Vom Heuschnupfen geplagt – nicht mit mir!

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Krankheitsbild Heuschnupfen

Der Heuschnupfen, vom Mediziner allergische Rhinitis bzw. Rhinitis allergica genannt, ist eine allergische Erkrankung. Sie beruht auf einer fehlgesteuerten, überschießenden Reaktion der körpereigenen Abwehr auf bestimmte Stoffe, die so genannten Allergene. Das können Blütenpollen sein, Schimmelpilze, Haut-, Mehlstaub, Tierhaare, Bettfedern, Reinigungsmittel, Kosmetika, Nahrungsmittel und viele weitere Stoffe. Im Laufe der Zeit kann sich das individuelle Allergenspektrum auf weitere Allergene ausweiten.

Allergische Erkrankungen sind weltweit auf dem Vormarsch, besonders in den westlichen Industrieländern. Für Deutschland schätzen Experten, dass schon etwa 30 % aller Schulkinder und zehn bis 20 Prozent der Gesamtbevölkerung gegen eines oder mehrere Allergene sensibilisiert sind. Am häufigsten erkranken Personen zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr.

 

Warum immer mehr Menschen in Europa unter Allergien leiden, ist ein Rätsel.

Jahrelang wurde dies auf die zunehmende Umweltverschmutzung zurückgeführt. Neuere Untersuchungen weisen eher darauf hin, dass die Stimulierung des Immunsystems im Säuglings- und Kindesalter eine entscheidende Rolle spielt. Kinder, die viele Infektionen durchmachen, bekommen nämlich seltener Allergien, also beispielsweise diejenigen, die bereits frühzeitig Kontakt mit vielen Kindern haben (viele Geschwister, Kinderkrippe) und solche, die einen positiven Tuberkulintest zeigen, Masern hatten oder Abwehrstoffe gegen Hepatitis A gebildet haben.

Offenbar sind es aber nur bestimmte Infektionen, insbesondere auch Wurmerkrankungen, die eine Allergieentwicklung verhindern, und es scheint ein kritisches Zeitfenster in der frühen Kindheit zu geben, in dem sich diese Infektionen positiv auswirken. Kinder, die in besonders steriler und geschützter Umgebung aufwachsen scheinen dagegen ein größeres Allergie-Risiko aufzuweisen.


So äußert sich Heuschnupfen

Die Heuschnupfen-Symptome variieren von Mensch zu Mensch sehr stark. Das gilt auch für die Schwere der Erkrankung. Wer auf Allergene mit Heuschnupfen reagiert, bemerkt die ersten Beschwerden in der Regel an den Augen. Sie brennen, jucken und tränen, die Bindehäute röten sich, die Lider schwellen an, und es stellt sich eine größere Lichtempfindlichkeit ein. Dann schwillt die Nasenschleimhaut an und es kommt zu Fließschnupfen, Behinderung der Nasenatmung, Niesen und Juckreiz.

Weniger häufig treten Ohrjucken, Ohrgeräusche und Husten auf. In den frühen Morgenstunden sind die Beschwerden - bei Pollenallergikern - am stärksten, halten den Vormittag über an und schwächen sich in der zweiten Tageshälfte ab. Das liegt daran, dass vor allem an warmen und trockenen Tagen Pollen in höchster Konzentration freigesetzt werden. Im Laufe des Tages steigt deren Konzentration in der Luft und damit das Ausmaß der Beschwerden beim Erkrankten.

Rund jeder zehnte Betroffene leidet nur zeitlich begrenzt unter den Symptomen, gut ein Drittel hat ständig Beschwerden, die sich während der Pollenflugzeit verstärken.

Wenn zusätzlich Husten auftritt, zeigt dies, dass das vermehrt gebildete Sekret nicht nur durch die Nase abfließt. Doch auch ein sich aus dem Heuschnupfen entwickelndes Asthma kann sich zunächst als Husten bemerkbar machen.

 

Diagnose

Um sich vor den Allergenen schützen zu können, ist es für jeden Pollenallergiker wichtig zu wissen, auf welche Pollen er reagiert.


Wann zum Arzt?

