COVID-19 im Herbst

Covid19 herbstg41ouu

Abstand halten, viel lüften und möglichst im Freien aufhalten – was uns im Sommer bei warmen Temperaturen gar nicht so schwergefallen ist, wird jetzt im Herbst sehr viel komplizierter. Denn Rad fahren, Gartenpartys oder Sport im Freien sind bald nur noch bedingt möglich. Wie sollte Ihr Alltag mit COVID-19 im Herbst aussehen? Und worauf sollten Sie besonders achten?

Hände waschen weiter essenziell

Studien haben gezeigt, dass schon nach 20 Sekunden Händewaschen mit Wasser und Seife, keine Grippeviren mehr nachweisbar sind. Deshalb gehört es auch weiterhin zu den wichtigsten Maßnahmen gegen COVID-19. Im Idealfall ist es für Sie schon mehrmals am Tag zur Gewohnheit geworden, etwa immer beim Nachhausekommen, nach jedem Toilettengang und sobald Sie bei Freunden ankommen.

Achten Sie beim Händewaschen besonders auf die Zwischenräume und die Fingerkuppen. Spezielle Seifen oder Desinfektionsmittel sind nicht nötig. Auch die Wassertemperatur spielt keine Rolle. Wer besonders gründlich vorgehen möchtet, trocknet die Hände anschließend mit einem Einmaltuch ab. Handtuch oder Trockner sind aber auch ausreichend.

AHA Regel nicht vergessen

Abstand, Hygienemaßnahmen, Alltagsmasken – die AHA Regel begleitet Sie schon den ganzen Sommer. Jetzt im Herbst ist sie besonders wichtig; und zwar nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch zu Hause, zum Beispiel wenn Sie Besuch von Freunden bekommen.

Überall, wo Abstand halten nicht möglich ist, sollten Sie Alltagsmasken tragen. Zu den Hygienemaßnahmen gehört neben Händewaschen auch die Hustenetiquette. Niesen und Husten Sie in die Armbeuge oder ein Taschentuch, um das Ausbreiten von Coronaviren zu verhindern.

Lüften in Herbst und Winter

COVID-19 kann nicht nur durch direkten Kontakt übertragen werden. Studien zeigen, dass wir kleinste Partikel davon ausatmen, die in der Luft schweben können. Im Freien verteilen diese Aerosole sich schnell, in geschlossenen Räumen könnten sie aber stundenlang ansteckend sein. Deshalb ist Lüften eine wichtige Maßnahme gegen Corona – auch wenn es draußen kalt ist.

Damit sich die Luft möglichst schnell im Raum verteilt, öffnen Sie am besten zwei gegenüberliegende Fenster. Empfohlen werden mindestens fünf Minuten zwei bis dreimal am Tag. Klimaanlagen und Belüftungssysteme können mit speziellen Filtern nachgerüstet werden. Auch Luftreiniger könnten Aerosole abfangen. Sie bestehen aus einem Gebläse und einem Filter, sind aber verhältnismäßig teuer. Hinzu kommen Wartungs- und Stromkosten. Ob und in welchem Umfang sie zum Einsatz kommen sollten, wird deshalb unter Experten noch diskutiert.

Grippesaison trifft auf COVID-19

Etwa ab Oktober startet die Grippesaison in Deutschland. Unter normalen Umständen ist unser Gesundheitssystem darauf ausgelegt, doch mit der Pandemie sind viele Mediziner besorgt. Grippepatienten und COVID-19 Betroffene benötigen ähnliche Ressourcen, die in den Hochzeiten nicht mehr ausreichen könnten. Für Risikogruppen ist eine Grippeschutzimpfung deshalb besonders wichtig.

Viele der Maßnahmen gegen Corona könnten aber auch gegen Grippeviren hilfreich sein. Zwar gibt es keine Studien dazu, doch die Zahl der Atemwegserkrankungen sind seit der Pandemie zurückgegangen. Die Grippesaison 2019/2020 konnte zu Beginn des Jahres zwei Monate früher als beendet erklärt werden. Auf der Südhalbkugel fiel sie dieses Jahr zudem deutlich schwächer aus. Experten erwarten deshalb 2020/2021 weniger Grippepatienten.