Das sollten Sie über Hepatitis wissen

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Die Leber hat wichtige Aufgaben

Ohne die Leber sähen wir schnell… nein, nicht alt aus, sondern gelb. Das eineinhalb Kilo schwere Organ hat nämlich eine entscheidende Aufgabe: Es entgiftet den Körper und baut Abfallstoffe ab. Fast alle wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung legen einen Zwischenstopp in der Leber ein – dort werden sie gespeichert, umgebaut oder verwertet. Alkohol und Medikamente zerlegt die Leber ebenfalls.

Weil die Leber eine so wichtige Rolle in unserem Organismus spielt, hat es gravierende Folgen, wenn sie nicht mehr richtig arbeitet. Probleme können zum Beispiel Entzündungen der Leber bereiten, die Hepatitis genannt werden.

Hepatitis kann viele Ursachen und zahlreiche Symptome haben

Am häufigsten kommen die Hepatitis-Typen B und C vor. Es gibt allerdings zahlreiche weitere Ausprägungen der Krankheit – schließlich sind nicht nur Viren oder Bakterien verantwortlich für die Entstehung einer Leberentzündung. Auch Parasiten, Umweltgifte oder Strahlung können eine Hepatitis auslösen. Hepatitis kann aber auch als Begleiterscheinung einer bereits vorher vorhandenen Erkrankung auftreten, wie beispielsweise während eines Röteln- oder Mumpsvirus.

Vor allem der Stoffwechsel leidet unter der Leberentzündung, die durch die Hepatitisviren hervorgerufen werden kann. Betroffene fühlen sich oft schwach und abgeschlagen, da aus den zugeführten Nährstoffen oft nicht mehr genug Energie gewonnen werden kann. Auch Appetitlosigkeit und Schmerzen im oberen Bereich des Bauches zählen zu den häufigen Symptomen. Manchmal bewirkt Hepatitis auch eine Gelbfärbung der Haut, die durch eine Ansammlung von Abbauprodukten entsteht und als Gelbsucht bezeichnet wird.

Hepatitis kann als vorübergehende, also akute Erkrankung, auftreten. In diesem Fall kann es bis sechs Monate nach der Infektion zu grippeähnlichen Symptomen kommen. Wenn die Entzündung nach dieser Zeit noch nicht ausgeheilt ist, spricht man von einer chronischen Hepatitis. Am häufigsten infizieren sich Betroffene mit den Viren der Typen B und C.

Hepatitis B – eine sexuell übertragbare Krankheit

Der Hepatitis-B-Virus (HBV) wird in vielen Fällen durch den Kontakt mit verschiedenen Körperflüssigkeiten übertragen. Über die Hälfte der Betroffenen in Deutschland steckte sich dem Robert Koch Institut zur Folge über Sexualkontakte mit dem Virus an. Allerdings kann eine Übertragung auch durch verunreinigte Nadeln oder den Kontakt mit infiziertem Blut stattfinden.

Erste Anzeichen einer Hepatitis B äußern sich oft durch Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen sowie Fieber oder Gelenkschmerzen. Die Symptome der Erkrankung können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. In einem Drittel der Fälle tritt die typische Gelbfärbung von Haut und Augenweiß auf. Bei einem weiteren Drittel zeigt sich ein anikterischer Krankheitsverlauf, das heißt die Symptome sind unspezifisch. Beim letzten Drittel verläuft das Hepatitis-B-Virus ohne offensichtliche Symptome, weshalb die Gefahr groß ist, dass es unbehandelt bleibt und sich zu einer chronischen Erkrankung entwickelt.

Unterschiedliche Schweregrade erfordern eine individuelle Behandlung

Bei einer akuten Hepatitis B ist oft eine Behandlung der Symptome ausreichend. Nur in schweren Fällen werden zusätzlich antivirale Medikamente verabreicht. Diese antiviralen Stoffe finden vor allem bei der Therapie der chronischen Hepatitis B Anwendung. Sie sollen die Anzahl der Viren im Blut des Patienten senken. Die genaue Art der Behandlung und des zu verabreichenden Medikaments hängt demnach vor allem von der Schwere der Erkrankung und dem individuellen Krankheitsverlauf ab.

