Das Erkältungsbad – gesundheitsförderlich oder schädlich?

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„Hatschi!“ Gesundheit! Bahnt sich bei Ihnen gerade eine Erkältung an? Dann haben wir hier einen guten Tipp für Sie! Ein Erkältungsbad kann, richtig angewandt, viel zu Ihrer Gesundheit und dem Vorbeugen einer ausgewachsenen Erkältung beitragen. ÄRZTE.DE erklärt Ihnen, wie:

Wann hilft ein Erkältungsbad?

Wenn Sie die ersten Anzeichen einer Erkältung spüren, kann Ihnen ein Erkältungsbad helfen. Typische Symptome sind:

  • Frösteln
  • Kalte Füße
  • Niesen oder Kribbeln in der Nase
  • Ein Kratzen im Hals
  • Leichte Gliederschmerzen

Wie wirkt ein Erkältungsbad auf die Gesundheit?

Die Wärme des Wassers regt die Durchblutung Ihrer Haut und der Muskulatur. Sie sorgt aber auch dafür, dass sich die Muskeln entspannen und mögliche Beschwerden, wie Gliederschmerzen besser werden.

Will Ihr Immunsystem Erreger loswerden, steigt bekanntermaßen die Körpertemperatur. Ähnlich kann auch ein Bad wirken, da es sie wie in einem künstlichen Fieber sanft erhöht.

Das Erkältungsbad – so geht‘s

Um sich nach einem Erkältungsbad aber wirklich besser fühlen zu können, sollten Sie einige Punkte beachten.

  • Ein sogenanntes „Dreiviertelbad“, bei welchem die Arme, Schultern und Knie nicht vom Wasser bedeckt sind, schont den Kreislauf bei gleicher Wirkung.

  • Wer möchte, kann noch Badezusätze für Erkältungsbäder verwenden, deren ätherische Öle sehr angenehm wirken können. Thymian, Kiefer oder auch Eukalyptus etwa beruhigen die Atemwege und können schleimlösend wirken. Fertige Zusätze erhalten Sie in der Apotheke. Den Kräutersud können Sie natürlich auch selbst herstellen.

  • Die ideale Badetemperatur liegt zwischen 33 bis 38 °C – leicht zu messen mit einem Thermometer. Ist dies nicht zur Hand, tut es auch das Handgelenk: Testen Sie die Wärme des Wassers aus, bis Sie Ihnen angenehm auf der Haut erscheint.

  • Etwas Olivenöl im Badewasser schützt Ihre Haut vor dem Austrocknen.

  • Ein Handtuch und warme Kleidung am besten vor dem Bad in Greifweite bereitlegen, damit Sie sich gleich warm einpacken können! Nach dem Bad direkt ins Bett für ein bis zwei Stunden und viel Tee oder Wasser trinken.

  • So angenehm das Baden ist: Nach spätestens 20 Minuten oder sobald Ihnen kalt ist, sollten Sie wieder aus dem Wasser raus. Bei Kreislaufproblemen oder einem unwohlen Gefühl sollten Sie das Bad früher abbrechen.

Achtung:

Ein Erkältungsbad entspannt auch Ihren Blutdruck und öffnet die Gefäße, was sich auf den Kreislauf auswirkt. Sie sollten sich gegen Ende des Bades langsam aufsetzen und für ein paar Sekunden warten, bis Sie aus der Wanne steigen. Stützen Sie sich dabei gut ab.

Wann ist ein Erkältungsbad eher schädlich für die Gesundheit?

Ist die Erkältung bereits da, belastet ein Erkältungsbad den Körper. Da die Temperatur des Wassers die eigene Körpertemperatur meist übersteigt, muss er die Unterschiede regulieren und aktiv gegensteuern. Das kostet viel Kraft.

Bei diesen Symptomen sollten Sie lieber nicht mehr in die Wanne steigen:

  • Fieber
  • Schnupfen
  • Husten
  • deutliche Halsschmerzen

Kinder unter sechs Jahren sollten nur geeignete Produkte ohne ätherische Öle verwenden. Schwangere und Betroffene von Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Bluthochdruck oder Asthma sowie Krampfadern sollten vor dem Bad ärztlichen Rat einholen.

Die Erkältung ist da – das können Sie sich jetzt Gutes tun

Ist die Erkältung in vollem Gange gibt es trotzdem noch einiges, dass Sie für Ihre Genesung tun können.

Unsere ÄRZTE.DE Tipps bei Erkältung:

  • Viel Ruhe und Tee – das Sprichwort „Abwarten und Tee trinken“ gilt als Faustregel bei Erkältungen, denn das braucht Ihr Körper gerade am meisten.

  • Hühnerbrühe – Oma hatte recht: Wie Studien mittlerweile zeigen, kann sich Hühnerbrühe offenbar wirklich positiv auf die Genesung bei Erkältung auswirken. Verantwortlich dafür sei unter anderem ein Eiweißbaustein, der entzündungshemmende und abschwellende Eigenschaften hat. Fachleute schätzen diese Studien allerdings als zweifelhaft ein. Sie raten aber dennoch zur Hühnersuppe, da sie dem Körper wichtige Mineralien und Flüssigkeit zuführt.

  • Warm einpacken – Halten Sie sich schön warm, damit erleichtern Sie Ihrem Körper das Erhöhen der Temperatur und somit den Kampf gegen Viren.

  • Tief Luftholen – Inhalieren kann Husten lindern, die Schleimhäute befeuchten und die Nebenhöhlen befreien. Lassen Sie sich am besten in der Apotheke beraten, welcher Zusatz für Ihre Symptome am besten geeignet ist, da sie unterschiedlich wirken können.

Hausmittel helfen gut, jedoch nur begrenzt. Bei einer normalen Erkältung sollten Sie sich etwa ab dem vierten Tag besser fühlen. Ist das nicht der Fall oder bekommen Sie nach einigen Tagen plötzlich hohes Fieber, sollten Sie zum Arzt gehen.