Starke Beschwerden erfordern auf jeden Fall die Behandlung durch einen Arzt. Außerdem wird frühzeitig zu einer Behandlung geraten, um einem Etagenwechsel zum Asthma bronchiale vorzubeugen. Durch genaue Eigenbeobachtung, wann die Krankheitsanzeichen auftreten, lassen sich oftmals die verursachenden Allergene bereits erkennen oder zumindest der Kreis der in Frage kommenden Stoffe erheblich eingrenzen.


Tests

Ganz exakt kann der Arzt durch Allergietests feststellen, welche Allergene die Verursacher sind. Die meisten Ärzte greifen auf einen Hauttest zurück (Prick-, Scratch- oder Intrakutan-Test). Dabei werden dem Patienten die verdächtigen Allergene auf den Unterarm aufgetragen. Nachfolgender Juckreiz, Hautrötung oder Quaddelbildung zeigen eine allergische Reaktion an.

Gelegentlich wird der Arzt weitere Tests einsetzen, beispielsweise eine Blutuntersuchung (Rast-Test auf IgE-Antikörper), bei dem sich feststellen lässt, ob im Blut spezifische Antikörper gegen bestimmte Allergene vorhanden sind. Am Schluss der diagnostischen Möglichkeiten stehen Provokationstests, die allerdings nur in Fachpraxen oder Kliniken durchgeführt werden. Hierbei wird das Allergen direkt in die Nase geträufelt/gesprüht und dann beobachtet, ob allergische Reaktionen auftreten.

 

Ursachen

Die eigentliche Bereitschaft, allergisch zu reagieren, ist angeboren. Viele Faktoren sind allerdings erforderlich, damit die Allergie letztlich auch ausgelöst wird. Wann dieses erfolgt, hängt unter anderem von der seelischen Stabilität und Belastbarkeit des Betroffenen ab. Anlass, die Allergien näher zu erforschen, gibt vor allem deren enorme Zunahme. Die Wissenschaftler führen dies auf Veränderungen der Umwelt und des Lebensstils zurück. Eindeutig belegt werden konnte aber bis heute noch keine der verschiedenen Hypothesen.

 

Laut Hygiene-Hypothese langweilt sich das Immunsystem

Die Hygiene-Hypothese, eine Theorie, die zunehmend mehr Anhänger findet, ist, dass sich ein unterfordertes Immunsystem andere Ziele sucht. Argumente, die hierfür sprechen, häufen sich. Gerade in den westlichen Industrienationen, in denen allergische Erkrankungen besonders häufig auftreten, haben Kinder aufgrund der immer größer werdenden Hygiene zunehmend weniger Kontakt mit Infektionserregern.

Und Kinder, die viele Infektionen durchmachen, - so hat man festgestellt - bekommen seltener Allergien. Hierzu zählen beispielsweise Kinder, die:

  • bereits frühzeitig Kontakt mit vielen anderen Kindern haben (viele Geschwister, Kinderkrippe)
  • einen positiven Tuberkulintest zeigen, Masern hatten oder Abwehrstoffe gegen Hepatitis A gebildet haben

Offenbar sind es aber nur bestimmte Infektionen, die eine Allergieentwicklung verhindern, und es scheint ein kritisches Zeitfenster in der frühen Kindheit zu geben, in dem sich diese Infektionen positiv auswirken.

 

Der Kontakt mit Kuh-/Schweinestall schützt vor späteren Allergien

Seit längerer Zeit wissen die Mediziner, dass Kinder von Bauern seltener Allergien bekommen. Eine große Studie in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat jetzt Folgendes herausgefunden: Menschen, die bereits im ersten Lebensjahr mit Nutztieren Kontakt hatten, sind besonders geschützt. Das gilt insbesondere für Kinder, die schon im ersten Lebensjahr regelmäßig von ihren Eltern in einen Kuh- oder Schweinestall mitgenommen werden und dazu noch frische Kuhmilch erhalten.


