Die nachhaltige Arztpraxis

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Die Jugendbewegung „Fridays for Future“ macht sich seit Monaten stark für mehr Klimaschutz in allen Bereichen der Gesellschaft und fordert ein entschlosseneres Handeln der Regierung. Ein starkes Medienecho verleiht ihr viel Gehör. Sie wächst stetig und hat mittlerweile auch den Rückhalt vieler Eltern (Parents for Future), Wissenschaftler (Scientists for Future) und sogar von Ärzten (Doctors for Future). Die Klimakrise und die damit in Zusammenhang stehenden Konsequenzen für unsere Erde ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Ein Grund genug für mehr Nachhaltigkeit in Arztpraxen.

Ökologisches Handeln ist ökonomisches Handeln

Die Anforderungen an eine Arztpraxis steigen stetig und viele Ärzte sehen sich zudem einem wachsenden ökonomischen Druck ausgesetzt. Umfangreiche Veränderungen zugunsten von mehr Nachhaltigkeit erscheinen da erst einmal aussichtslos – zu wenig Zeit, zu wenig Geld. Das erscheint einleuchtend. Wird das Ganze jedoch mit etwas Abstand betrachtet, wird klar: Werden Umweltschutz und die damit verbundenen Potenziale für Ihre Praxis konsequent umgesetzt, sinken bewiesenermaßen die Betriebskosten und die Wettbewerbsfähigkeit steigt.

Walter Fisch wusste es: Tue Gutes und rede darüber!

Vor allem im urbanen Raum reihen sich die Praxen niedergelassener Ärzte, teils mit gleicher Fachrichtung, aneinander. Eine Website haben sie alle, ein Profil auf Arztsucheportalen wie www.aerzte.de natürlich auch. Wie kann sich also eine Praxis abheben aus der Masse? Die Antwort lautet: mit Nachhaltigkeit. Wie eingangs beschrieben, steigt das gesellschaftliche Bewusstsein für Klimafragen exponentiell. Mit der ISO 14001 Zertifizierung positionieren Sie sich klar für Umweltschutz und geben Ihrem Image einen Schubs in die richtige Richtung. Ein gut sichtbar platziertes Zertifikat oder eine eigens aufgesetzte „grüne“ Praxisrichtlinie im Wartezimmer und der Website wird Ihre Patienten überzeugen.

Grafik Nachhaltigkeit ÄRZTE PLUS

17 ÄRZTE PLUS Tipps für mehr Nachhaltigkeit

Mit diesen Tipps lässt sich Umweltschutz in Ihrer Praxis einfach umsetzen:

  1. Einsparpotenziale bei Heiz- und Gebäudeenergie nutzen. Lassen Sie sich gegebenenfalls von einem Fachmann beraten zu reduziertem Energiebedarf.

  2. Zeit zum Umschalten! Ein Wechsel zu einem Stromanbieter von 100 % Öko- oder Naturstrom aus Wind und Wasser bringt den Verzicht auf Kohle- und Atomstrom. Oft lassen sich hierbei staatliche Subventionen nutzen.

  3. Wie alt sind Ihre Geräte? Ein Austausch alter Geräte gegen verbrauchsärmere neue Modelle hilft nicht nur den Energiebedarf zu senken, es wirkt sich auch positiv auf die Betriebskosten aus. Das gilt auch für Wasser!

  4. Für alle Geräte mit Batterien lohnt sich der Umstieg auf wiederaufladbare Akkus.

  5. Energiesparende LEDs reduzieren den Verbrauch und leben zudem länger als andere Leuchtmittel. Bewegungsmelder in allen dafür geeigneten Bereichen begrenzen die Beleuchtung.

  6. Gewöhnen Sie sich das Stand-by ab! Moderne Geräte brauchen mittlerweile wenig Zeit für die Inbetriebnahme und das Aufwärmen, weshalb sich ein Bereitschaftsbetrieb vor allem außerhalb der Öffnungszeiten nicht rechnet.

  7. Nutzen Sie Einsparmöglichkeiten beim Wasserverbrauch und dem Abwasser. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft https://www.co2online.de/ steht Ihnen dabei und in allen anderen Fragen rund um Klimaschutz mit Rat und Tat zur Seite.

  8. Abfall lässt sich durch ökologischen Einkauf und bewussten Verbrauch minimieren. Setzen Sie dabei auf Nachfüllpackungen und Produkte mit wenig Verpackung. Mülltrennung nicht vergessen!

  9. Waschbare Textilien statt Papiertücher schonen die Umwelt – am besten mit geeignetem Waschmittel. Viele Wäschereien haben schon umgestellt. Nachfragen lohnt sich!
  10. In den meisten Städten gibt es Reinigungsfirmen, die Wert auf umweltschonende Reinigungsmittel legen.

  11. Schränken Sie den Verbrauch von Einwegmaterialien ein.

  12. Zu Ihrer Patientenbetreuung zählen auch Hausbesuche? Ein Hybrid- oder Elektrowagen reduziert den CO2 Ausstoß.

  13. Flüge, etwa zu Kongressen oder Weiterbildungen lassen sich über https://www.myclimate.org/ ausgleichen.

  14. Der Papierverbrauch lässt sich durch den Umstieg auf digitalisierte Patientenakten und Dokumente drastisch reduzieren. Für Mitteilungen und interne Kommunikation eignen sich virtuelle Messenger. Befunde und Röntgenbilder können auf Tablets visualisiert werden.

  15. Bestellen Sie unerwünschte Werbesendungen ab – weniger Papiermüll und Umweltschutz in einem.

  16. Setzen Sie auf natürliche Ent- und Belüftung in Räumen.

  17. Immer mehr Angestellte im medizinischen Bereich leiden an Allergien auf Chemikalien und Reizstoffe aus dem Bereich einer Arztpraxis. Biologische VAH-zertifizierte Desinfektionsmittel schonen die Haut und die Umwelt.