Hilfe in der Krise: Wer hört in schwierigen Situationen zu?

Hilfe krise dorsteffen adobestockxzsrfq

Depression, Burn-out, Zwangsstörungen – immer mehr psychische Erkrankungen rücken in den Vordergrund. Dass eine psychische Krise jeden treffen kann, verdrängen wir dennoch gerne. Und machen weiter wie bisher. Oft führt das dazu, dass sich Betroffene zu spät Hilfe suchen.

Nach Erhebungen der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) benötigen etwa fünf Millionen Deutsche eine therapeutische Behandlung. Plätze gibt es nur für jeden Dritten. Viele warten deshalb lange auf ein Erstgespräch. Anschließend dauert es mehrere Wochen bis ein geeigneter Therapieplatz frei wird. Dazu kommen noch die vielen Patienten, die mit psychischen Belastungen kämpfen, aber noch niemandem davon erzählt haben.

Am Telefon gibt es sofort Hilfe

Notfallnummern Hilfe in der KriseTrotzdem sind Betroffene nicht alleine mit ihren Problemen. Viele Organisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, sie zu betreuen und zu begleiten. So haben Sie etwa bei der Telefonseelsorge, bei der „Nummer gegen Kummer“ für Kinder und Jugendliche und auch bei vielen regionalen Notfallnummern immer einen Ansprechpartner.

Die Freiwilligen dort nehmen sich nicht nur die Zeit über akute Probleme zu sprechen, sie sind auch dafür ausgebildet, Sie durch schwierige Situationen zu begleiten. Anonym und schnell sind sie oft der erste Anhaltspunkt, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Dafür helfen Sie auch bei der Entscheidung, welches Hilfsangebot Sie in Zukunft am besten unterstützen könnte. Für besondere Notsituationen haben sie oft ein mobiles Team, das vor Ort vorbeischauen kann oder können schnell die Polizei oder einen Arzt erreichen.

Hilfe im Internet – einfach und anonym

Online haben Betroffene ebenfalls die Möglichkeit, über Ihre aktuelle Situation zu sprechen. Dafür bietet die Telefonseelsorge beispielsweise einen Chat und eine spezielle E-Mail-Adresse an. Auch bei der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral können Sie Seelsorger einfach und anonym erreichen. Bei allen Hilfsangeboten im Internet sollten Sie jedoch darauf achten, dass die Anbieter seriös sind und eine anonyme Beratung gewährleisten können.

Zusätzlich können Sie das Internet natürlich nutzen, um nach weiteren Kontakten zu suchen. Regionale Hilfsangebote können beispielsweise mit dem Suchwort „Krise“ und der nächstgelegenen Stadt gefunden werden. Auch Selbsthilfegruppen haben oft eine Internetseite, die auf das nächste Treffen verweist.

Professionelle Hilfe in Krisensituationen

Möchten Sie sich lieber auf professionelle Hilfe verlassen, können Sie Kontakt mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst aufnehmen. Er kann sie sowohl in medizinischen Fragen als auch zu psychiatrischer Unterstützung beraten. In Notsituationen ist außerdem das nächstgelegen Krankenhaus eine gute Anlaufstelle. Bei akuter Gefahr für sich oder andere, raten Experten außerdem dazu, die Polizei einzuschalten.

Außerdem können Sie sich mit allen Fragen und psychischen Problemen jederzeit an Ihren Hausarzt wenden. Er ist grundsätzlich an die ärztliche Schweigepflicht gebunden und hat oft Kontakte zu Hilfsangeboten in der Nähe.

Psychologische Beratung steht jedem zu

Dank all dieser Beratungsstellen müssen Betroffene schwierige Situationen nicht alleine durchstehen. Oft fällt es dennoch schwer, um Hilfe zu bitten oder zu erkennen, dass diese benötigt wird. Sollten Sie oder ein Bekannter in einer Krisensituation sein, können Sie dennoch jederzeit um Unterstützung bitten oder auf die Hilfsangebote hinweisen.