Getränke im Wartezimmer – ja oder nein?

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Ob nun ein Patient höfflich nach einem Glas Wasser gefragt hat, eine Bekannte von der super-modernen Praxis mit eigener Kaffeebar erzählt oder sie einfach Ideen sammeln, um den Service in Ihrer Praxis zu verbessern: Irgendwann kommt kaum ein Arzt an der Frage vorbei, ob er seinen Patienten Getränke im Wartezimmer anbieten sollte.

Um dies zu beantworten, sollten Sie zunächst den gesamten Service in Ihrer Praxis betrachten. Was bieten Sie Ihren Patienten eigentlich? Welche Leistungen gehören für Sie zu einer guten Arztpraxis? Mit einem klaren Service-Konzept vor Augen sind Sie bereit für den nächsten Schritt.

Sollten Sie sich bisher keine Gedanken darüber gemacht haben, wie Sie sich den Service in Ihrer Praxis vorstellen, sollten Sie zunächst allgemeine Richtlinien entwickeln. Erst danach ist es sinnvoll Detailfragen, wie etwa zu einem Getränke-Angebot, zu beantworten.

Die drei wichtigsten Grundlagen für Getränke im Wartezimmer

Getränke im Wartezimmer sind ein toller Service. Sie können Nervosität eindämmen, an heißen Tagen Erfrischung bieten und die Wartezeit angenehmer machen. Sie ergeben allerdings nur unter drei Bedingungen Sinn:

  • Die Patienten sind lange genug im Wartezimmer, um etwas zu trinken
    Liegt die durchschnittliche Wartezeit in Ihrer Praxis bei höchstens 5-10 Minuten, bietet sich wohl selten eine Gelegenheit dafür.
  • Das Angebot passt zu Ihrem Service-Konzept
    In einem schicken 5-Sterne Hotel erwarten Sie einen anderen Service als in der Ferienwohnung. Ähnlich ist es bei Arztpraxen. Bieten Sie einen exzellenten Service mit allen Annehmlichkeiten können fehlende Getränke unangenehm auffallen.
    Beim netten Arzt von nebenan, der sich schnell, umfassend und kostengünstig um die Gesundheit seiner Patienten bemüht, könnte ein schicker Getränketisch mit Kaffeeautomat fehl am Platz wirken.
  • Ihre Patienten nutzen das Angebot
    Nach einer Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung nehmen besonders junge Patienten Getränke im Wartezimmer positiv wahr. Unabhängig vom Alter bleibt das Angebot in Arztpraxen aber immer wieder ungenutzt. Wollen Sie sichergehen, dass der Aufwand sich lohnt, sollten Sie deshalb vorher eine Umfrage unter Ihren eigenen Patienten in Betracht ziehen.

Wasser, Tee, Kaffee?

Getränke im Wartezimmer bedeuten immer ein bisschen mehr Arbeit. Sie müssen regelmäßig aufgefüllt werden. Oft ist auch eine Reinigung nötig. Außerdem sollte im Laufe des Tages ein paar Mal überprüft werden, ob noch alles an seinem Platz steht.

Dafür sollten Sie unbedingt einen Verantwortlichen festlegen.

Wie viel Aufwand Sie betreiben möchten, können Sie dabei selbst entscheiden. Oft reichen einige Flaschen Wasser und ein paar Einwegbecher aus. Sofern ausreichend Lagerplatz vorhanden ist, ist das die einfachste Lösung. Wasserspender sind ebenfalls möglich, müssen aber unbedingt penibel gereinigt werden.

Heißgetränke sind weniger beliebt, gehören bei einem schicken, modernen Ambiente unter Umständen aber dazu. Auch dafür haben Sie verschiedene Möglichkeiten. So könnten die Mitarbeiter am Empfang von sich aus eine Tasse anbieten und diese zum Patient ins Wartezimmer bringen. Sie können aber auch einen zusätzlichen Automaten mit verschiedenen Auswahlmöglichkeiten aufstellen.

Auch die Frage des Geschirrs ist wichtig. Einwegbecher sind wenig ansprechend, können aber schnell entsorgt werden. Gläser und Tassen müssen dagegen gespült werden. Oft wirken sie allerdings edler und ansprechender. Inzwischen gibt es auch Anbieter, die den Getränkeservice für Sie bereitstellen, für die Säuberung sorgen und regelmäßig auffüllen. Die Preise dafür sind jedoch verhältnismäßig hoch.

Bei der Entscheidungsfindung sollten Sie sich immer vor Augen halten, was Ihren Patienten am besten gefallen könnte und was für Ihr Team umsetzbar bleibt.

5 Tipps bei Getränken im Wartezimmer

Haben Sie sich für Getränke im Wartezimmer entschieden, gibt es noch ein paar Dinge zu beachten:

  1. Ist klar zu erkennen, dass die Getränke umsonst sind und sich jeder frei bedienen kann?
    Hier können auch die Empfangsmitarbeiter mit einem Hinweis helfen.

  2. Sind die Getränke gut und dem Stil Ihrer Praxis entsprechend angerichtet?
    Vergilbte Becherhalter, kalkbefleckte Armaturen oder hinter Aufstellern versteckte Wasserspender machen keinen einladenden Eindruck.

  3. Sind ausreichend Abstellmöglichkeiten für Becher, Gläser oder Tassen vorhanden?
    Ein nervöser Patient möchte seine Kaffeetasse nicht die ganze Zeit in der Hand halten und vielleicht noch etwas verschütten. Er sollte also die Möglichkeit haben, sie abzustellen.

  4. Achtet jemand darauf, dass die Patienten die Getränke nicht mit ins Behandlungszimmer nehmen?
    Aus hygienischen Gründen sollten gerade benutzte Gläser oder Tassen nicht den Weg in Ihr Behandlungszimmer finden.

  5. Werden die Getränke in Ihrer Praxis wirklich angenommen?
    Auch wenn die Entscheidung einmal gefallen ist, sollten Sie immer wieder prüfen, ob Ihre Patienten das Angebot nutzen, bestimmte Geschmacksrichtungen (etwa Wasser mit Kohlensäure oder ohne) immer übrig bleiben oder die Praxismitarbeiter mit dem neuen Ablauf zurechtkommen.