Landkrankenhäuser – Auslaufmodell oder zukunftssicher?

Ein Mann im Arztkittel mit einer Tasche und einer Sonnenbrille geht am Straßenrand einer ländlichen Straße entlang, umgeben von grüner Landschaft. Im Hintergrund sind Hügel und Bäume zu sehen. Es ist ein sonniger Tag mit klarem Himmel.
Wird der Weg zum Arzt bzw. zur Ärztin auf dem Land in Zukunft noch weiter?

Einige Teile Deutschlands leiden schon heute an einer medizinischen Unterversorgung. Hier hinzu kommt nun eine Debatte um die Sinnhaftigkeit von Landkrankenhäusern, angestoßen durch eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. ÄRZTE.DE mit einem Überblick über die aktuelle Debatte.

Das Krankenhaussterben schreitet voran

Viele Landkrankenhäuser stellen ihren Betrieb ein oder reduzieren die Bettenzahl um bis zu 50 Prozent. Die Gründe sind vielfältig, von fehlenden Patienten, über mangelhafte Infrastruktur, bis hin zu finanziellen Verlusten.
Welche Auswirkungen die Schließung eines Landkrankenhauses haben kann, zeigt sich am Beispiel der mittelfränkischen Kreisstadt Hersbruck. Nachdem die Klinik zum 31.05.2019 ihren stationären Betrieb eingestellt hat, ging es auch mit der Gesundheitsversorgung innerhalb der Stadt bergab. Neben den entlassenen Fachkräften haben sich auch fünf niedergelassene Ärzte, die mit der Klinik kooperiert haben, aus der Kleinstadt zurückgezogen.

Wie Hersbruck geht es vielen Gemeinden in ganz Deutschland. Die Statistik der Deutschen Krankenhausgesellschaft zeigt, dass in den letzten zehn Jahren über 100 Landkrankenhäuser geschlossen haben. Gegen diese Entwicklung regt sich Widerstand, denn viele Regionen wollen dem GAU vorbeugen. Dem Gegenüber steht eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die zu einer anderen Vorgehensweise rät.

Ergebnis der Studie sorgt für Diskussionen

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es ratsam ist, die Zahl der Kliniken von aktuell über 1900 auf unter 600 Stück zu reduzieren. Dieses Fazit ist Grundlage viele scharf geführter Diskussionen.

Vor allem bei den Vertretern der Krankenhäuser und Ärzte kam die Studie nicht gut an. Wichtige Einrichtungen wie die Deutsche Krankenhausgesellschaft oder die Bundesärztekammer sprechen sich klar gegen eine Massenschließung aus und argumentieren, dass eine flächendeckende und wohnortnahe Versorgung unabdingbar ist.

Auf der Gegenseite stehen einige Politiker und auch die KBV, welche sich für eine Neukonzeption aussprechen. Den aktuellen Status quo, mit vielen kleinen und defizitären Krankenhäusern, beizubehalten kann nach deren Ansicht keine Lösung sein. Stattdessen sollen neue Konzepte erarbeitet werden, die dafür Sorge tragen, dass Patienten weiterhin vor Ort ihre Grundversorgung erhalten können. Schritte hin zu allgemeinen Gesundheitszentren in Regionen mit Landkrankenhäusern könnte eine Entwicklung sein, die zukünftig immer häufiger zu beobachten ist.

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