Kühlen als Hausmittel: Das sollten Sie beachten

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Ob Kühli, Waschlappen oder feuchtes Tuch – erinnern Sie sich noch an dieses Gefühl? Sie haben sich als Kind verletzt und ein vertrauter Erwachsener bringt etwas zum Kühlen. Sofort waren die Schmerzen besser und die Tränen konnten trocknen. In unserer Kindheit war das Kühlen bei vielen kleinen Unfällen oder Wehwehchen noch Instinkt. Heute wissen wir, wie es auf den Genesungsprozess wirkt.

Deshalb gehört die schnelle Behandlung mit Kälte zu einer der wichtigsten Erste Hilfe Maßnahmen. Das Kühlen kann zum Beispiel Schmerzen eindämmen und die Heilung beschleunigen. Manchmal kann es aber auch negative Auswirkungen haben.

Wann ist Kühlen ratsam?

Wann soll eine Verletzung gekühlt werden? In welchen Fällen ist Wärme besser? Bei diesen Fragen herrscht nach wie vor Verwirrung. Denn die Empfehlungen weichen meist stark von einander ab. Grundsätzlich kann man sagen: Unmittelbar nach dem Auftreten der Beschwerden ist Kühlen immer besser. Wärme sollte erst nach einigen Stunden oder Tagen angewandt werden.

In einigen Fällen ist Kühlen zudem besonders wichtig. Dazu gehören:

  • Mückenstiche
  • leichten Verbrennungen (auch Sonnenbrand)

Kälte kann dabei nicht nur eine Linderung verschaffen, sondern auch schlimmere Folgen verhindern; zumindest, wenn sie richtig angewandt wird.

Zusätzlich ist Kühlen zum Beispiel bei diesen Situationen zu empfehlen:

  • Prellungen
  • akute Verletzungen
  • Muskelzerrungen oder Verstauchungen
  • Muskelkater und Überlastung
  • Kopfschmerzen

Was bewirkt das Kühlen?

Kälte sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen. So gelangt weniger Flüssigkeit an die betroffene Stelle. Eine Schwellung geht zurück oder wird zumindest teilweise verhindert. Das kann besonders bei Sportverletzungen wichtig sein, da sie anschließend schneller heilen. Gleichzeitig blockiert der Kältereiz, aber auch die  Immunreaktion. Abwehrstoffe können nicht mehr so schnell zu der Verletzung gelangen und die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers werden zunächst verlangsamt. Deshalb sollten Sie nicht zu lange Kühlen.

Lässt der Kältereiz nach, weiten sich die Blutgefäße wieder; und zwar besonders stark. Oft kehrt der Schmerz wieder zurück. Dafür gelangen aber auch schnell Abwehrstoffe an die betroffene Stelle. Der Körper hat Gelegenheit, die Verletzung rasch zu beseitigen.

Das sollten Sie beim Kühlen beachten

Besonders als Erste Hilfe Maßnahme ist Kühlen wichtig. Dennoch gibt es einige Situationen, in denen es nicht angewendet werden sollte. Das gilt besonders bei

  • Gelenkentzündungen wie Arthritis
  • schweren Verbrennungen
  • ältere Verletzungen
  • großen Hautpartien (über 20 % des Körpers)

Da das Kühlen die Immunantwort des Körpers stören kann, sollten sie bei langfristigen Problemen lieber auf Wärme setzen oder gleich ganz andere (Haus-)mittel anwenden. Bei stärkeren Verbrennungen und großen Verletzungen droht zudem die Gefahr einer Unterkühlung oder eines Schocks. Zusätzlich ist es entscheidend, dass sie richtig kühlen:

  • höchstens 20 Minuten am Stück
    Danach lässt der positive Effekt des Kühlens nach. In manchen Fällen kann es sogar schaden.

  • nicht zu kalt (15-20 °C sind ideal)
    Eiswürfel oder Kühlakkus sollten nicht direkt auf die Haut gelegt werden. Oft reicht schon ein feuchter Lappen oder ein nasses Tuch.

  • offene Wunden abdecken
    Durch das Kühlen könnten sonst Keime eindringen
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