Die Präparation ist ein wichtiger Schritt, um einen Zahn zu retten oder zu ersetzen. - (c) RioPatuca Images Fotolia
Dr. med. dent. B. Khawaja

Dr. med. dent. B. Khawaja

Zahnarzt

Für Dr. Bilal Khawaja ist es ein wichtiges Anliegen, für jeden Patienten die richtige Behandlungsmethode zu finden. Dabei spezialisiert er sich unter anderem auf ästhetische Zahnmedizin, Implantologie und die Behandlung von Angstpatienten.

Die Präparation ist ein wichtiger Schritt, um einen Zahn zu retten oder zu ersetzen. - (c) RioPatuca Images Fotolia

Präparation – Vorbereitung von bestehenden Zähnen auf eine Krone

Um einen Zahn zu retten oder einen fehlenden Zahn zu ersetzen, muss häufig eine Krone oder Brücke eingesetzt werden. Als ersten Schritt führt der Zahnarzt dabei die Präparation durch. Für die meisten Zahnärzte gehört die Behandlung zum Alltag. Sie haben sie schon viele Male durchgeführt. Trotzdem gibt es einige wichtige Dinge zu beachten, um Risiken zu minimieren und das optimale Ergebnis zu erzielen. ÄRZTE.DE EXPERTE Dr. Bilal Khawaja hat sie für Sie zusammengefasst.

Was ist die Präparation?

Benötigen Sie eine Krone oder Brücke beginnt die Behandlung immer mit der Präparation. Denn bevor der Zahnersatz oder die Hülle aufgesetzt werden kann, müssen Ihre Zähne zunächst darauf vorbereitet werden.

Der Zahnarzt bearbeitet den bestehenden Zahn bzw. die bestehenden Zähne so lange, bis sie die perfekte Form für die nächsten Behandlungsschritte haben. Mit einem speziellen Schleifgerät und unter ständiger Kühlung wird Material abgetragen. Bis zu 60% der Zahnsubstanz kann dabei verloren gehen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Ihr Arzt dabei umsichtig vorgeht und die richtigen Instrumente wählt. Durch modernste Geräte und neue Techniken können die Erfolgschancen der Behandlung verbessert werden.

Eine ausführliche Vorplanung ist Voraussetzung für eine Präparation

Eine ausführliche Vorplanung ist für die Präparation besonders wichtig. Dabei legt der Zahnarzt zunächst großen Wert auf den Zustand der Zähne. Karies und Parodontitis können nach der Behandlung zu Problemen führen und sollten unbedingt miteinbezogen werden. Bei der Planung der Präparation rechnet er deshalb ihren möglichen Verlauf mit ein. Auch eine umfangreiche Prophylaxe kann helfen.

Zahnbehandlungen, die bereits abgeschlossen sind und vielleicht schon eine längere Zeit zurückliegen, werden ebenfalls mit in die Entscheidung einbezogen. Bereits vorhandene Präparationen, Füllungsränder oder Kariesschäden, aber auch kurze Kronen oder Erosionen spielen in der Vorplanung eine wichtige Rolle. Sie bestimmen maßgeblich den Umfang der Präparation mit.

Zu guter Letzt müssen auch empfindliche Zahnhälse und ästhetische Gesichtspunkte bedacht werden. Gerade in einem sichtbaren Bereich sollte vorsichtig präpariert werden, damit der Patient zufrieden mit dem Ergebnis sein kann.

Die Risiken einer Präparation

Die Präparation ist oft die einzige Möglichkeit, um einen Zahn zu retten. Trotzdem birgt sie einige Risiken. Ein ausführliches Beratungsgespräch mit Ihrem Zahnarzt ist deshalb unerlässlich. Mit neuen technischen Entwicklungen und Behandlungsansätzen können die Risiken zudem minimiert werden.

Verletzung des Zahnnervs

Bei der Präparation wird auch gesunde Zahnsubstanz abgetragen. Dies ist nötig, um Krone oder Brücke zu befestigen. Gleichzeitig kann aber auch der Zahnnerv (Pulpa) verletzt werden. Im schlimmsten Fall kann es zu dauerhaften Schädigungen kommen. Deshalb sollte auf keinen Fall zu viel abgetragen werden. Eine ausreichende Kühlung und die Stärke der Rotation der Instrumente sind zur Schonung des Nervs ebenso wichtig.

Das wichtigste Mittel gegen eine Verletzung des Zahnnervs ist die Vorbereitung. Moderne, bildgebende Verfahren, wie 2-D Röntgenaufnahmen, verschaffen ein sehr genaues Bild über die Lage der Pulpa. Mithilfe von Modellen kann der Zahnarzt die richtige Form ermitteln und überprüfen, ob diese in der jeweiligen Situation umsetzbar ist.

