0- verabreicht werden. Diese Blutgruppe verträgt sich in der Regel mit allen anderen.

Spender mit 0- werden daher als Universalspender bezeichnet. Universalempfänger hingegen besitzen die Blutgruppe AB+ und können daher auch Bluttransfusionen aller anderen Blutgruppen erhalten.

Wer zum ersten Mal Blut spendet, sollte einige wichtige Dinge beachten:

 

      1. Ausreichend trinken
        Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, sollte man vor der Blutspende etwa einen halben Liter Wasser trinken. Auf Kaffee oder Tee sollte man hingegen lieber verzichten. Außerdem darf man am Abend zuvor nicht zu viel Alkohol zu trinken – ein Gläschen Wein ist aber völlig in Ordnung.

 

      1. Eine Kleinigkeit essen
        Das kann sowohl vorher als auch nachher nicht schaden. Die meisten Organisationen bieten nach der Blutspende sogar einen kostenlosen Snack für Spender an. Auf stark fetthaltige Speisen sollte vor der Spende aber lieber verzichtet werden.

 

      1. Etwas Zeit mitbringen
        Etwa eine Stunde Zeit sollte man für die Blutspende einplanen. Die eigentliche Blutabnahme dauert nur circa zehn Minuten, nach der Spende sollte man sich aber trotzdem noch etwas Ruhe gönnen.

 

      1. Nach der Spende: Nicht zu viel körperliche Betätigung
        Nach der Blutspende sollte man etwa 24 Stunden lang auf anstrengende körperliche Betätigungen verzichten. Nachdem man eine Kleinigkeit gegessen und getrunken hat, kann man die Blutspendeorganisation nach etwa 20 Minuten wieder verlassen. Arbeiten ist danach meist völlig unbedenklich.