Der passende Nachfolger für die eigene Arztpraxis

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Sie haben Ihre Praxis über Jahre hinweg erfolgreich geleitet, dabei wöchentlich viele Arbeitsstunden in Ihr Lebenswerk gesteckt und planen nun in den verdienten Ruhestand zu gehen? Dann kennen Sie das Problem, einen Nachfolger zu finden. Denn das Angebot an abzugebenden Praxen übersteigt in vielen Gebieten die Zahl junger Ärzte, die sich selbstständig machen wollen. Wie finden Sie den passenden Praxisnachfolger? ÄRZTE PLUS gibt Ihnen einen Überblick über bekannte Probleme bei der Suche und welche Möglichkeiten Sie haben, Ihre Praxis in gute Hände zu übergeben.

Probleme bei der Suche nach einem Praxisnachfolger

Ein Problem des anstehenden Generationenwechsels ist die fehlende Zahl potenzieller Nachfolger. Eine Statistik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung geht davon aus, dass im Jahr 2030 über 10.000 Hausärzte fehlen werden. Bereits heute stehen etwa 2.600 Praxen leer. In den Ballungszentren ist dieses Problem weniger dringend als in den ländlichen Bereichen. Wie in vielen anderen Berufen auch, orientieren sich junge Ärzte gerne in Richtung der Großstädte und ihren Einzugsgebieten, anstatt auf dem Land zu leben und zu arbeiten. Daraus resultiert, dass viele Ärzte teilweise mehrere Jahre vergeblich nach einem Kaufinteressenten für ihre Praxis suchen.

Möglichkeiten, einen passenden Praxisnachfolger zu finden

  • Es kann sich für Sie lohnen, proaktiv auf angestellte Ärzte in benachbarten Praxen oder der nächst größeren Klinik zuzugehen. Hier besteht die Möglichkeit, einen Kollegen zu finden der sich selbstständig machen und Ihre Praxis übernehmen will.

  • Sollten Sie über persönliche Kontakte keinen passenden Praxisnachfolger finden, ist es sinnvoll, Anzeigen zu schalten. Dabei bieten sich Praxisbörsen im Internet oder in einem Fachmagazin an. Hier erreichen Sie die richtige Zielgruppe.

  • Eine weitere Möglichkeit ist es, die eigene Praxis an ein MVZ zu verkaufen und sie somit in das Versorgungszentrum einzubinden.

  • Aufgrund der aktuellen Situation haben verschiedene Agenturen das Thema Praxisabgabe/ Praxisnachfolge in ihr Portfolio aufgenommen. Wer seine Praxisübergabe also in professionelle Hände geben will oder selbst zu wenig Zeit für die Suche hat, kann die Aufgabe abgeben.

Die Praxisnachfolge sollte gründlich geplant sein

  • Es ist sinnvoll, ausreichend Zeit für den Verkauf Ihrer Praxis einzuplanen. Viele Ärzte beschäftigen sich erst knapp ein Jahr vor dem geplanten Ruhestand mit der Suche nach einem Nachfolger. Durch das bestehende Überangebot an Praxen und den fehlenden Interessenten ist dabei jedoch Geduld und Zeit gefragt. Es lohnt sich deshalb, die Praxis drei bis fünf Jahre vor der geplanten Abgabe anzubieten. Finden Sie bereits früher einen Nachfolger, so entsteht für Sie die Möglichkeit, ihn in der verbleibenden Zeit als angestellten Arzt in die Praxis einzuarbeiten.

  • In vielen Fällen findet sich der Nachfolger unter den angestellten Ärzten der Praxis oder bei Weiterbildungsassistenten. Vor allem in Ihren letzten Berufsjahren kann es sinnvoll sein, Ärzte mit der Option auf eine Praxisassoziation einzustellen. Dabei kann vertraglich festgelegt werden, dass innerhalb einer gesetzten Frist die Entscheidung getroffen werden muss, ob die Praxis übernommen wird.

  • Um Ihre Praxis für junge Kollegen attraktiv zu machen, kann es sich auszahlen, die Praxis regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. Eine moderne Gestaltung der Räumlichkeiten und aktuelle medizinische Geräte helfen dabei, Ihre Praxis im besten Licht zu präsentieren. Dadurch ersparen Sie Ihrem Nachfolger Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten und erhöhen Ihre Chancen, einen passenden Käufer zu finden.

  • Arztsucheportale wie ÄRZTE.DE erhöhen Ihre Reichweite auch bezüglich potenzieller Nachfolger. Aussagekräftige Texte und ansprechende Bilder der Praxis vermitteln einen ersten Eindruck. Selbstverständlich kann auch eine Notiz auf Ihrer Website über die Suche nach einem Folgearzt informieren