Die ketogene Diät ist keine Alternative

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Als die Atkins-Diät in den Siebzigerjahren ihren Durchbruch feierte, staunte die Welt nicht schlecht. Die Probanden der besonderen Ernährungsweise aßen nicht nur Fettiges wie Eier und Speck zum Frühstück – nein, sie nahmen dabei auch noch ab. Eine Weiterentwicklung mit strengeren Vorgaben dieser Low Carb Diät ist die ketogene Ernährung. Das Motto „Low Carb“, also kohlenhydratarm wird äußerst ernst genommen. Wer morgens etwa zwei Scheiben Brot isst, hat sein Budget an „carbs“ damit für den Rest des Tages aufgebraucht und muss ihn dann mit Fett kompensieren.

Wie funktioniert die ketogene Diät?

Unser Körper braucht Energie. Normalerweise holt er sich diese über die Kohlenhydrate, die wir zu uns führen, also Brot, Kartoffeln, Nudeln oder Reis. Verwehren wir unserem Körper diese Ressource, muss er sich etwas anderes einfallen lassen und stellt auf Fettstoffwechsel um. Dieser auch Ketose genannte Zustand lässt überflüssige Pfunde tatsächlich schnell verschwinden – zumindest kurzfristig. Einen nachgewiesenen Therapieerfolg gibt es – allerdings nur für an Epilepsie erkrankte Kinder und Jugendliche, bei denen eine medikamentöse Behandlung nicht anschlägt.

Welche Nachteile hat die ketogene Diät?

Ernährungswissenschaftler betonen nicht nur die langfristig fehlende Wirkung der Diät, sie warnen außerdem auch vor ihren gesundheitlichen Folgen. Wer etwa an Nierenproblemen leidet, sollte auf jeden Fall die Finger davon lassen. Die anhaltende Ketose führt in der Regel dazu, dass der Körper übersäuert und sich so vermehrt Giftstoffe anreichern. Während eines aktiven Hungerstoffwechsels zieht der Körper neben den Vorräten an Kohlenhydraten auch die Proteine, also Muskeln heran. So baut ein erwachsener Mann ohne Nahrungsaufnahme pro Tag etwa 75 g Muskelmasse ab. Außerdem führe der sehr einseitige Speisenplan dazu, dass ganze Lebensmittelgruppen wie Gemüse, Obst und Vollkorn fehlen oder zu kurz kommen. Eine optimale Versorgung des Körpers mit wesentlichen Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen kann so nicht sichergestellt werden.

Kann eine ketogene Ernährung gegen Krebs helfen?

Krebszellen verbrauchen mehr Zucker als ihre gesunden Verwandten. Es scheint also naheliegend zu sein, mit dem Verzicht auf Kohlenhydrate einen Einfluss auf deren Versorgung haben zu können. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg betont nicht nur die fehlenden Belege für diesen Zusammenhang, sondern auch dass sich mit der Ernährung das Tumorwachstum nicht beeinflussen lasse. Tatsächlich hätten die meisten Patienten, die sich gut und ausgeglichen ernähren, eine bessere Prognose.

Ketogene Diät als Therapie - Entzündungsreaktionen im Gehirn und Östrogene

Bisher waren ketogene Diäten vor allem Behandlungsansätze für Epilepsien, die nicht auf Medikamente ansprechen. Aus Tierversuchen gibt es nun Hinweise, dass sie ebenso Entzündungsreaktionen im Gehirn vermindern könnten. Da schwer kranke Patienten selten in der Verfassung sind, ketogen ernährt zu werden, könnte dieser Zustand durch ein Medikament simuliert werden.

Eine andere Tierversuchsstudie weist auf einen Zusammenhang mit dem Geschlecht des Patienten hin. Die männlichen Tiere sprachen tatsächlich auf eine ketogene Diät an und nahmen ab. Ihre weiblichen Artgenossen nahmen nicht ab und litten zudem teilweise unter negativen Folgen wie einer gestörten Regulation des Blutzuckers. Schuld daran, könnte das Sexualhormon Östrogen sein. Ergebnisse wie diese lassen sich erst mal nicht eines zu eins auf den Menschen übertragen. Die Wissenschaftler hinter der Arbeit werden dem Ansatz dennoch nachgehen und warnen: Die äußerst unausgewogene Diät sollte grundsätzlich nur in Absprache mit dem Hausarzt eingeführt werden. So könnte einer Fehl- oder Mangelernährung vorgebeugt werden.

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