Arbeitsunfähigkeit: Was ist erlaubt?

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Schon als Kind wurde uns gesagt: Wer krank ist, muss viel schlafen und sich schonen, um wieder gesund zu werden. Um uns daheim auszukurieren, benötigen wir heute zusätzlich eine ärztliche Bescheinigung unserer Arbeitsunfähigkeit. Ist diese erst einmal ausgestellt, beginnt bei vielen die Verunsicherung: Darf ich eigentlich einkaufen gehen, wenn ich krankgeschrieben bin? Kann ich trotzdem meine Freunde treffen? Was, wenn mich mein Chef zufällig beim Spazieren gehen im Park sieht? Wir haben die Antworten.

Generell gilt:

Als Arbeitnehmer sind Sie verpflichtet, sich im Falle einer Krankheit so zu verhalten, dass einer schnellstmöglichen Genesung nichts im Wege steht. Natürlich gibt es individuelle Unterschiede. Ob Sie sich lieber im Bett gesund schlafen oder Ihnen eher ein langer Spaziergang gut tut, hängt von der Art der Erkrankung und Ihrem eigenen Wohlbefinden ab. Arbeitsrechtliche Konsequenzen wie eine Abmahnung oder die fristlose Kündigung gelten nur dann, wenn Sie durch verantwortungsloses Handeln oder gegen die ärztliche Empfehlung Ihre Genesung verzögern oder verhindern.

Einkaufen

Leider füllt sich der Kühlschrank nicht von selbst. Das weiß auch Ihr Arbeitgeber. Der Einkauf von Lebensmitteln ist auch während der Krankheit notwendig und daher erlaubt. Wer sich dazu gar nicht in der Lage fühlt, kann Verwandte und Freunde um Hilfe bitten oder Lieferdienste in der Nähe in Anspruch nehmen. Einige Supermärkte bieten inzwischen sogar Online-Bestellungen an. Auch der Besuch einer Apotheke dient der Genesung und ist daher unproblematisch.

Aufpassen müssen Sie allerdings bei Einkäufen, die als Freizeitbeschäftigung angesehen werden. Dazu zählt beispielsweise ein Shoppingausflug in ein Kaufhaus. Erwischt Sie Ihr Arbeitgeber dabei, kann das den Eindruck erwecken, Sie wären gar nicht wirklich krank. Für arbeitsrechtliche Konsequenzen muss er Ihnen das zwar erst beweisen, einen guten Eindruck macht es allerdings trotzdem nicht.

Spazieren gehen und Sport machen

Nicht jede Krankheit erfordert zwangsläufig strikte Bettruhe. Ein bisschen Bewegung oder Sport können im Gegenteil sogar helfen, schneller wieder gesund zu werden.

So kann ein Spaziergang in der Sonne oft wahre Wunder bewirken. Denn frische Luft, Licht und Bewegung wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Hat Ihr Arzt Ihnen also nicht ausdrücklich Bettruhe verordnet, kann ein bisschen Bewegung im Freien durchaus gut tun. Ob Sie sich für einen Spaziergang fit genug fühlen, hängt dabei ganz von Ihrer persönlichen Einschätzung ab. Sie sollten aber in jedem Fall darauf achten, sich nicht zu verausgaben.

Etwas anders sieht das bei sportlicher Betätigung aus. Wie viel und welchen Sport Sie machen können, sollten Sie zuvor unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen. Auch hier entscheidet die Art und Schwere der Erkrankung. Haben Sie zum Beispiel einen Bandscheibenvorfall, ist es belastend, den ganzen Tag auf der Arbeit im Büro zu sitzen. Gelenkschonende Sportarten können hingegen äußerst förderlich für die Regeneration sein. Dazu zählen zum Beispiel Rückenschwimmen, Yoga und Walken.

Freunde treffen

Sie haben sich zum Essen verabredet und liegen nun mit einer Erkältung im Bett? Das Treffen sagen Sie lieber ab. Gerade bei hohem Fieber empfiehlt es sich, die Krankheit daheim auszukurieren. Denken Sie dabei auch an Ihre Freunde: Wenn Sie zu Hause bleiben, können Sie auch niemanden anstecken.

Aber auch hier kommt es auf den Grund der Arbeitsunfähigkeit an. Haben Sie sich zum Beispiel den Arm gebrochen, ist es vollkommen in Ordnung, im Restaurant zu essen oder eine Feier zu besuchen.

Fazit:

Was Sie trotz Krankschreibung unternehmen können, steht immer im Zusammenhang mit der Art und Schwere der Erkrankung. Ebenso wichtig ist die Empfehlung des Arztes. Dieser sollten Sie in jedem Fall nachkommen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie mit Ihrer Krankheit unternehmen können, fragen Sie am besten Ihren Arzt um Rat. Dieser kann am besten einschätzen, welche Aktivitäten für eine schnelle Genesung förderlich sind.

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