Arztbewertungen im Netz: Wie soll ich damit umgehen?

Bewertung terovesalainen adobestockmt837c

„Tolle Behandlung“ – 5 Sterne

„Dr. Mustermann ist super nett und ich habe mich bei ihm sehr wohl gefühlt. Leider musste ich ein paar Wochen auf den Termin warten“ – 4,5 Sterne

„Ich bin schon seit Jahren Patientin in der Praxis und super zufrieden“ – 5 Sterne

 

Wer solche Bewertungen über sich liest, darf stolz auf sich sein. Viele Ärzte lehnen die Bewertungsfunktion im Internet dennoch ab. Patienten hätten meist zu wenig Wissen, um die Behandlung objektiv zu beurteilen. Die Kriterien sind je nach Anbieter teilweise intransparent. Außerdem können sie manipuliert werden – etwa indem ein Kollege die Konkurrenz schlecht macht oder einfach gute Bewertungen kauft.

Natürlich gibt es auch Gegenargumente. Patienten achten etwa oft auf andere Dinge als Fachpersonal, diese sind ihnen aber auch besonders wichtig. Zudem gibt es Plattformen mit sehr klaren Kriterien, etwa Wartezeit oder Freundlichkeit der Mitarbeiter. Gegen Manipulationen wird viel getan. Abgegebene Bewertungen werden zum Beispiel elektronisch geprüft. Bei ÄRZTE.DE gibt es zudem nur Empfehlungen. Textbeiträge müssen manuell vom Empfehlungsmanagement freigeschalten werden.

Eigentlich sind die Bewertungen im Netz aber aus ganz anderen Gründen ein Zugewinn für Ihre Praxis:

Besseres Praxismarketing dank Bewertungen

Auf Ihrer Profilseite betonnen Sie Ihre Stärken, präsentieren Fotos und stellen Ihre Praxis vor. Besucher wissen aber auch, dass Sie sich dort von Ihrer besten Seite zeigen. Wer würde bei seiner Vorstellung schon erwähnen, dass die Renovierung der Praxis zunächst nur ein paar der Räume betrifft oder dass es montagmorgens hektisch werden kann? Die Empfehlungen von Patienten wirken dagegen neutraler und ehrlicher.

Lobt Sie etwa jemand, für Ihre hervorragende Betreuung und ist trotz der etwas längeren Wartezeit sehr zufrieden, kann das oft mehr überzeugen als Ihre schönen Profilinhalte.

Arztbewertungen als wichtiges Feedback-Instrument

Ob zufrieden oder nicht, die meisten Patienten verlassen Ihre Praxis, ohne Ihre Meinung mit Ihnen zu teilen. Das macht es schwer herauszufinden, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Auch wenn Sie direkt nachfragen, werden aus Höflichkeit vielleicht nicht alle Probleme angesprochen.

In Onlinebewertungen schreiben die Patienten meist offen und ehrlich, was Ihnen nicht gefallen hat. Diese Chance können Sie nutzen. Wird zum Beispiel mehrmals über längere Wartezeit berichtet, können Sie an diesem Punkt ansetzen. In der Regel bemerken Patienten die Änderungen schnell. Das zeigt sich dann auch in den Empfehlungen.

Was tun bei schlechten Bewertungen?

Beleidigungen und Schmähkritik sind trotz freier Meinungsäußerung gesetzlich verboten. Empfehlungen oder Bewertungen, die darunterfallen, werden in der Regel gleich aussortiert, bei ÄRZTE.DE geschieht das etwa einzeln und von Hand. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, zu einem Beitrag Stellung zu beziehen. Damit können Sie zeigen, dass Sie Kritik ernstnehmen und eventuell Änderungen in Betracht ziehen.

Finden Sie auf anderen Portalen schlechte Bewertungen, die sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen halten, sollten Sie diese sofort melden. In der Regel gibt es dafür einen eigenen Button, gleich neben oder unter der Bewertung. Manchmal können Sie auch ein Kontaktformular nutzen. Gemeldete Bewertungen verschwinden oft von der Seite, damit sie geprüft werden können. So haben Sie etwas Zeit gewonnen, um eine Strategie zu entwickeln. Das Melden von schlechten Bewertungen können Sie zudem selbst übernehmen – ein Anwalt ist nicht nötig. Wünschen Sie sich Unterstützung oder bekommen Sie auch nach ein paar Tagen keine Rückmeldung, können Sie sich natürlich trotzdem rechtlichen Rat holen.