Endlich Urlaub! Das sollten Ärzte für freie Tage beachten

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Wir haben Urlaub“ – diesen Satz schreiben alle gerne an die Praxistür. Und freuen sich auf ein paar Tage Entspannung vom anstrengenden Alltag. Während Sie und Ihr Team ausspannen, stehen die Patienten dennoch häufig vor Ihrer verschlossenen Tür – und brauchen ärztliche Hilfe. Damit sie gut versorgt werden, sollten Sie Ihren Urlaub deshalb vorbereiten.

Diese 5 Tipps sollte dabei jeder Arzt beachten:

 

  1. Informieren Sie Ihre Patienten rechtzeitig und möglichst über alle Kanäle (Aushang, Praxiswebseite, Informationsblatt), wann Sie Praxisurlaub machen. So können sie sich darauf vorbereiten.

  2. Muss ein Patient regelmäßig in der Praxis vorbeikommen – beispielsweise für ein Rezept oder eine Untersuchung – können Sie persönlich mit Ihm sprechen. Beantworten Sie dabei möglichst alle wichtigen Fragen: Wann sind Sie nicht da? Kann der Termin ausfallen oder verlegt werden? An wen kann sich der Patient im Notfall wenden?

 

  1. Organisieren Sie eine angemessene Vertretung. Der Kollege sollte eine ähnliche Qualifikation wie Sie haben (mindestens gleiche Weiterbildung in Ihrem Fachgebiet) und möglichst nah an Ihrer eigenen Praxis zu finden sein. Außerdem ist es natürlich wichtig, dass Sie mit seiner Arbeit zufrieden sind.

 

  1. Geben Sie Ihren Patienten alle wichtigen Informationen zur Vertretung. Neben dem Namen und der Telefonnummer, beispielsweise auch die Adresse oder die Sprechzeiten. So muss ein Patient nicht lange suchen, wenn er krank ist und Hilfe braucht.

 

  1. Die Vertretung muss natürlich über Ihren Urlaub Bescheid wissen und einverstanden sein, die Patienten zu übernehmen. Das mag logisch klingen, viele Ärzte vergessen dennoch Ihren Urlaub mit den Kollegen abzusprechen. Damit schaden Sie nicht nur dem Verhältnis untereinander, sondern unter Umständen auch Ihren Patienten.

 

Vertragsärzte müssen – neben den oben genannten Punkten – einige zusätzliche Dinge beachten. Denn die Kassenärztliche Vereinigung hat eigene Regeln festgelegt, damit alle Patienten möglichst gut betreut werden:

  • Vertragsärzte haben Anspruch auf bis zu 3 freie Monate pro Jahr. Die Tage werden dabei addiert.

  • Sie dürfen die Praxis für einen Urlaub, bei einer Erkrankung, für eine Fortbildung oder eine Wehrübung schließen. Medizinische Einsätze, beispielsweise im privaten Bereich, fallen nicht unter die Regelung.

  • Schon ab einem Urlaubstag müssen Sie eine Vertretung organisieren. Diese muss – genau wie die Patienten – darüber informiert werden. Ein Hinweis auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst reicht nicht aus.

 

  • Die Vertretung darf nur von einem Kollegen mit einer abgeschlossenen Weiterbildung im gleichen Fachgebiet erfolgen. Sie muss keine Kassenzulassung haben. Allerdings darf sie nur Leistungen abrechnen, für die sie und der Vertragsarzt qualifiziert sind.

 

  • Ist die Praxis mindestens eine Woche geschlossen, müssen Sie das der Kassenärztlichen Vereinigung mitteilen und den Namen Ihrer Vertretung angeben. Je nach Zuständigkeitsbereich geht das mit einem entsprechenden Formular oder auch formlos.

 

  • In einer Gemeinschaftspraxis können Sie sich auch von einem Ihrer Kollegen vertreten lassen, sofern er die Bestimmungen für die Aufgabe erfüllt. Das geht auch, wenn Sie als Angestellter Ihren Chef vertreten. Die Kassenärztliche Vereinigung müssen Sie darüber allerdings trotzdem informieren.

 

  • Psychotherapeuten dürfen sich bei probatorischen Sitzungen und bei genehmigter Psychotherapie nicht vertreten lassen.