Blutschwämmchen – Das sollten Eltern darüber wissen

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Kommen in den ersten Wochen nach der Geburt kleine rote Knoten auf der Haut ihres Babys zum Vorschein, erschrecken viele Mütter und Väter zunächst. Es handelt sich dabei um Blutschwämmchen, sogenannte infantile Hämangiome. Der Kinderarzt kann meist Entwarnung geben, trotzdem sollten Eltern einiges beachten. ÄRZTE.DE hat das Wichtigste für Sie zusammengefasst:

Was sind Blutschwämmchen?

Bei Blutschwämmchen handelt es sich um gutartige Wucherungen der Gefäßwand, oft ist auch von Tumoren die Rede. Sie betreffen überwiegend Neugeborene und Säuglinge und treten in den meisten Fällen erst nach der Geburt auf.

Hämangiome sind in ihrer Art und dem Verlauf sehr unterschiedlich. Ärzte sprechen aber von zwei bestimmten Gruppen:

Lokalisierte Hämangiome

Diese Blutschwämmchen gehen von einem festen Punkt aus und sind bei der Geburt noch nicht zu erkennen. Sie wachsen, sind rötlich gefärbt und heben sich von der Haut ab. Typischerweise verschwinden sie nach dem ersten Geburtstag wieder. Nach einer Blickdiagnose ordnet der Kinderarzt entweder eine Beobachtung des weiteren Verlaufs oder eine umfangreichere Untersuchung und Therapie an. Eine genauere Bestimmung, zum Beispiel über die Tiefe des Hämangioms kann mittels einer Ultraschalluntersuchung geschehen.

Vorsicht ist geboten, wenn die lokalisierten Hämangiome sensible Körperstellen wie das Gesicht oder den Windelbereich betreffen. Hier sollte eine Frühbehandlung in Betracht gezogen werden. Ähnliches gilt bei sehr schnellem Wachstum.

Die Therapie eines lokalisierten Hämangioms sieht weniger die Entfernung des Schwämmchens vor, als vielmehr das Bremsen des Wachstums. Je nach Lage, Umfang und anderen Faktoren entscheidet der Arzt über die Behandlungsmethode. Er kann dabei aus Laser, Kälte oder medikamentöser Therapie entscheiden. Nur in seltenen Fällen werden Blutschwämmchen operiert.

Segmentale Hämangiome

Blutschwämmchen dieser Art sind selten und treten eher im Gesichtsbereich auf. Sie sind bereits zum Zeitpunkt der Geburt in Form von unauffälligen roten Flächen erkennbar. Segmentale Hämangiome bergen die Gefahr, dass andere Organe beteiligt oder Fehlbildungen entstehen können. Das kann etwa die Luftröhre und damit die Atmung betreffen. Kinder, die diese Blutschwämmchen zeigen, werden daher möglichst schnell an erfahrene Spezialisten überwiesen.

Neue Behandlungsmethode

Viele Errungenschaften der Forschung und Medizin sind dem Zufall geschuldet. So auch im Falle einiger Wissenschaftler aus Frankreich. Sie stellten überrascht fest, dass der Wirkstoff Propranolol Blutschwämmchen schrumpfen lässt. Diesen Beta-Blocker erhalten Patienten eigentlich wegen Herz-Kreislauf-Problemen. Er ist besser verträglich als Kortison, welches ebenfalls als Therapie eingesetzt wird. Im Gegensatz dazu ist Propranolol aber noch nicht offiziell für diese Behandlung zugelassen. Der Einsatz des Mittels obliegt also immer einer gemeinsamen Abwägung von Arzt und Eltern des Kindes.

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