9 Tipps für eine schöne Geburt

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Das Kinderzimmer nimmt mehr und mehr Gestalt an, die Kliniktasche ist gepackt – dennoch haben Sie das Gefühl, nicht richtig auf die Geburt Ihres Kindes vorbereitet zu sein. Zu der Freude auf Ihr Baby mischt sich die Sorge vor der Entbindung. Das ist verständlich, besonders beim ersten Kind. Vertrauen Sie auf sich und Ihren Körper, denn eine Geburt ist ein sicherer und natürlicher Moment. Erfahrene Ärzte und Hebammen begleiten Sie durch die aufregendsten Stunden Ihres Lebens. Mit unseren neun Tipps für eine schöne Geburt starten Sie gut gewappnet in Ihr nächstes Abenteuer:

1. Der Geburtsvorbereitungskurs

Nicht alle Frauen sind vom Nutzen eines Geburtsvorbereitungskurses überzeugt. Natürlich begleiten Sie die Geburtshelfer auch ohne routiniert durch die Entbindung. Ein guter Kurs kann dennoch entscheidende Vorteile haben. Werdende Eltern erfahren, wie unterschiedlich Geburten ablaufen, welche Phasen oder Besonderheiten es währenddessen gibt und wie sie darauf entspannt reagieren können. Die Kursleiter veranschaulichen Haltungsänderungen und bewusstes Atmen, um gut durch die Wehen zu kommen. Natürlich können dort auch alle Fragen gestellt werden, etwa zu alternativen Geburtsarten. Mütter und Väter erhalten so auch die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Während eines Kurses in der späteren Geburtsklinik kann das Umfeld bereits in Augenschein genommen werden.

2. Glücksfall Beleghebamme

Frauenärzte raten ihren Patientinnen, direkt nach Feststellung der Schwangerschaft auf die Suche nach einer Hebamme zu gehen. Was etwas übertrieben klingt, ist leider Alltag. Tatsächlich kommt es immer häufiger vor, dass Frauen keine Hebamme für die Vorsorge oder die Wochenbettbetreuung finden - von einer Beleghebamme ganz zu schweigen. Wer dennoch das Glück hat, etwa auf dem Land, eine Betreuung durch eine Beleghebamme in der Wunschklinik zu ergattern, sollte sich glücklich schätzen. Beleghebammen können Frauen optimal durch die Schwangerschaft betreuen und wissen dann während der Geburt, wie sie individuell auf die Bedürfnisse der Mutter eingehen können.

Für alle anderen empfiehlt sich ein Geburtsplan. Dort sollten Sie, gerne gemeinsam mit Ihrem Partner alle Wünsche und Erwartungen rund um die Geburt festhalten. So haben Sie sich bereits Gedanken dazu gemacht und müssen nicht erst in der Hektik der Geburt darüber entscheiden. Zudem kann Ihr Partner Ihnen dann damit den Rücken stärken und sich für Ihre Wünsche bei den Geburtshelfern einsetzen.

3. Mehrfachgeburten – Vergangenes verarbeiten

Eine Geburt kann ein Trauma bei der Mutter hinterlassen. Auch wenn Ihre Hormone Ihnen im Nachgang dabei helfen, vieles zu vergessen oder zu verdrängen, wird spätestens in der nächsten Schwangerschaft vieles wieder hochkommen. Das ist meist äußerst belastend und kann sich auf den Verlauf der nächsten Geburt auswirken. Versuchen Sie das Erlebte gemeinsam mit Ihrem Partner, der Frauenärztin oder Hebamme aufzuarbeiten. Warum lief die Geburt auf diesem Weg ab? Welchen Grund gab es für diesen oder jenen Eingriff? Was hätten Sie sich stattdessen gewünscht? Was soll diesmal anders laufen?

4. Der richtige Zeitpunkt, um in die Klinik zu fahren

Wenn der Geburtstermin immer näher rückt, horchen viele Frauen noch mehr in sich hinein als ohnehin schon. Diese Wehe eben, war das noch eine Übungswehe oder geht es jetzt los? Erstlingsmütter sind oft besonders verunsichert, woher sollen sie auch wissen, wie es sich anfühlt, wenn das Baby kommt?

Natürlich ist wichtig, dass Sie in die Klinik fahren, sobald Sie sich zuhause mit den Wehen nicht mehr wohl fühlen und die Unsicherheit stetig steigt. Dennoch ist es ratsam, nicht zu früh loszufahren, da es durchaus noch viele Stunden bis zum Beginn der Geburt dauern kann. Diese müssen Sie dann in der Klinik auf dem Zimmer oder in den Fluren verbringen, statt zuhause in gewohnter Umgebung. Sind erst einmal 20 oder mehr Stunden vergangen, lassen die Kräfte der Mutter natürlich nach und Ärzte greifen häufig zu Wehenmitteln. Ein guter Geburtsvorbereitungskurs klärt die werdenden Eltern auch über den richtigen Zeitpunkt zur Abreise in die Geburtsklinik auf und wie der Partner die Mutter dabei unterstützen kann.