Dieselruß und Sommer-Smog gelten als Wegbereiter

Zunehmend verdichten sich die Hinweise, dass auch die Luftverschmutzung an der Zunahme von Allergien beteiligt ist. So lassen sich zum Beispiel bei Städtern häufiger allergische Atemwegserkrankungen nachweisen als bei der Landbevölkerung. Dabei wird das Allergierisiko umso größer, je stärker die Verkehrsbelastung ist. Außerdem kann Dieselruß auch die Pollen beeinflussen und aggressiver machen.

Auch Stickoxide und Ozon werden verdächtigt, die Allergieentstehung negativ zu beeinflussen.


Es gibt viele verschiedene Allergene, die Heuschnupfen auslösen können

Eigentlich ist die Bezeichnung Heuschnupfen irreführend, denn das Heu löst den Heuschnupfen gar nicht aus, sondern Allergene, die sich in der Luft befinden. Diese stammen in der Regel auch nicht vom Heu, denn zur Zeit der Heuernte haben die meisten Patienten ihren Heuschnupfen längst überstanden.

Wer im Frühjahr unter Heuschnupfen leidet, reagiert auf die sogenannten Frühblüher, das sind vor allem Baumpollen wie z.B. Haselnuss, Erle oder Birke. Im Sommer sind die Hauptverursacher Graspollen, auch Roggen und Spitzwegerich.

Der Herbst ist geprägt durch den Pollenflug der Unkräuter wie der Brennessel. Seit kurzem ist ein neues, aus Amerika eingeschlepptes Allergen hinzugekommen: die Pollen des bis zu zwei Meter hoch werdenden Traubenkrautes, auch Ambrosia oder Ragweed genannt. Sie fliegen im Spätsommer bis Herbstbeginn, nämlich von August bis September.

Während der Blühperiode steigt die Konzentration der Pollen in der Außenluft extrem an. Sie ist auf dem Lande tagsüber am höchsten, über Großstädten in den Abendstunden. Regen mindert den Pollenflug und damit auch die allergischen Beschwerden. Im Hochgebirge und am Meer ist die Pollenbelastung äußerst gering.

Wenn der allergische Schnupfen während des ganzen Jahres auftritt oder besonders intensiv in den Wintermonaten können Hausstaubmilben  bzw. Haare oder Schuppen von Haustieren die Auslöser sein. Auch Schimmelpilze, Haut- und Mehlstaub, Bettfedern, Reinigungsmittel, Kosmetika, Nahrungsmittel und viele andere ganzjährig vorhandene Allergene kommen in Betracht. Darüber hinaus können Zimmerpflanzen eine Rolle spielen. So sind beispielsweise auch Allergien auf Ficus benjaminus oder Philodendron bekannt.

 

Überblick

Man sollte dafür sorgen, dass man nicht mit dem Allergen in Kontakt kommt.


Sinnvollste Maßnahme ist die Allergenkarenz

In der Praxis ist das meist schwierig, denn die meisten Allergie auslösenden Pollen stammen von Pflanzen mit Windbestäubung. Dazu produzieren die entsprechenden Pflanzen in riesiger Menge Blütenstaub, der je nach Windverhältnissen 50 bis hunderte von Kilometern weit weggetragen werden kann (die durchschnittliche Reisestrecke der Pollen beträgt 100 Meter).

Zum Beispiel setzt eine Blütendolde weit verbreiteter Gräser zwei bis fünf Millionen Pollen frei. Ein einzelnes Birkenkätzchen lässt sogar über fünf Millionen Pollenkörner fliegen und ein durchschnittlicher Haselnussbusch 600 Millionen. Bereits fünf bis zehn Pollenkörner pro Kubikmeter Luft können aber schon reichen, um eine allergische Reaktion auszulösen.


Beugen Sie einer Verschlechterung frühzeitig vor

Allergischer Schnupfen ist eine sehr behindernde, aber keine gefährliche Erkrankung. Allerdings kann sich der Heuschnupfen im Laufe der Jahre wandeln und zu einem Asthma werden. Um diesem vorzubeugen, sollte mit der Behandlung so früh wie möglich begonnen werden, denn die Erfolgsaussichten verschlechtern sich, je länger die Allergie bereits besteht.

