Kinderwunsch: Das sollten Sie beachten

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Bin ich bereit für ein Kind?

Sie haben den richtigen Partner gefunden, Freunde und Bekannte sind schon lange stolze Eltern und Sie fühlen sich sicher und gefestigt. Trotzdem bleiben Zweifel, ob Sie bereit für ein Kind sind? Vielleicht wollen Sie erstmal Karriere machen, die Welt bereisen, lange Partynächte durchtanzen oder die Zweisamkeit genießen?

Wenn Sie diese Gedanken plagen, können Sie beruhigt sein, denn die Kinderplanung schieben viele Paare hierzulande auf. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass sich Frauen immer später ihren Kinderwunsch erfüllen. Waren sie 1961 im Schnitt mit 25 Jahren zum ersten Mal schwanger, sind sie heute durchschnittlich vier Jahre älter. Die Ursache ist die lange Ausbildungsdauer: Schule, Studium oder Berufsausbildung; viele junge Leute kommen erst sehr spät ins Arbeitsleben.

Niemand kann Ihnen die Entscheidung abnehmen, ob und wann Sie ein Baby bekommen. So manche Mütter und Väter berichten sogar von Zweifeln, lange nachdem die Entscheidung gefallen ist. Als Anhaltspunkt können laut Erziehungs- und Sozialwissenschaftler drei wichtige Fragen helfen: Ist die Partnerschaft stabil? Ist die finanzielle Situation gut? Und ist die berufliche Anstellung momentan gesichert? Wann Sie und Ihr Partner bereit sind, können allerdings nur Sie selbst entscheiden.

Wann sind Ihre fruchtbaren Tage?

Generell gilt: Sex am Tag vor dem Eisprung ist optimal, um schwanger zu werden. Denn die Eizelle ist nur zwölf bis 18 Stunden fähig, befruchtet zu werden – die Samenzellen hingegen können einige Tage überleben.

Normalerweise findet der Eisprung in der Mitte des weiblichen Zyklus statt, bei einem 28-tägigen Zyklus wäre das der 14. Tag nach Einsetzten der letzten Periode. Leider trifft diese Regel nicht bei allen Frauen zu: Stress, Schlafmangel aber auch Reisen können sich darauf auswirken – er gerät durcheinander. Hinzu kommt, dass nicht jeder Zyklus exakt 28 Tage lang ist. Ein guter Trick ist deshalb, die Tage von der ersten Periode bis hin zum Einsetzen der nächsten Monatsblutung zu zählen. Auch das sorgfältige Führen eines Zyklus- oder Eisprungkalenders kann helfen, den besten Zeitpunkt für eine Empfängnis zu ermitteln.

Eine weitere Möglichkeit, den Eisprung zu bestimmen, ist das Messen der Aufwach-Temperatur. Was zunächst etwas merkwürdig klingt, hat durchaus seinen Grund. Denn die Temperatur direkt nach dem Aufwachen entspricht in der ersten Zyklushälfte der normalen Körpertemperatur von etwa 36,5 Grad Celsius, nach dem Eisprung steigt sie an; um mindestens zwei Zehntel. Auch hier ist Sorgfalt geboten, wenn das Ergebnis richtig sein soll. Die Temperatur muss zum einen direkt nach dem Erwachen gemessen werden und zum anderen immer drei Minuten lang an der gleichen Stelle.

Wie lange dauert es, schwanger zu werden?

Viele denken, sobald sie nicht mehr verhüten, sind sie auch schon schwanger. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Es ist durchaus normal, dass es eine gewisse Zeit dauert, bis eine Eizelle befruchtet wird. Mehrmonatige Wartezeiten geben also nicht unbedingt Grund zur Sorge.

Zumal auch das Alter eine Rolle dabei spielen kann, wie schnell eine Empfängnis eintritt. Bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei etwa 30 Prozent pro Monatszyklus. Ab dem 30. Lebensjahr nimmt diese bereits langsam ab. Mit 35 Jahren kann es auch vorkommen, dass Frauen nicht jeden Monat einen Eisprung haben. Dann kann es auch ein wenig länger dauern.

Aus medizinischer Sicht ist die „normale“ Wartezeit auf eine Schwangerschaft bei über einem Jahr überschritten. Dann sollten Paare einen Arzt um Rat bitten.

Kann ich meinen Körper auf die Schwangerschaft vorbereiten?

Ihre Gesundheit spielt für die Schwangerschaft eine wichtige Rolle, da Ihr Körper neun Monate lang Schutzraum des Babys sein wird. Sobald der Kinderwunsch da ist, können Sie ihn darauf vorbereiten:

  • Treiben Sie Sport: Halten Sie sich unbedingt körperlich fit. Sportliche Aktivitäten an der frischen Luft sorgen für mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden. Schwimmen, Radfahren und Wandern etwa trainieren die Muskeln und Blutgefäße. Sportliche Frauen haben oft weniger Probleme während ihrer Schwangerschaft und eine einfachere Geburt.
  • Hören Sie auf zu Rauchen: Wenn Sie rauchen, sollten sie schon vor ihrer Schwangerschaft damit aufhören. Denn Raucherinnen werden nachweislich nicht so schnell schwanger wie Frauen, die darauf verzichten.
  • Gehen Sie zum Zahnarzt: Lassen Sie unbedingt Ihre Zähne kontrollieren. Größere Behandlungen sollten noch vor der Schwangerschaft stattfinden. Denn Betäubungsspritzen und Röntgenaufnahmen sind zwar während der Schwangerschaft nicht verboten, sollten jedoch nur in absoluten Notfällen durchgeführt werden.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Gynäkologen untersuchen: Hinweise für Risiken in der Schwangerschaft oder eine eventuelle Unfruchtbarkeit können oft schon vorher erkannt und behandelt werden.
  • Lassen Sie ihre vorangegangenen Impfungen und Kinderkrankheiten überprüfen: Ein Schutz gegen Röteln etwa ist besonders wichtig, denn eine Rötelnerkrankung während der Schwangerschaft kann schwere gesundheitliche Folgen für das Kind haben.