3D-Implantatplanung: Der präzise und sichere Weg zum Zahnimplantat
Bei der Planung eines Zahnimplantats beurteilen wir längst nicht mehr nur Knochenhöhe und grobe Anatomie. Stattdessen setzen wir modernste Geräte ein, um ein exaktes 3D-Bild Ihres Kiefers und des Implantats zu erstellen. Als Patient:in erhalten Sie so ein individuell exakt auf Sie angepasstes Implantat.
Doch wie läuft die Planung Ihres Zahnimplantats ab? Und welche Vorteile hat die neue Technik? Dr. Kevin Flaig von den Zahnärzten am Klinikum Mosbach beantwortet die wichtigsten Fragen.
Was ist 3D-Implantatplanung?
Die 3D-Implantatplanung ist die computergestützte, dreidimensionale Planung eines Zahnimplantats. Sie beschreibt also alle Schritte, die zur Vorbereitung für das Implantat nötig sind und für die 3D Technik zum Einsatz kommt: vom digitalen Röntgen mit dentaler Volumentomografie (DTV) über das Erstellen eines Modells am Kiefer bis hin zur Berechnung von Bohrschablonen und Navigationshilfen.
Vorteile der 3D-Implantatplanung
Implantate können natürlich auch 2D geplant werden. Viele Jahre war das der Standard, dank dem Zahnimplantate erfolgreich eingesetzt werden konnten. Die 3D-Planung bringt allerdings einige Vorteile mit sich. So kann jetzt zum Beispiel sehr viel umfassender vorbereitet und geplant werden. Knochendichte und -volumen sind schon vor dem Eingriff bekannt. Der vorhandene Knochen kann damit optimal genutzt werden, Knochenaufbau wird unter Umständen vermieden. Zudem sind komplexe Fälle vorhersehbar und planbar.
Das Implantat und der Verlauf der Bohrung werden aber nicht nur auf den Kieferknochen abgestimmt. Auch Nerven und andere Strukturen sind bekannt, sodass schwere Verletzungen vermieden werden können. Bohrschablonen unterstützen dabei und minimieren Fehlerquellen. Mithilfe der 3D-Planung wird das Implantat zudem optimal positioniert. So erhöhen wir die Chancen, dass es fest in den Kieferknochen einwächst (Osseointegration). Das verbessert die Stabilität und Funktionalität.
Nicht weniger wichtig, ist der zusätzliche Komfort für die Patienten und Patientinnen. Sie wissen genau, was auf sie zukommt und kennen auch das erwartbare Ergebnis. Die ausführliche Planung verkürzt die Behandlungszeit. Gleichzeitig sind oftmals weniger Termine beim Zahnarzt oder bei der Zahnärztin nötig.
Gibt es auch Nachteile der 3D-Implantatplanung?
Die beste Technik ersetzt nicht die Erfahrung eines Zahnarztes oder einer Zahnärztin. Das heißt, die 3D-Implantatplanung kann unterstützen, sollte aber trotzdem von einem entsprechend ausgebildeten und erfahrenen Fachzahnarzt bzw. einer Fachzahnärztin durchgeführt werden. Er oder sie kann beim Einsetzen des Implantats flexibel reagieren, sollten sich unerwartete Änderungen ergeben. Die Planung erfordert zudem nicht nur technisches Verständnis, sondern ist auch deutlich
zeitintensiver als die 2D-Planung. Deshalb sind die Kosten auch etwas höher. Sprechen Sie am besten direkt mit Ihrem behandelnden Zahnarzt oder Ihrer behandelnden Zahnärztin, was Ihre Krankenkasse davon übernimmt und welchen Anteil Sie unter Umständen selbst zahlen müssen.
Ablauf der 3D-Implantatsplanung: Vorbereitung auf den Eingriff
Die 3D-Implantatplanung benötigt Zeit und mehrere Einzelschritte. Vieles läuft für Sie als Patient:in allerdings im Hintergrund ab. In der Regel sind nur zwei Termine beim Zahnarzt oder bei der Zahnärztin nötig.
Die einzelnen Schritte der 3D-Implantatplanung:
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Röntgen
Im ersten Schritt werden 3D-Röntgenaufnahmen Ihres Kiefers erstellt. Die Strahlenbelastung ist dabei nur wenig stärker als bei einer klassischen Röntgenaufnahme. Hier ist es besonders wichtig, qualitativ hochwertige Bilder zu erstellen. Je besser die Qualität desto exakter kann später geplant werden. -
3D-Modell des Kiefers erstellen
Aus den Röntgenaufnahmen können spezielle Programme ein exaktes Modell Ihres Kiefers erstellen. Dieses kann dann für die weitere Planung genutzt werden. -
Virtuelle Implantatplanung
Nun beginnt die eigentliche Planung. Der Zahnarzt oder die Zahnärztin kann auf dem Bildschirm verschiedene Implantat-Arten, Größen und Positionen ausprobieren. Ziel ist ein ästhetisch ansprechendes, aber auch stabiles und funktionelles Zahnimplantat. -
Beratungsgespräch zwischen Patient:in und Zahnarzt / Zahnärztin
Im Anschluss stellt Ihnen der Zahnarzt oder die Zahnärztin das bestmögliche Ergebnis vor. Manchmal zeigt er bzw. sie auch mehrere Varianten zur Auswahl. Anhand des 3D-Modells können Sie genau sehen, was und wie es geplant ist. Zusätzlich haben Sie Gelegenheit alle Fragen zum Zahnimplantat und dem zu erwartendem Eingriff zu stellen. -
Erstellen der Bohrschablonen oder Navigationshilfen
Bei vielen Implantationsarten wird ein Loch in den Kieferknochen gebohrt. Damit dieses exakt der 3D-Planung entspricht, können Bohrschablonen oder Navigationshilfen erstellt werden. Diese werden individuell für Ihren Eingriff berechnet und gedruckt.
Damit ist die 3D-Implantatplanung abgeschlossen und das Einsetzen des Zahnimplantats optimal vorbereitet.