Zur Vorbeugung des Etagenwechsels zum Asthma hat sich eine Hyposensibilisierung bewährt, zum Lindern akuter Symptome Antihistaminika (antiallergisch wirkende Medikamente).

Darüber hinaus helfen die richtige Ernährung und die Anwendung bestimmter Hausmittel.


Sport gegen Heuschnupfen

Pollen gelangen beim Einatmen nicht nur in die Nase, sondern bis in die Bronchien. Trotzdem raten Sportmediziner Allergikern heutzutage, nicht auf Sport zu verzichten. Sie sollten stattdessen während der Flugzeit ihrer Pollen, bei starkem Pollenflug die Belastungsintensität beim Sport reduzieren und bei der Auswahl der Sportart die Pollenallergie berücksichtigen. So kann es zum Beispiel besser sein, in einer Halle zu trainieren oder schwimmen zu gehen, als Radtouren zu unternehmen.

 

Medikamente

Was aus der breiten Palette antiallergisch wirksamer Medikamente zum Einsatz kommt, richtet sich vor allem nach Art und Schweregrad der Symptomatik.


Mastzellstabilisatoren helfen vorbeugend

Bei leichteren Beschwerden können vorbeugend einzusetzende Nasensprays und Augentropfen (sogenannte Mastzellstabilisatoren, zum Beispiel mit Cromoglicinsäure oder Nedocromil) ausreichen. Sie bewirken, dass die Zellen das Histamin, das letztlich die allergischen Beschwerden verursacht, ausschütten.   

Wenn die Zellen dann ein paar Wochen später wirklich mit dem Allergen in Kontakt kommen, steht kaum Histamin zur Verfügung. Die Heuschnupfen-Symptome fallen dann geringer oder sogar ganz aus. Damit die Zellen bis zur Pollenflugzeit ausreichend Histamin ausgeschüttet haben, muss die Behandlung jedoch mindestens zwei bis drei Wochen vor der Pollenflugzeit beginnen und regelmäßig durchgeführt werden.


Antihistaminika lindern akute Beschwerden

Wenn die Pollen fliegen und akute Beschwerden auftreten, helfen Antihistaminika, die in Form von Tabletten, Augentropfen und Nasensprays angeboten werden. Sie unterdrücken die Wirkung des Histamins, indem sie dessen Rezeptoren blockieren. Wenn erforderlich, wird der Arzt darüber hinaus cortisonhaltige Antiallergika verordnen.

Kurzzeitig kann darüber hinaus auch einmal auf abschwellende Nasentropfen zurückgegriffen werden, beispielsweise nachts, um die Nasenatmung zu verbessern.

Wer eine pflanzliche Alternative sucht, kann auf Phytopharmaka, zum Beispiel mit standardisiertem Pestwurz-Extrakt (0,8 mg Petasin) oder auf homöopathische Arzneimittel zurückgreifen.

Tipp für Kontaktlinsenträger: Nach dem Einträufeln antiallergischer (insbesondere prophylaktisch wirkender) Augentropfen sollten Sie mindestens 20 Minuten warten, bevor Sie die Kontaktlinsen wieder einsetzen. Am besten Sie verzichten in dieser Zeit ganz auf Ihre Linsen.


Salzspülungen und -sprays unterstützen die Nasenreinigung

Meerwasser- bzw. Mineralsalz-haltige Mittel, zum Beispiel in Form von Nasensprays oder Nasenspülungen, halten die Nasenschleimhäute auf natürliche Weise feucht und fördern die Selbstreinigungskräfte. Einen besonders guten reinigenden Effekt haben Spülungen mit einer Nasendusche. Die Pollen werden damit einfach weggespült und die entzündete Nasenschleimhaut beruhigt sich.


Pflegeprodukte beruhigen die Schleimhäute

Häufiges Schnäuzen reizt die Heuschnupfen-Nase, ständiges Tränen die Augen. In solchen Fällen helfen pflegende Spezialsalben, die Schleimhäute zu beruhigen.


