Gesundheitsupdate: der vierte Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Corona impfen johnson johnsonbpoggs

Seit 11. März 2021 ist das COVID-19 Vaccine Janssen von der EMA als vierter Impfstoff gegen Corona zugelassen. Das Vakzin von Johnson & Johnson wird in den USA schon seit mehreren Monaten eingesetzt. Auch die EU hat bereits 200 Millionen Impfdosen für dieses Jahr bestellt, doch noch werden sie nicht verimpft. Das soll erst in den nächsten Wochen der Fall sein.

COVID-19 Vaccine Janssen – die Corona Impfung von Johnson & Johnson

Von Anfang an gehört die COVID-19 Vaccine Janssen zu einer der Vielversprechendsten. Anders als bei den anderen aktuell verfügbaren Impfstoffen ist nur eine Impfung nötig. Da die Auffrischung wegfällt, können mehr Menschen in weniger Zeit geimpft werden. Ein wichtiger Faktor bei der Bekämpfung des Virus. Zusätzlich kann das Vakzin im Kühlschrank aufbewahrt werden, was den Transport und die Lagerung erleichterten.

Wie Astra Zeneca ist die COVID-19 Vaccine Janssen ein Vektorimpfstoff. Er nutzt einen anderen, harmlosen Virus, um in die Zellen einzudringen. Bei der Corona Impfung von Johnson & Johnson sind das humane Adenoviren, also Erkältungsviren, die keine Erkrankung auslösen. Diese werden so verändert, dass sie DNA des Spikeproteins von COVID-19 enthalten. Das Protein ist der Schlüssel bei allen aktuellen Impfungen gegen Corona. Denn es sitzt an der äußeren Hülle des Virus und sorgt dafür, dass dieser in unsere Zellen eindringen kann. Kann unser Immunsystem das Spikeprotein unschädlich machen, kann auch der Virus uns nichts mehr anhaben.

Mit dem COVID-19 Vaccine Janssen gelangen also die Adenoviren in unseren Körper und dringen in die Zellen ein. Dort geben sie die DNA des Spikeproteins ab, sodass diese in mRNA umgewandelt werden kann. Die betroffene Zelle beginnt, Spikeproteine zu produzieren. Das Immunsystem erkennt diese als Eindringlinge und bildet sofort Abwehrstoffe dagegen. Dank des immunologischen Gedächtnisses kann der Körper schnell reagieren, sollte er nach der Impfung mit COVID-19 in Berührung kommen. Eine Erkrankung kann so hoffentlich verhindert werden.

Wie sicher ist die Corona Impfung von Johnson & Johnson?

Die COVID-19 Vaccine Janssen ist wie alle Corona Impfungen im Schnellverfahren zugelassen worden. Das heißt, viele Fragen sind noch offen. So können wir bisher zum Beispiel nicht genau sagen, wie lange die Impfwirkung anhält und ob sie auch von einer Weitergabe des Virus schützt. Viele der Studien müssen in den nächsten Jahren weitergeführt oder ergänzt werden.

Bisher wissen wir allerdings, dass die Impfung etwa nach 14 Tagen einsetzt und eine Effektivität von ungefähr 67 % hat. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit an COVID-19 zu erkranken, ist bei geimpften Personen um 67 % geringer. Bei schweren Verläufen verringert sie sich sogar auf 75 %. (Ohne Impfung liegt sie etwa bei 80 %.) Im Vergleich zu den mRNA-Impfungen von Biontech und Moderna ist die Wirkung sehr viel geringer. Das könnte an der Art der Impfung liegen. Das Virus, das bei einer Vektorimpfung als Botenstoff dient, kommt nicht unbemerkt an unserem Immunsystem vorbei. Es wird also, noch bevor es in die Zellen eindringen kann, zumindest teilweise zerstört. Das könnte die Wirkung negativ beeinflussen.

Doch auch bei einer geringeren Effektivität sprechen viele Punkte für eine Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen:

  • Die WHO schreibt eine Wirksamkeit von mindestens 50 % vor.

  • Bei einer geringeren Effektivität müssen mehr Menschen geimpft werden, um den gleichen Schutz zu erhalten, aber
    • bei COVID-19 Vaccine Janssen ist nur eine Impfung nötig.
    • der Impfstoff kann besser transportiert und gelagert werden.
    • die Impfung ist sehr viel günstiger herzustellen.

  • Entscheidend für die Bekämpfung der Pandemie ist es, viele Menschen in möglichst kurzer Zeit zu impfen. Dafür sollten alle verfügbaren Impfstoffe genutzt werden.

  • Es spricht bisher nichts dagegen, im Anschluss zusätzlich eine mRNA-Impfung zu erhalten.

Thromboserisiko von COVID-19 Vaccine Janssen von Johnson & Johnson

Die COVID-19 Vaccine Janssen ist nicht der einzige Vektorimpfstoff gegen Corona. Auch Astra Zeneca setzt auf dieses Prinzip und ganz ähnliche Adenoviren von Schimpansen. Es ist also nicht verwunderlich, dass es auch bei der Impfung von Johnson & Johnson Hinweise auf ein erhöhtes Thromboserisiko gibt. Dieses wird bei der EMA gerade geprüft. Ein Verbot des Impfstoffes wird es aber wohl nicht geben.

Denn ist das Risiko bekannt, können Ärzte und Patienten darauf reagieren. Die eventuell auftretende Thrombose, von der vor allem junge Frauen betroffen sind, ist so gut behandelbar. Vor der Impfung sollten die Betroffenen deshalb vor allem zu den Anzeichen einer Thrombose aufgeklärt werden. Dazu gehören über Tage anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit und punktförmige Blutungen unter der Haut.