Neue Wege in der Burnout-Behandlung: Mit Achtsamkeit zurück in Ihre Kraft
Erschöpft, leer und ausgebrannt – Menschen mit Burn Out haben Ihre Grenzen erreicht. Oft erbringen sie viele Jahre zu große Leistungen, bis nichts mehr geht. Doch wie finden Sie jetzt zurück in den Alltag?
Falk Mieschendahl, Gründer von HumanFlow und ehemaliger Investmentbanker, begleitet mit seinem Team Menschen bei der Burn Out Behandlung. Ein wichtiger neuer Ansatz ist für ihn die Achtsamkeit.
Warum Achtsamkeit bei Burn Out besonders wichtig ist
Bei einem Burn Out haben Betroffene nicht nur viel Stress, es fehlt vor allem an Möglichkeiten, den Stress zu verarbeiten und sich davon zu erholen. Achtsamkeit kann hier ein Schlüssel sein, um Resilienz aufzubauen und chronischen Stress zu vermeiden.
Dank verschiedener Techniken lernen die Betroffenen in der Burn Out Behandlung, im Moment zu sein und sich selbst wahrzunehmen. So konnten etwa Untersuchungen zeigen, dass achtsame Meditation dabei hilft, Emotionen zu regulieren und die Gehirnstruktur verändern kann. Achtsamkeitstechniken spielen deshalb eine große Rolle in der aktuellen Burn Out Behandlung.
Wichtige Achtsamkeitstechniken, die bei Burn Out helfen können
Achtsamkeit ist ein wichtiger Bestandteil des Buddhismus. Deshalb können zum Beispiel Meditation und Yoga für mehr Selbstwahrnehmung und Stressreduktion helfen. Auch Journaling oder Tagebuch schreiben werden empfohlen. Darüber hinaus gibt es von Psychologen und Psychologinnen entwickelte Programme, die Achtsamkeit bewusst in die Burn Out Behandlung integrieren und sich bewährt haben.
MBSR - Mindfulness-Based Stress Reduction
MBSR, Mindfulness-Based Stress Reduction, ist ein Gruppenprogramm. In einem geschützten Rahmen lernen die Teilnehmer:innen, eigenen Stress zu erkennen und damit umzugehen. Kern des Programms ist die radikale Akzeptanz sowie spezielle Übungen für mehr Achtsamkeit im Alltag. Dadurch kann Stress deutlich reduziert werden, wie beispielsweise diese Untersuchung zeigt.
MBCT – Mindfulness-Based Cognitive Therapy
Die MBCT, Mindfulness-Based Cognitive Therapy, verbindet die Achtsamkeitsübungen des MBSR mit Methoden aus der Verhaltenstherapie. Die Methode wurde vor allem für Menschen mit Depressionen entwickelt, um Ruckfälle frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Deshalb kann sie auch bei einem Burn Out hilfreich sein.
Achtsamkeitsbasierte Programme wie MBCT und MBSR konnten signifikante Verbesserungen bei Burn Out und anderen stressbedingten Beschwerden zeigen. Dabei schneiden klinische Programme ähnlich ab wie Achtsamkeitsinterventionen in Institutionen.
Mikropraktiken – Achtsamkeit im Alltag
Burn Out Betroffene sollten sich natürlich bewusst Zeit nehmen, um Stress zu reduzieren. Damit die Psyche grundsätzlich lernt wieder zu ruhen und natürlicherweise runterzufahren, müssen die Techniken aber auch in den Alltag integriert werden. Hier können Mikropraktiken hilfreich sein. Human Flow empfiehlt fünf bis zehn Mikropraktiken über den Tag verteilt.
Das können Atemübungen oder zwei bis drei bewusste Atemzüge sein, aber auch alltägliche Situationen. Die Achtsamkeit sollte in den alltäglichen Tätigkeiten integriert sein. Waches Händewaschen, achtsames Gehen oder auch bewusstes Essen sowie achtsamer Medienkonsum sind nur einige Beispiele, die jede(r) in seinen individuellen Alltag integrieren kann. Dadurch entstehen wichtige Unterbrechungen des pausenlosen Machens und Denkens. Deshalb sollten auch diese Achtsamkeitspraktiken Teil der Burn Out Behandlung sein.
Manche Dinge kann man lernen und anwenden, andere muss man nur einmal richtig für sich selbst erforschen und erkennen. Zu dem, was man lernen kann, gehören
- Die Praxis der alltägliche Achtsamkeit, um innerlich wieder zu regenerieren, auch in schwierigen Umständen. Im Internet finden sich unterschiedliche Möglichkeiten, um einen Zugang zu bekommen.
- Die Praxis des Abgebens, anstatt des permanenten Machens und Sorgens.
- Aufhören zu vermeiden, vor allem die tiefe alte Angst.