Die Hyposensibilisierung schafft eine körpereigene Toleranz

Fachleute empfehlen, eine Hyposensibilisierung durchzuführen, auch spezifische Immuntherapie (SIT) und früher Desensibilisierung genannt, wenn eine Allergenkarenz nicht möglich ist oder die bisherige Behandlung keine ausreichenden Erfolge zeigt. Auch bei schweren Allergiesymptomen, wie zum Beispiel Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder chronischer Nasennebenhöhlenentzündung raten viele Ärzte zur Hyposensibilisierung.

Bei der Hyposensibilisierung werden die individuellen Allergene in kleinen ansteigenden Dosen verabreicht (als Spritze oder Tropfen), so dass sich der Körper langsam an diese Stoffe gewöhnt. Wie viele Injektionen pro Jahr erforderlich sind, richtet sich nach der Anzahl der Pollen, auf die reagiert wird und die Art der Immuntherapie. So werden zum Beispiel für die neue Kurzzeit-Immuntherapie pro Jahr jeweils nur vier Injektionen innerhalb von drei Wochen benötigt. Sie spart Zeit, ist gut planbar und kann ab Ende der Pollenflugsaison bis fünf Wochen vor der nächsten Saison gemacht werden. So können auch Spätentschlossene noch kurz vor dem Pollenflug therapiert werden.

Außer durch Spritzen kann die Hyposensibilisierung über Tropfen erfolgen, die eingenommen werden (= SLIT = sublinguale Immuntherapie). Tropfen haben den Vorteil, dass man sie zuhause einnehmen kann und werden insbesondere von Kindern vorgezogen.

Der Vorteil der Hyposensibilisierung liegt darin, dass sie an der Ursache der Erkrankung ansetzt. Sie veranlasst den Körper, eine Toleranz gegenüber den Allergenen aufzubauen und bewirkt dadurch eine Rückbildung/Minderung der Krankheitserscheinungen. Außerdem reduziert sie das Risiko für einen Etagenwechsel, also die Entstehung eines Asthma bronchiale und beugt der Ausweitung der Allergie auf weitere Allergene effektiv vor.

Allerdings kommt eine Immuntherapie nur dann in Betracht, wenn die auslösenden Allergene bekannt sind und entsprechende Hyposensibilisierungslösungen zur Verfügung stehen. Je mehr Allergene die Erkrankung verursachen, desto schwieriger wird die spezifische Immuntherapie.

 

Homöopathische Arzneimittel

cidum formicicum

bei erschwerter Atmung, Luftnot, Husten und wenig Sekret

Galphimia glauca

 

vorbeugend vor der Heuschnupfen-Saison oder wenn folgende Heuschnupfen-Symptome vorliegen: häufiges Niesen, Tränenfluss, stark wässrige Nasensekretion (alles fließt) und Juckreiz. Ist auch bei allergiebedingtem Husten geeignet.

Bei vorbeugender Einnahme: ca. 6 Wochen vor dem Pollenflug mit dreiwöchiger Einnahme beginnen, dann eine Woche pausieren, danach noch einmal dreiwöchige Einnahme (ggf. in diesem Rhythmus fortfahren). Während der Akutphase wird das Mittel abgesetzt und das passende Homöopathikum anhand der Leitsymptome ausgewählt.

Luffa operculata

 

bei verstopfter Nase (der Betroffene bekommt schlecht Luft); dickflüssigem, oft gelblichem Nasenschleim (oder krustigen Absonderungen), Neigung zu Nasennebenhöhlenentzündung. Oft Stirnkopfschmerz, Trägheit; Beschwerden verbessern sich im Freien, verschlechtern sich im warmen Haus.

 

Allium cepa

 

bei Fließschnupfen (läuft wie Wasserhahn), Sekret macht wund, Niesen, stark tränenden Augen, völlig verstopfte Nase infolge Schleimhautschwellung, Beschwerden meist links beginnend; die Beschwerden verschlimmern sich nachmittags oder abends, im Spätsommer, im warmen Haus. Besser in frischer, kalter Luft.

Arsenicum album

 

bei Fließschnupfen, Niesen, tränenden Augen; die Beschwerden verschlimmern sich im Freien, aber verbessern sich im Haus.

