Neue Pläne für die Notfallversorgung der Bundesregierung

Ein orange-weißes Notarztfahrzeug mit der Aufschrift "NOTARZT" auf der Seite ist in Nahaufnahme zu sehen. Im Hintergrund befindet sich ein weiterer Krankenwagen vor einem modernen Gebäude.

Die Notaufnahmen sind überlastet; und das seit Jahren. Pläne, die Notfallversorgung in Deutschland zu verbessern, gab es deshalb viele. Zuletzt sind etwa zwei Gesetzentwürfe des Bundesgesundheitsministeriums von 2019 und 2020 gescheitert. Am 13. Februar 2021 stellte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach deshalb neue Pläne vor.

Die aktuelle Situation der Notfallversorgung in Deutschland

Für die Versorgung von Notfällen arbeiten in ganz Deutschland viele unterschiedliche Einrichtungen zusammen. Krankenhäuser und Allgemeinarztpraxen sind oft die erste Anlaufstelle für Patienten und Patientinnen. Dazu kommen Bereitschaftspraxen, Notfallzentren und Rettungsdienst.

Für Laien ist das System schwer zu überblicken. Sie wissen oft nicht, an wen sie sich im Notfall wenden sollen. Krankenhauspersonal berichtet etwa von der Patientin nachts um zwei, deren Schnittwunde mit einem Pflaster versorgt wurde. Oder von einem Patienten, der seit Jahren Rückenschmerzen hat und sich sonntags endlich behandeln lassen möchte. Solche fehlgeleiteten Patientenströme führen zu Überlastung und hohen Kosten. Hinzu kommen weitere strukturelle Probleme wie Personalmangel und fehlende Ausstattung.

Da die Notfallversorgung in Deutschland auf vielen unterschiedlichen Schultern lastet, ist es zudem schwer, bei einer Reform alle Bedürfnisse zu berücksichtigen. Können die neuen Pläne das jetzt leisten?

Pläne für integrierte Leitstellen und integrierte Notfallzentren

Die Notfallversorgung in Deutschland soll auch weiterhin rund um die Uhr gesichert sein. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Die „Reform der Notfall- und Akutversorgung in Deutschland – Integrierte Notfallzentren und Integrierte Leitstellen“ setzt dafür auf eine bessere Verteilung der Patienten und Patientinnen.

Integrierte Leistellen unter den Notrufnummern, aber auch dem ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117 werden zu einem wichtigen Ansprechpartner für alle Notfälle. Dort soll speziell geschultes Personal fachlich einschätzen, wo Anrufer*innen am besten Hilfe finden. Auch telemedizinische Maßnahmen, etwa eine Anweisung direkt am Telefon, sind möglich.

Zusätzlich sollen mehr integrierte Notfallzentren rund um Krankenhäuser und Bereitschaftspraxen geschaffen werden. Im Notfall müssen Patienten und Patientinnen nicht mehr entscheiden, ob sie in eine Praxis oder ins Krankenhaus fahren. Vielmehr finden sie beides direkt an einem Ort und können bei der Anmeldung zum richtigen Behandlungszimmer verwiesen werden.

„Das Krankenhaus muss im Notfall nicht immer die erste Adresse sein. Aber es muss im Notfall schnelle Hilfe anbieten können.“, so Gesundheitsminister Dr. Karl Lauterbach zu den Plänen.

Wie geht es mit der Notfallversorgung in Krankenhaus und Bereitschaftspraxen weiter?

Die Pläne zu einer Reform der Notfallversorgung sind damit natürlich noch lange nicht abgeschlossen. Dennoch haben sich erste Verbände schon positiv zu den vorgestellten Ideen geäußert. Andere Akteure und Akteurinnen bleiben skeptisch, Ob die Notfallversorgungs-Reform wirklich in dieser Weise umgesetzt werden kann und wie lange das dauert, ist noch nicht abzusehen. Selbst danach gilt es weiterhin ein großes Problem zu lösen: Die Kommunikation an die gesamte Bevölkerung. Denn schon heute gibt und gäbe es oft die richtigen Anlaufstellen für Patienten und Patientinnen. Wenn diese aber nicht davon wissen, können sie auch nicht genutzt werden.

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