Sepsis – Studie liefert neue Ergebnisse

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Infektionskrankheiten wie eine akute Bronchitis oder Tuberkulose zählen jedes Jahr zu den weltweit häufigsten Todesursachen. Eine Erkrankung, die in Statistiken bisher nicht gelistet wird, ist die Sepsis. Eine neue Studie geht jedoch davon aus, dass sie weltweit für mehr Todesfälle verantwortlich ist, als zunächst angenommen.

Wird die Sepsis unterschätzt?

Eine Studie die Anfang Januar im Medizinjournal Lancet veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass jedes Jahr 50 Millionen Menschen weltweit an einer Sepsis erkranken. Die Zahl der Opfer, die jährlich an den Folgen einer Sepsis sterben, liegt laut Forschern bei elf Millionen. Das entspricht etwa 20 Prozent aller Tode weltweit.

Auch wenn diese Zahlen neue Erkenntnisse liefern könnten, wird der lebensbedrohliche Zustand in der Global Burden of Disease - Studie nicht als weltweite Todesursache aufgeführt. Grund dafür ist die bisherige Auslegung in Fachgremien, dass es sich bei der Reaktion des menschlichen Organismus auf eine Infektion um die Zwischenstufe einer anderen Erkrankung handelt, nicht als die Ursache für das Ableben. Die aktuellen Studienergebnisse stärken die Ansicht einiger Experten, dass es sich bei der Sepsis um eine vermeidbare und in den meisten Fällen behandelbare Komplikation handelt.

Neue Erkenntnisse trotz geringer Datenmengen

Um mehr über den Anteil der Komplikation an hartnäckigen Erkrankungen und Toden herauszufinden, wurden die Daten der GBD-Studie ein weiteres Mal analysiert. Die Aussagekraft dieser Analyse steht jedoch der Problematik gegenüber, dass lediglich vier Länder auf ihren Todesbescheinigungen Angaben zu einer Sepsis machen. Weiterhin konnten nur Krankenhausdaten aus zehn Länder ausgewertet werden.
Trotz der lückenhaften Datensätze konnten die Forscher der Untersuchung neue Erkenntnisse abgewinnen:

  • 2017 sind 48,9 Millionen Menschen an einer Sepsis erkrankt, doppelt so viele wie angenommen.
  • Eine Infektion ist nicht bei allen Fällen der Auslöser. 15,8 Millionen Menschen erleiden eine Sepsis aufgrund einer schweren Verletzung oder einer nicht-übertragbaren Krankheit wie Krebs.
  • Durchfallerkrankungen sind weiterhin die weltweit dominierenden Infektionen
    • Besonders in Regionen mit niedrigem Einkommen sorgen Durchfall und als Komplikation eine Sepsis für eine hohe Todesrate.
  • Etwa 85 Prozent aller Fälle von Sepsis treten in Ländern mit niedrigem bis mittleren Einkommen auf.
  • Knapp jede fünfte Sepsis endete tödlich.
  • Höchste Todesrate besteht in afrikanischen Ländern.