Arundo

wenn der Juckreiz in Rachen und Hals dominiert

Cardiospermum 

 

Euphrasia

bei tränenden, gereizten Augen, geschwollenen, verklebten Augenlidern und starkem Niesreiz.

Histamin 

 

Natrium muriaticum

 

bei Fließschnupfen, brennenden, tränenden Augen und geschwollenen Lidern; die Beschwerden verschlimmern sich am Vormittag.

Pollen LM

zusätzlich zu den anderen homöopathischen Heuschnupfenmitteln.

Sabadilla

speziell bei Hausstaubmilbenallergie, enorme Niesanfälle


Behandlung mit Schüßler-Salzen

Zur Vorbeugung bei immer wiederkehrendem Heuschnupfen hat sich folgende Behandlung bewährt:

Schüßler Salz Nr.2 Calcium phosphoricum D6

Vormittags 2 Tbl. nacheinender langsam im Mund zergehen lassen

Schüßler Salz Nr.17 Manganum Sulfuricum D6

Mittags 2 Tbl.

Schüßler Salz Nr.19 Cuprum  Arsenicosum D12

Abends zwei Tbl.

 

Allgemeine Maßnahmen


Gehen Sie den Pollen aus dem Weg

An welchen Tagen die Pollen, auf die Sie allergisch reagieren, vermehrt in der Luft zu finden sind, erfahren Sie beim Pollenwarndienst. Sie erreichen ihn bundesweit unter der Telefonnummer 0190-115480. Darüber hinaus gibt es für jedes Bundesland spezifische Ansagedienste. Auch über Videotext und im Internet sind Pollenflugvorhersagen abrufbar.

In der Zeit, in der Ihre Pollen fliegen, empfiehlt es sich, längere Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Meiden Sie insbesondere Gartenarbeit bzw. passen Sie notwendige Gartenarbeiten dem Pollenflug an. Oder fahren Sie - wenn möglich - zu dieser Jahreszeit auf Urlaub. Vor allem im Hochgebirge über 1.500 Metern und an der See (bevorzugt auf Inseln) ist die Pollenzahl vergleichsweise gering.

Pflegen Sie Ihre gereizte Nasenschleimhaut mit einer Heilsalbe. Das verhindert auch ein Wundwerden bei häufigem Schnäuzen.


Halten Sie Ihre Wohnung pollenarm

Schließen Sie während der kritischen Jahreszeit auf jeden Fall früh morgens die Fenster, denn der Pollenflug setzt (vor allem auf dem Land) bereits ab 03:00 Uhr morgens ein (in der Stadt in den Vormittagsstunden). Halten Sie auch tagsüber die Fenster geschlossen. Lüften Sie, wenn der Pollenflug gering ist, also auf dem Land spät abends/nachts und in der Stadt frühmorgens. Hängen Sie vor die Fenster ggf. einen Pollenvorhang. Das sind feine, pollenundurchlässige Gitter, die ähnlich einem Insektenschutzgitter direkt in den Fenstern angebracht werden.

Reinigen Sie Ihre Wohnung gründlichst, am besten mit einem feuchten Tuch (damit der Staub nicht aufgewirbelt wird). Auch tägliches Staubsaugen bringt Ihnen Erleichterung. Weil Staubsauger jedoch die Luft aufwirbeln, empfiehlt es sich, ein Staubsauger-Modell zu verwenden, das über einen integrierten Pollenfilter verfügt oder auf einen Zentralstaubsauger auszuweichen.

Ob insgesamt Teppich oder glatten Böden der Vorzug gegeben werden sollte, hängt von der Reinigungsfrequenz ab. Glatte Bodenbeläge sind nur dann günstiger, wenn sie mehrmals pro Woche gereinigt werden können. Wenn das nicht der Fall ist, sind textile Bodenbeläge geeigneter, weil sie den Staub besser binden.

Als hilfreich hat sich auch der Einsatz eines Luftreinigungsgerätes in den Wohn- und Arbeitsräumen erwiesen. Letzteres filtert die Pollen aus der Luft. Besonders geeignet sind für Allergiker Geräte, die die Luft nicht befeuchten, sondern lediglich eine Filterung vornehmen. Ähnliches gilt für das Autofahren. Lassen Sie sich in die Lüftungsanlage Ihres Fahrzeugs einen Pollenfilter einsetzen. Dann bleibt auch dort die Innenluft pollenarm.