Prävention ist das A und O

Mit dem Hepatitis-B-Virus ist nicht zu spaßen: Durch die Entzündung kann sich die Funktionstüchtigkeit der Leber verschlechtern und das Risiko eines Leberzellkarzinoms steigt an.

Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, der Ansteckung vorzubeugen. Bereits im Kindesalter kann eine Standard-Impfung, die von der Krankenkasse bezahlt wird, eine Immunisierung gegen das Virus bewirken. Durch den Impfstoff, der meist im Rahmen der Sechsfachimpfung wenige Monate nach der Geburt verabreicht wird, bildet der Körper Abwehrstoffe gegen die Hepatitis-B-Viren.
Weitere Vorsichtsmaßnahmen sind der Gebrauch von Kondomen beim Geschlechtsverkehr und die Verwendung eigener Zahnbürsten, Rasierer oder Nagelscheren, insbesondere wenn man mit infizierten Personen zusammenlebt.

Hepatitis C bleibt oft unentdeckt

Eine Impfung ist aber leider nicht gegen alle Hepatitis-Typen möglich. Die Hepatitis-C-Viren sind extrem vielseitig und verändern sich schnell – das macht es besonders schwierig einen Impfstoff zu finden, der die Erreger dauerhaft außer Gefecht setzt. Besonders wichtig ist es deshalb, die eigentliche Ansteckung zu vermeiden: Für die Übertragung sind wie beim Hepatitis B Blut und andere Körperflüssigkeiten verantwortlich, mit denen der Betroffene zum Beispiel bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder durch Nadelstichverletzungen in Kontakt kommt. Babys können sich im Bauch der Mutter anstecken, das passiert aber eher selten.

Viele Symptome der Hepatitis C deuten nicht eindeutig auf die Entzündung der Leber hin. Die Betroffenen haben mit Fieber, Müdigkeit und Appetitverlust zu kämpfen – doch daran könnte auch eine Erkältung oder Grippe schuld sein. Viele Krankheitsfälle werden deshalb gar nicht entdeckt. Auch die typischen Anzeichen einer Leberentzündung, wie die Gelbfärbung der Haut, treten in den meisten Fällen gar nicht auf. Dass die Hepatitis C sich so trickreich der Diagnose entzieht, ist besonders fatal, da sie meist in einen chronischen Verlauf übergeht.

Der Kampf gegen Hepatitis C

Auf lange Sicht kann Hepatitis C die Leber zunehmend zerstören und zu einer Leberzirrhose führen. Dabei tauscht der Körper immer mehr Lebergewebe gegen starres Bindegewebe aus – die Funktionsfähigkeit der Leber lässt immer weiter nach. Diese fortschreitende Einschränkung wirkt sich auf den gesamten Körper aus: Haare fallen aus, die Muskulatur bildet sich zurück, in schweren Fällen sind sogar die Gehirnfunktionen beeinträchtigt.

Was also tun bei einer Hepatitis C? Zweifelsfrei nachweisen lassen sich die Erreger und die entsprechenden Antikörper im Blut, eine Leberbiopsie gibt im späteren Verlauf Auskunft über den Zerstörungsgrad der Leber. Danach kann der Experte über die passende Behandlung der Leberentzündung entscheiden: Früher kamen hauptsächlich Medikamente zum Einsatz, die die Viren an der Vermehrung hindern. Seit ein paar Jahren sind Wirkstoffe auf dem Markt, die bei sehr viel geringeren Nebenwirkungen weitaus mehr Erfolg versprechen – fast alle Behandelten können damit geheilt werden. Der Haken an der Sache: Die Therapiekosten sind extrem hoch.

Hepatitis ist eine tückische Erkrankung

Die Erkrankung am Hepatitis-Virus kann fatale gesundheitliche Folgen haben, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Dazu trägt vor allem bei, dass Symptome manchmal einfach ausbleiben oder nicht offensichtlich genug sind. Unbehandelt kann Hepatitis chronisch werden und in schlimmen Fällen zu Leberzirrhose, Leberkrebs oder sogar Leberversagen führen.