RSV bei Babys und Kindern: unterschätzte Erkältungsviren

Ein Baby liegt auf einer weißen Kissen auf einem blauen Hintergrund. Es trägt einen gestreiften Pullover und einen grauen Schal. Links vom Baby befindet sich ein weißes Stofftier in Form eines Kaninchens mit einem blauen Schal. Besonders Kinder bis sechs Monaten müssen wegen RSV häufig im Krankenhaus behandelt werden.

Husten, Schnupfen, Halsschmerzen - Erkältungen und auch RSV sind weit verbreitet. Jede(r) kommt damit immer wieder in Kontakt, auch die Kleinsten. Doch wo RSV bei älteren Kindern und Erwachsenen in den allermeisten Fällen harmlos verläuft, kann es bei Babys und Kleinkindern gefährlich werden. In Deutschland sind RSV-Infektionen bei Säuglingen die häufigste Ursache für Krankenhausbehandlungen.

Umso wichtiger, dass Eltern die Krankheit kennen und wissen, wie sie Ihre Kinder vor RSV schützen können.

Was ist RSV?

RSV ist die Abkürzung für Respiratorische Synzytial-Virus. Das Virus ist weit verbreitet und verursacht eine akute Infektion der oberen und unteren Atemwege. RSV ist damit keine einfache Erkältung. Diese hält in der Regel nur wenige Tage an und befällt ausschließlich die oberen Atemwege. Das RS-Virus dagegen betrifft meist auch die unteren Atemwege, was insbesondere in den ersten Lebensmonaten zu ernsthaften Atemproblemen führen kann.

Unterschied RSV und Erkältung

Infografik Unterschied RSV, Erkältung, Grippe

Symptome von RSV bei Babys und Kindern

Zu Beginn zeigt sich RSV mit den typischen Erkältungsbeschwerden. Dazu gehören:

  • Schnupfen
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Fieber

Im weiteren Verlauf sind auch die unteren Atemwege betroffen. Dadurch kommt es etwa zu Kurzatmigkeit. Besonders bei Säuglingen unter 6 Monaten kann daraus eine Bronchiolitis, also eine Entzündung der feinen Äste der unteren Atemwege, oder eine Lungenentzündung entstehen. Diese müssen in der Regel im Krankenhaus behandelt werden.

Achten Sie auf folgende Symptome

Bei schnellem Atmen, Kraftlosigkeit oder Trinkschwäche sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Wie können Sie sich vor einer RSV Ansteckung schützen?

RSV wird durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten und Niesen, und durch Schmierinfektion, zum Beispiel über die Hände oder gemeinsam genutzte Gegenstände, übertragen. Da die Viren stark verbreitet sind, kommt beinahe jedes Kind in den ersten zwei Lebensjahren damit in Kontakt, auch weil Betroffene schon vor den ersten Symptomen und lange nach der Erkrankung noch Viren ausscheiden können.

Hygienemaßnahmen können RSV eindämmen. Dazu gehört etwa regelmäßiges Händewaschen oder das Reinigen von Türgriffen und anderen häufig genutzten Oberflächen sowie die richtige Hustenetikette. Den besten Schutz in den ersten Lebensmonaten bietet aber eine RSV Impfung.

Infografiken Hygienemaßnahmen Virenschutz

RSV Impfung für Babys

Seit 2024 empfiehlt die STIKO eine RSV Impfung für Säuglinge im ersten Lebensjahr. Der Zeitpunkt der Impfung richtet sich nach der RSV Saison. Kinder, die während der Hochzeit des Virus, zwischen Oktober und März, geboren werden, sollten möglichst noch vor der Entlassung aus dem Krankenhaus geimpft werden. Für alle anderen empfiehlt sich eine Impfung zu Beginn der Saison zwischen September und November. Der Schutz der Antikörper Impfung für Säuglinge hält mindestens ein Jahr an.

Soll ich mein Kind gegen RSV impfen lassen?

Nach dem ersten Lebensjahr wird keine allgemeine Impfung gegen RSV für Kinder empfohlen, da das Risiko für einen schweren Verlauf schon nach sechs Lebensmonaten stark zurückgeht. Hat Ihr Kind schwerwiegende chronische Vorerkrankungen kann eine weitere RSV Impfung allerdings ratsam sein. Hierzu zählen etwa eine chronische Erkrankung der Atemwegsorgane, bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems oder schwere Abwehrschwäche. Sprechen Sie am besten direkt mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin Ihres Kindes, ob eine RSV Impfung in seinem Fall sinnvoll wäre.

Quellen

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