Hygiene und Körperpflege

Die während des Tages am Körper hängen gebliebenen Pollen entfernen Sie durch tägliches Duschen (am Abend). Besonders bewährt hat sich hierbei das abendliche Haare waschen. Alternativ können Sie in der Nacht ein Kopftuch tragen.

Wechseln und lagern Sie pollenbelastete Kleidung außerhalb des Schlafzimmers. Trocknen Sie Wäsche nicht im Freien.


Geben Sie das Rauchen auf

Die ständige Reizung der Atemwege beim Rauchen erleichtert Allergenen den Angriff an den Schleimhäuten.


 

Ernährung

Essen Sie insgesamt vollwertig und abwechslungsreich.

Die Prinzipien der Vollwertkost sind:

  • auf verfeinerte Nahrungsmittel verzichten, d.h. Vollkornprodukte bevorzugen
  • etwa die Hälfte der Nahrungsmittel roh zu sich nehmen (Obst, Gemüse, Nüsse usw.)
  • Beachten Sie diesbezüglich bitte unten aufgeführte Hinweise bezüglich begleitender Lebensmittel-Allergien.
  • möglichst wenig Fleischprodukte essen
  • so wenig Zucker wie möglich zu sich nehmen
  • auch mit Salz sparen, lieber würzen als salzen


Beachten Sie begleitende Lebensmittel-Allergien

Nach neuesten Erkenntnissen leiden 60-70 Prozent der Pollenallergiker an einer pollenassoziierten Lebensmittel-Kreuzallergie. Dies bedeutet, dass sie auch auf Lebensmittel allergisch reagieren können, die mit den allergieauslösenden Pollen 'verwandt' sind.

Wer auf Gräserpollen allergisch reagiert, sollte Erdnüsse, Soja und Sojaprodukte sowie Pfefferminz meiden.

Beifußpollen-Allergiker sollten auf Kamille, Anis, Sellerie, Kümmel, Paprika, Pfefferminz und Gewürzmischungen verzichten.

Und für Birkenpollen-Allergiker können gefährlich werden: Haselnüsse und Äpfel (roh) (häufig: bei rund jedem zweiten Birkenpollen-Allergiker), Pfirsiche und Kirschen (für 30 Prozent) sowie Mandeln, Walnüsse, Birnen und rohe Karotten (25 Prozent). Viele vertragen darüber hinaus keine Pflaumen, Kartoffeln (roh), Paranüsse, Erdnüsse, Aprikosen und Kokosnüsse. Nur selten gibt es Probleme mit Erdbeeren, Sellerie (roh), Petersilie, Anis, Fenchel, Kümmel, Koriander, Tomaten (roh), Kiwis, Dill, Orangen, Banane, Erbsen, Basilikum, Knoblauch, Zwiebeln, Zichorie sowie Pistazien.


Wichtig sind für Sie Kalzium, Magnesium, Zink und Vitamin E

Manchen Allergikern hilft eine kalziumreiche Ernährung oder die Einnahme von Kalzium-Präparaten. Kalzium hindert die Zellen daran, die Juckreiz-auslösenden Stoffe freizusetzen, und schützt die Körperzellen vor dem Einfluss der Allergene. Milchprodukte, manche Mineralwässer und einige Gemüsesorten, z.B. Broccoli, Spargel, Spinat liefern reichlich Kalzium.

Auch Magnesium kann allergische Beschwerden lindern. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass sich bei regelmäßiger Einnahme eines Magnesiumpräparates Juckreiz und Tränenfluss am Auge deutlich bessern können.