Auch die Wahl der Instrumente spielt eine große Rolle. Das Präparationsinstrument sollte auf keinen Fall zu groß sein. Die Drehzahl kann der Arzt selbst passend dazu festlegen. Für die entsprechende Kühlung sorgt ein Dreistrahlkühlsystem.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das Setzen von Tiefenmarkern. Mit ihrer Hilfe wird nach den Erkenntnissen aus der Vorplanung die Tiefe des Schleifens fest eingestellt. Der Zahnarzt kann nicht mehr zu viel Abtragen und den Zahnnerv verletzen.

Verletzung von Nachbarzähnen

Ziel der Präparation ist es, einen Zahn so lange wie möglich zu retten oder einen verloren gegangenen Zahn zu ersetzen. Trotzdem können dabei auch Nachbarzähne beeinträchtigt werden. Kleinere und auch größere Schliffspuren an anderen Zähnen kommen oft vor und bleiben nicht ohne Folgen. In einigen Studien konnte nachgewiesen werden, dass betroffene Zähne häufiger ebenfalls restauriert werden müssen.

 Abhilfe schaffen hierbei speziell entwickelte Feilen. Sie werden vor allem für die Feinarbeiten eingesetzt und verhindern Schäden an den Nachbarzähnen.

Ästhetik

In erster Linie wird eine Krone oder Brücke aus medizinischen Gründen eingesetzt. Trotzdem hat die Ästhetik einen großen Einfluss auf die Wahl. Gerade an sichtbaren Stellen wünscht sich der Patient ein möglichst schönes und natürliches Ergebnis. Hierfür muss oftmals mehr Material abgetragen werden, als medizinisch notwendig wäre. Das Verletzungsrisiko steigt.

Für den Patienten ist die Ästhetik oft das Wichtigste. Für die Präparation ist allerdings vor allem entscheidend, dass nicht zu viel Material abgetragen wird. Deshalb sollte der Zahnarzt bei der Vorplanung an diesem Credo festhalten. So kann er das bestmögliche Ergebnis erzielen, sowohl aus medizinischer als auch aus ästhetischer Sicht.

Darauf muss Ihr Zahnarzt bei der Präparation achten

Für eine erfolgreiche Präparation ist es vor allem wichtig systematisch vorzugehen. Hier kann die ausführliche Vorplanung gar nicht oft genug erwähnt werden. Ihr Zahnarzt sollte eine genaue Vorstellung vom Endergebnis und auch seine Auswahl von Instrumenten bereits getroffen haben. Diese werden aufeinander abgestimmt, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

Dafür müssen viele Faktoren bedacht werden. Zum einen werden Kronen oder Brücken im Unterkiefer in einem anderen Winkel als im Oberkiefer eingesetzt. Deshalb ist je nach Lage auch eine andere Vorgehensweise wichtig. Zum anderen kann zwischen ganz unterschiedlichen Formen gewählt werden.

Die Hohlkehle bietet in vielen Fällen die meisten Vorteile und kann mit verschiedenen Stufen zum optimalen Halt der Krone oder Brücke durchgeführt werden. Bei schwierigen Voraussetzungen kann der Zahnarzt zudem eine tangentiale Präparation wählen.

Sind alle Vorbereitungen getroffen und die Vorplanung abgeschlossen, geht es an die Durchführung. Während der Präparation ist nicht zuletzt die Sitzposition des Zahnarztes entscheidend. Nur mit der optimalen Sicht auf den zu behandelnden Zahn kann er die Behandlung sicher durchführen. In einigen Fällen kommt hier auch eine Lupe zum Einsatz. Darüber hinaus ist es natürlich auch wichtig, dass Patient und Arzt eine möglichst bequeme Position einnehmen können, um die Behandlung so angenehm wie möglich zu machen.

Ist die Präparation erfolgreich abgeschlossen, kann mit dem Einsetzen der Brücke oder Krone der nächste Schritt erfolgen.

Fazit: Das ist bei der modernen Präparation wichtig

Präparationen gehören zum Alltag eines jeden Zahnarztes. Sie werden häufig durchgeführt und können den Patienten in vielen Situationen helfen. Dabei unterstützen uns nicht zuletzt neue Techniken und Instrumente. Denn das Ziel der Behandlung sollte es immer sein, dass Präparationstrauma zu minimieren, die Qualität der Restauration zu erhöhen und sie vor allem besser vorhersehbar zu machen. Positive Erfahrungen für den Arzt und den Patienten sind es, die uns in der Zahnmedizin erfolgreich machen.

Noch mehr zu den richtigen Instrumenten und Präparationstechniken erfahren Sie in diesem Beitrag von Dr. Bilal Khawaja: https://www.zmk-aktuell.de/fachgebiete/zahnerhaltung/story/praeparation-in-der-rekonstruktiven-zahnmedizin--gezieltes-qualitaetsmanagement-fuer-mehr-erfolg__1316.html