5. Wehenpausen annehmen

Eigentlich wollten Sie gerade ins Bett gehen, doch dann ging es plötzlich los – das Baby kommt! Statt zu schlafen, fahren Sie also in die Klinik. Die Wehen kommen in regelmäßigen Abständen, dennoch dauert es. Entbindungen, die spätabends starten, sorgen für Schlafmangel und Erschöpfung. Eine Folge: Ihr Körper macht verständlicherweise schlapp und schaltet während der Wehen um auf Pause. Die Kontraktionen bleiben aus. Das verursacht erst einmal Unsicherheit bei den Eltern. Was nun? Einfach warten oder schlafen? Leider entscheiden sich viele Geburtshelfer in diesen Fällen für Wehenmittel oder einen Kaiserschnitt, statt die Mutter schlafen zu lassen. Umso geduldiger die Hebammen vor Ort sind, desto weniger Druck wird auf Sie als Mutter ausgeübt.

6. PDA – ja oder nein?

Egal ob zu Beginn oder erst nach einigen harten Stunden – Sie entscheiden darüber, ob Sie eine PDA (Periduralanästhesie) gegen die Schmerzen haben möchten und auch über den Zeitpunkt. Diese lokale Betäubung macht Sie nicht müde, nimmt aber den Schmerz aus den Wehen. Sie ist wirksam und schonend und sorgt sogar für eine bessere Durchblutung der Plazenta und mehr Sauerstoff fürs Baby. Wünschen Sie sich eine PDA, sollten Sie dafür einstehen und am besten bereits im Voraus klären, ob in der Geburtsklinik jederzeit ein Anästhesist anwesend ist.

7. Geben Sie Laut!

Während der Geburt durchstehen Sie eine Ausnahmesituation. Vielen Frauen hilft es, während der Wehen oder der Austreibungsphase zu schreien, brüllen oder stöhnen. Wenn Ihnen danach ist, tun Sie es und zwar so laut es Ihnen guttut. Sorgen Sie sich dabei nicht um die Menschen um Sie herum, alle auf der Geburtsstation kennen das und wissen, wie hilfreich diese Laute sein können.

8. Die Zeit nach der Geburt

Sie kennen es bestimmt aus Spielfilmen: Das Telefon klingelt, die gute Nachricht wird verkündet: Das Baby ist unterwegs! Sofort lassen alle Beteiligten alles stehen und liegen und eilen ins Krankenhaus um dort im Warteraum gebannt auf die Ankunft des neuen Erdenbürgers zu warten. So weit, so unrealistisch.

In Wirklichkeit geht das Ganze anders vonstatten. Die Eltern erleben die Geburt als wunderbar intimen Moment und genießen in trauter Zweisamkeit die ersten Stunden mit ihrem Kind. Erschöpft gönnen sich Mutter und Kind im Anschluss die wohlverdiente Ruhe. Tatsächlich sind die Tage auf der Wochenstation oft durchwachsen von Stress, weil immer noch Schlafmangel herrscht, das Stillen nicht gleich klappt oder das Baby selbst die Geburt verarbeitet und unruhig schläft. Umso besser, dass dies im geschützten Raum der Wochenstation stattfindet, wo Eltern rund um die Uhr betreut werden und alle Hilfe finden, die sie in den ersten Stunden und Tagen benötigen. Dennoch ist bei vielen frischgebackenen Müttern und Vätern der Wunsch nach Besuch der Familie groß – schließlich wollen sie stolz ihr Kind präsentieren. Sprechen Sie im Vorfeld mit Ihrem Partner und der Familie darüber, was Sie sich wünschen, um Missverständnisse zu vermeiden.

9. Die Rolle des Vaters

„Wie eine Ohnmacht aus Hilflosigkeit“ beschreiben manche Väter ihr Gefühl während der Geburt. Alle Gefühle des werdenden Vaters sind valide und wichtig, dennoch ist es wichtig, dass er sich seiner Rolle bewusst ist. Diese ist auf die eines Begleiters beschränkt. Er sollte die Mutter zwar unterstützen, sich selbst aber im Hintergrund halten, solange er nicht von den Geburtshelfern zur aktiven Mithilfe aufgefordert wird. Es ist verständlich, dass der Papa als direkter Beobachter des Geschehens viele Fragen oder Sorgen hat. Während der Entbindung fehlt Ärzten und Hebammen aber oft die Zeit, um darauf einzugehen. Vertrauen Sie als Eltern darauf, dass Sie in wichtigen Punkten eingebunden werden.

Nach der Geburt sollten frischgebackene Väter die wunderbaren ersten Stunden mit ihrem Kind zum Bonding und Kennenlernen nutzen. Diese Momente sind absolut einzigartig. Für Telefonate und Nachrichten an Familie und Freunde findet sich später ein geeigneter Moment. 

 

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