Darüber hinaus scheint das Spurenelement Zink sehr wichtig zu sein, denn neuere Studien haben ergeben, dass gerade Heuschnupfen-Erkrankte oft einen verminderten Zinkspiegel aufweisen und dass Zink ähnlich wirksam ist wie der Arzneistoff Cromoglicinsäure. Beide verhindern nach dem Allergenkontakt die Freisetzung der Botenstoffe im Körper, die die typischen Allergiesymptome auslösen. Durch eine ausreichende Zinkversorgung sollen sich allergische Beschwerden wie juckende Augen, laufende Nase, Niesreiz u.a. gut in den Griff bekommen lassen.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass eine hohe Vitamin-E-Zufuhr den IgE-Spiegel senkt. Reich an Vitamin E sind beispielsweise Vollkornprodukte, Haselnüsse sowie Weizenkeim- und Leinöl.

Bei Kindern lässt sich das Risiko für Asthma offenbar verringern durch Stillen sowie durch eine Ernährung, die nicht zu reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Diese an sich als besonders gesund bekannten Fettsäuren sind in vielen Margarine- und Pflanzenöl-Sorten enthalten. Weichen Sie bei Ölen besser auf Olivenöl aus. Das enthält andere, ebenfalls gesunde Fettsäuren. Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind reich an Omega-6-Fettsäuren wie zum Beispiel Linolensäure. Diese wiederum könnten - so vermuten die Forscher - die Synthese von Prostaglandin E2 erhöhen, einem körpereigenem Stoff, der wiederum Entzündungen fördert.


Heilfasten gegen Heuschnupfen

Viele Allergiker schwören darauf. Vielleicht ist es Ihnen ja einen Versuch wert. Während der Fastenkur erhalten Sie jedoch extrem wenig Eiweiß. Stellen Sie während dieser Zeit Ihren Eiweißhaushalt deshalb mit Hilfe eines Eiweiß-Präparates sicher.


Probiotika helfen, Allergien vorzubeugen

Immer mehr Studien belegen, dass probiotische Keime eine positive Wirkung auf das Immunsystem haben. So scheinen insbesondere Lactobazillen die angeborene und die erworbene Immunität günstig zu beeinflussen. Der Fachmann bezeichnet das als Immunmodulation. Ein regelmäßiger Verzehr probiotischer Lebensmittel mit Lactobazillen (z.B. durch entsprechende Joghurt-Produkte) soll deshalb helfen, Allergien vorzubeugen.

 

Hausmittel

Ausgesprochen bewährt hat sich bei Heuschnupfen die Befeuchtung und Reinigung der Nasenschleimhaut mit Kochsalzlösungen, beispielsweise in Form von Nasenspülungen, Nasendusche, Spray oder Inhalationen.

Wer die Lösung selbst herstellen will, nimmt einen Teelöffel Salz auf einen halben Liter Wasser. Auch entsprechende Fertigprodukte sind auf dem Markt.

Darüber hinaus sollen folgende Hausmittel einen günstigen Effekt haben:

  • kalter Gesichtsguss
  • bei Augenbeteiligung: kühlendes Augengel oder Kühlkompressen
  • Heilfasten
  • Darmsanierung
  • morgens und mittags starken Kaffee trinken.
  • regelmäßiges Schwitzen in der Sauna (Verzichten Sie auf Aufgüsse mit ätherischen Ölen. Sie können Ihre Beschwerden verschlimmern.)

 

Sonstiges

Ein Phototherapie-Gerät lindert die Beschwerden

Ein Gerät namens Medinose behandelt die Nasenschleimhäute mit Rotlicht (Wellenlänge 660 nm), empfohlen werden zu Beginn dreimal täglich vier bis fünf Minuten, nach Abnahme der Beschwerden weniger Anwendungen.

Das Rotlicht wirkt dabei auf den Zellstoffwechsel ein, verlangsamt die Immunreaktion und hemmt die Ausschüttung von Histamin. Das führt nach circa zwei Wochen zu einer Abnahme der allergischen Symptome wie Nasenbeschwerden, tränenden und geschwollenen Augen, Husten, Juckreiz und Kopfschmerzen.

Da die Psyche bei Allergien eine große Rolle spielt, können Stressbewältigungsmethoden einen guten Einfluss auf die Symptom-Linderung haben, beispielsweise Autogenes Training oder Yoga. Entsprechende Kurse werden von den meisten Volkshochschulen angeboten.